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Sieben-Synagogen-Weg

 eine kleine eigenständige Führung zur jüdischen Geschichte in Bamberg

von anu7190     Deutschland > Bayern > Bamberg, Kreisfreie Stadt

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 49° 53.404' E 010° 53.121' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: klein
Status: archiviert
 Zeitaufwand: 1:30 h 
 Versteckt am: 23. September 2013
 Veröffentlicht am: 23. September 2013
 Letzte Änderung: 29. Oktober 2014
 Listing: http://opencaching.de/OC100F1

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Zeitlich
Saisonbedingt
Benötigt Vorarbeit
Personen

Beschreibung   

Der 7 Synagogen- Weg Bamberg:

dieser Multicache will euch vom Leben und der Geschichte der Juden in Bamberg im Lauf der Jahrhunderte erzählen. Entlang der sieben Synagogen führt euch dieser Multicache durch diese bewegte Geschichte. Er entstand im Rahmen eines Seminars "Jüdisch-Fränkische Heimatkunde" der Professur für Judaistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und wird im Laufe der Zeit durch eine Broschüre, einer Ausstellung u.v.a.m. erweitert werden. Uns ist sehr daran gelegen, dass der Weg sowohl mit als auch ohne GPS-Gerät machbar ist, deswegen ist als jpg-upload eine Karte mit dem Weg bis zur letzten Station vor dem Final vorhanden, die ihr nutzen sollt. Für die GPS – Nutzer steht am Ende eine kleine Rechnung bereit, um die End-Koordinaten zu ermitteln. Für alle anderen gibt es einen Hinweis, den es zu enträtseln gilt. Für den Weg müsst ihr ca. 1,5h einplanen. Uns ist euer Feedback wichtig: Bitte schreibt beim Log etwas zum Thema "Informationsgehalt" und "Spaßfaktor"!



1 Erste Synagoge: Der Judenhof zwischen Pfahlplätzchen und Schranne

Den Startpunkt findet ihr auf dem Pfahlplätzen.

Der Weg durch die jüdische Geschichte Bambergs beginnt im 11. Jahrhundert: Spätestens mit der Bistumsgründung 1007 ließen sich Juden in Bamberg nieder. Elf Anwesen bildeten im Mittelalter das Zentrum der jüdischen Gemeinde Bambergs: Sie umgaben den Judenhof, an dessen Südwestecke sich die Synagoge befand, die wohl schon vor 1220 erbaut wurde. Vermutlich entstand 1470 auf ihren Grundmauern die Marienkapelle, die inzwischen zwar profaniert, aber dennoch gut zu erkennen ist. Außerdem befanden sich im Judenhof wahrscheinlich ein Schulhaus, ein jüdisches Ritualbad (Mikwe) und ein Tanzhaus.

A: Welche Hausnummer hat heute das Gebäude, an dessen Stelle früher die Synagoge stand?

A=

2 Zweite Synagoge: Das Quartier an der Stadtmauer ( N 49° 53.565’  O 010° 53.524’ )

Über die obere Brücke, vorbei am Alten Rathaus und Richtung Lange Straße, geht es weiter zum zweiten Zentrum jüdischen Lebens in Bamberg. Im Jahr 1422 bezog die jüdische Gemeinde Bambergs in der heutigen Kessler- und Hellerstraße ihr zweites Quartier. Was man da heute sehen kann ist – eine Mauer… Genauer gesagt: Es sind die Hauswände, hinter denen bei den Hausnummern 12 und 13 noch immer die mittelalterliche Bausubstanz zu finden ist. Es ist nicht geklärt, an welcher Stelle genau die 'Judenschul', also die Gemeinderäume mit Gottesdienstraum, stand. Es gilt jedoch als sicher, dass hier die jüdische Gemeinde mindestens 55 Jahre ihr Zentrum mit einem abgeschlossenen Hofraum hatte, bis zur Ausweisung aus dem Fürstbistum Bamberg 1478. Bei archäologischen Arbeiten wurden 2003 die Überreste einer Mikwe im Rückgebäude der Hellerstrasse 13 gefunden. Die nicht öffentlich zugängliche Mikwe ist im Wesentlichen das einzig sichtbare Bauwerk der jüdischen Geschichte Bambergs vor 1963.



B: Zähle die Fenster der Hellerstraße 13!

B=

3 Dritte und Vierte Synagoge: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts! (N 49° 53.492’  O 010° 53.398’ )

Das Schicksal, das den Überresten jüdischen Lebens in der Hellerstrasse im Zuge des Bauprojektes „Quartier an der Stadtmauer“ noch zu blühen droht, ist der dritten und vierten Synagoge Bambergs bereits widerfahren. Bei der Umsetzung des "Theatergassen-Projekts" wurden in den späten 1980er Jahren alle Zeugnisse der Vergangenheit zerstört – mit ihnen auch die Erinnerung an die dritte und vierte Bamberger Synagoge. Schon die Suche nach der Gedenktafel gestaltet sich als Abenteuer. Allein der Zugang von der Generalsgasse her, erleichtert die Suche ein wenig.

Nach 1556 existierte an dieser Stelle ein Schul- und Betraum, ab 1684 die dritte Synagoge der Juden in Bamberg. Zahlreiche Funktions- und Wohnräume gestalteten in diesem Straßenzug ein Quartier, das knapp 400 Jahre (!!!) ein Zentrum des jüdischen Lebens in Bamberg war. Nachdem die jüdische Gemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts stark anwuchs, wurde die Synagoge nicht nur erweitert, sondern so deutlich umgebaut und neu gestaltet, dass sie, am 4. November 1853 eingeweiht, als vierte Synagoge gelten muss.

C: Findet die Gedenktafel ;oP Wie lange wurden die Synagogenbauten von der Jüdischen Gemeinde Bamberg genutzt?

C=

4 Der Weg über Zinkenwörth, Hainstraße, Amalienstraße ( N 49° 53.416’  O 010° 53.791’ )

Wer nicht in den Theatergassen verloren gegangen ist, sollte sich auf dem weiteren Weg nun Richtung Zinkenwörth wenden. Nicht nur, dass es der einfachste Weg zur 5. Synagoge ist, auch steckt der Weg selbst voller Erinnerungen an das Leben von Bamberger Juden: So befand sich beispielsweise am Zinkenwörth 17-19 der Brauereigasthof „Weiße Taube“, der – von der jüdischen Gemeinde gekauft – von 1935 bis zur Reichspogromnacht das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens war. Biegt man vom Zinkenwörth Richtung Hainstraße ab (Hainstraße 1 & 3, heute Ärztehaus), steht man an dem Ort, an dem sich von den 1850er Jahren bis 1934 das großbürgerlich geprägte gesellschaftliche Leben der Bamberger Juden seinen Ort hatte: In der ehemaligen „Ressource“ fanden die meisten Veranstaltungen des jüdischen Kulturvereins statt. 1934 wurde das Gebäude enteignet, zum Hauptquartier der NSDAP umfunktioniert und im April 1945 in Brand gesteckt. Auch erinnert auf dem Weg ein Stolperstein an Dr. med. Siegmund Bauchwitz, den letzten Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde vor dem Ende der Nazidiktatur. Siegmund und seine Frau Alice Bauchwitz wurden am 09.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und am 28.10.1944 in Auschwitz ermordet.

Weiter geht es von der Hainstraße durch die Amalienstraße, wo sich zur Zeit der 5. Synagoge ein jüdischer Knabenhort befand, hin zur Urbanstraße und damit auf direktem Weg zur nächsten Station.



5 Fünfte Synagoge: Synagogenplatz ( N 49° 53.585’  O 010° 53.590’ )

Als 1910 in Bamberg die fünfte Synagoge eingeweiht wurde, war die ganze Stadt mit Stolz erfüllt. Diese Synagoge, die mit ihren nahezu riesigen Ausmaßen (einer Länge von 43 Metern, einer Breite von 30 Metern und einem 37 Meter hohem Turm) am Wilhelmsplatz errichtet wurde, galt als eine der „großartigsten Synagogen Bayerns“. Doch dieser Stolz währte nicht viele Jahre: In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November wurde das Jugendstil-Prachtwerk von den Nationalsozialisten geschändet, in Brand gesetzt und der Feuerwehr unter Androhung von Strafen das Löschen untersagt. 168 jüdische Männer wurden verhaftet, der Gemeindevorsteher Willy Lessing zu Tode geprügelt. Im März des folgenden Jahres wurde die Brandruine gesprengt, die Kosten der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt und das Grundstück in städtischen Besitz übernommen. 1965 wurde ein von Franz Xaver Bauer geschaffener würfelförmiger Gedenkstein aufgestellt. Erst am 9. November 1988 – 50 Jahre nach der Reichspogromnacht – wurde der neu benannte Synagogenplatz eingeweiht und stellt heute in seiner Gesamtheit einen Erinnerungsraum dar: Nicht nur an den Ort der 5. Synagoge sondern v.a. an das vielfältige und aktive Leben der jüdischen Vorkriegsgemeinde und natürlich an die Vergehen, die 1938 verübt wurden.

Das begehbare Mahnmal in der Mitte des Platzes wurde am 9. November 1995 eingeweiht. Die Kirschlorbeerhecke als nord-östliche und die Kastanie als süd-westliche Begrenzung ist wie ein optischer Eingang, der in der Flucht der Urbanstraße bis zum Wilhelmsplatz die Ausmaße der damaligen Synagoge erahnen lässt, die nach den Plänen des Architekten Johannes Kronfuss hier erbaut wurde.



D: Zähle die hebräischen Buchstaben der Inschrift auf der Innenseite der Platten des Mahnmals!

D=

E: Zähle die Sterne auf dem Gedenkstein aus den sechziger Jahren!

E=

 Willy Lessing (1881-1939): Willy-Lessing-Str. 8 [Stolperstein] ( N 49° 53.611’  O 010° 53.582’ )

Kommerzienrat Lessing war ein erfolgreicher Hopfenhändler und Teilhaber der Brauerei "Bamberger Hofbräu". In Bamberg förderte er zahlreiche Vereine und Institutionen bevor er 1938 den Vorsitz der bereits stark dezimierten jüdischen Gemeinde übernahm. Als in der Reichspogromnacht am 09.11.1938 in Flammen die fünfte Synagoge steht, ist er es, der den verzweifelten Versuch unternimmt, wenigstens die Thorarollen aus dem Gebäude zu retten. Doch noch vor Ort wird Willi Lessing von den Nationalsozialisten erkannt und so schwer misshandelt, dass er am 17.01.1939 im Bamberger Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen stirbt.

Willy Lessing ist auf dem Jüdischen Friedhof in Bamberg begraben.



6 Sechste Synagoge: Willy-Lessing-Straße 7 (N 49° 53.611’  O 010° 53.566’ )

Das eher unscheinbare Gebäude, in dem 1963 die sechste Bamberger Synagoge eingeweiht wurde, war zuvor das Kontorhaus der jüdischen Nähseidenfabrik Kupfer, Hesslein & Co. Leonie Kupfer, die letzte jüdische Mitinhaberin der Nähseidenfabrik, wurde im KZ Theresienstadt ermordet. Ihre Erben übergaben das Firmengelände der sich neu formierenden jüdischen Nachkriegsgemeinde.



F: Wie viele Rosetten befinden sich am gesamten Gebäude über den Fenstern?

F=

7 Siebte Synagoge "Or Chajim" (N 49° 53.559’  O 010° 53.531’ )

Gleich hinter dem Kontorhaus befand sich die Nähseidenfabrik - und hier ist heute die siebte – und damit die ‚aktuelle’ – Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg. Sie wurde am 1. Juni 2005 eingeweiht und bietet den ca. 900 Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde Raum für Gemeindeleben und Gottesdienst. Sie steht in ihrer Architektur und Gestaltung zugleich für Innovation als auch für Kontinuität: Sowohl die Einrichtung der 6. Synagoge und das Sandsteinportal der 4. Synagoge konnten integriert werden und sind so Zeugen der langen Geschichte des Zusammenlebens von Juden und Christen in Bamberg.



G: In welche Himmelsrichtung zeigt der Eingang der Synagoge? Zähle die Buchstaben der Antwort!

G=





Nun sind wir am Ende unseres kleinen Rundgangs angekommen und es wird Zeit, den Taschenrechner zu zücken. Denn habt ihr alle unsere Fragen richtig beantwortet, könnt ihr damit die Koordinaten für unseren Cache berechnen! Von den Antworten von C und F werden auch die Quersummen benötigt. In diesen Fällen sind die Buchstaben mit einem Sternchen gekennzeichnet. (Bitte die Quersumme nur einmal berechnen, auch wenn ein mehrstelliges Ergebnis herauskommt.)


North T° U.VW

East 0X° U.YZ

T= (F*)² =

U= C* B + D – E =

V= G x (B – E) =

W= F – F* =

X= G x (B : F*) =

Y= C* : E + A =

Z= D + A =

Cachekoordinaten: N

E



Rätsel für die Nicht-GPS-Nutzer:

Auch für euch gibt es eine kleine Rechnung zu lösen. Die Ergebnisse geben die Position eines Buchstaben im Alphabet, natürlich nicht in der richtigen Reihenfolge. Das Wort, das sich ergibt, markiert den Cache auf der Karte. (es gelten die Hinweise bei den Rechnugnen für die GPS-Nutzer!)

Buchstabe1: C* - E =

Buchstabe2: F – B – A =

Buchstabe3: F + E + A =

Buchstabe4: C* x (G – E) =

Und damit steht ihr in der Nähe dreier Stolpersteine, die an die Witwe und die Töchter eines Bankiers erinnern und damit an eine Privatbank, die seit 1903 ihren Platz an dieser Stelle hatte - bis zur Zwangsenteignung durch die Nationalsozialisten 1938. Die im Tresor lagernden Papiere allerdings überdauerten viele viele Jahrzehnte..

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

Haq iba qvrfre Fgryyr nhf vfg rf rva Yrvpugrf qvr Qbfr mh svaqra, nhpu jraa ivryyrvpug qre rva bqre naqrer Fgrva nhs qrz Jrt yvrtg

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Logeinträge für Sieben-Synagogen-Weg    gefunden 1x nicht gefunden 0x Hinweis 0x Wartung 2x

OC-Team archiviert 29. Oktober 2014 Opencaching.de hat den Geocache archiviert

Dieser Cache ist seit mehr als einem Jahr „momentan nicht verfügbar“; daher wird er automatisch archiviert. Er kann vom Besitzer jederzeit instand gesetzt und reaktiviert werden.

momentan nicht verfügbar 28. Oktober 2013 anu7190 hat den Geocache deaktiviert

Liebe Cacher,

leider mussten wir den Cache kurzfristig deaktivieren, da unser Final entwendet wurde. Sobald er wieder plaziert ist, darf wieder fröhlich weitergesucht werden.

gefunden 04. Oktober 2013, 19:00 moggeline hat den Geocache gefunden

Das würdige Ziel eines Sieben - Synagogen - Spaziergangs mit supernetten Menschen!