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Kieler Stolpersteine V

von kamuckel&bohrsty     Deutschland > Schleswig-Holstein > Kiel, Kreisfreie Stadt

N 54° 18.495' E 010° 08.520' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 1:30 h   Strecke: 3.0 km
 Versteckt am: 14. Januar 2014
 Veröffentlicht am: 14. Januar 2014
 Letzte Änderung: 10. August 2014
 Listing: http://opencaching.de/OC103DB

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Beschreibung   

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Eine Liste aller "Kieler Stolpersteine"-Caches

 

Wichtig für alle Cacher, die sich durch das zugegebenermaßen recht lange Listing abgeschreckt fühlen: es ist NICHT notwendig, das komplette Listing zu lesen. Es soll nur Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stolpersteinen geben. Die Fragen zu den Stationen findet ihr auch unten bei den zusätzlichen Wegpunkten.

 

Die „Stolpersteine" sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig (*1947). Die in Fußwege eingebetteten Gedenksteine halten die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus - jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und „Euthanasie"-Opfer - wach. Jeder Stolperstein ist einem Menschen gewidmet, der durch nationalsozialistische Gewalt zu Tode kam. Seit 2003 hat Gunter Demnig in über 500 Städten und Gemeinden in Deutschland und mehreren Ländern Europas über 27.000 Steine verlegt.

Demnigs Intention ist es, den Opfern ihre Namen zurückzugeben:
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."

Auf den etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Stolpersteinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten von NS-Opfern angebracht. Sie werden vor dem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Finanziert werden die Stolpersteine durch private Spenden. (...)

[Quelle: http://www.kiel.de/kultur/stadtgeschichte/stolpersteine/kunstprojekt.php]

Die folgenden Informationen zu den einzelnen Opfern nationalsozialistischer Gewalt sind allesamt zu finden unter: http://www.kiel.de/kultur/stadtgeschichte/stolpersteine/dokumentation.php

 

 

1. Station: N54°18.495 E10°08.520

Der Stolperstein von Rebecca Löhndorf

Rebecca Löhndorf wurde am 23. Mai 1893 in Zdunska Wola in Polen als Rebecca Ehrlich geboren. 1912 schloss sie ihre erste Ehe in England mit Perez Bornstein, zwei Jahre darauf folgte die Scheidung. 1921 heiratete Rebecca ihren zweiten Mann, Max Löhndorf, in Rotterdam. Da Max Löhndorf nicht der jüdischen Religion angehörte, war diese Ehe nach den Begriffen der Nationalsozialisten eine sogenannte „Mischehe“. Sie blieb kinderlos.

Noch im selben Jahr zog das Paar nach Kiel und kurz darauf trat Rebecca in die Israelitische Gemeinde Kiel ein. Die Eheleute wohnten in der Reeperbahn 9. Das Wohnhaus war im Besitz von Rebeccas Familie. 1934 wurde Rebecca Löhndorf als Verwalterin des Hauses eingetragen. Im selben Jahr wurden Max und Rebecca Löhndorf geschieden. Da sie als Jüdin und ausländische Besitzerin eines Hauses Verfolgung durch die nationalsozialistischen Behörden zu erwarten hatte, emigrierte sie im Februar 1936 nach Rotterdam. Die Gestapo Kiel bürgerte sie 1939 aus. 1940 wurde ihr Haus zwangsveräußert. Man nannte einen derartigen Akt in der Sprache des NS-Regimes „Arisierung“. Die holländische Familie erhielt selbstverständlich nichts von dem Erlös.Nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Militär- und Verwaltungseinheiten lebten Juden auch dort nicht mehr sicher. Rebecca Löhndorf zog in wenigen Jahren mehrmals um. Sie lebte zeitweilig in Hilversum und Amsterdam. Am 3. September 1942 wurde sie nach Westerbork verbracht, das Durchgangslager für Juden in den Niederlanden. Noch vor Ende des Monats, am 28. September 1942, wurde Rebecca in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft am 1. Oktober 1942 ermordet.


A= Wenn ihr die Straße weiter runterschaut, seht ihr eine Straße, die die Reeperbahn kreuzt. Sie ist nach einem Mann benannt worden, dessen Nachname an einen Feiertag erinnert. Was wird an diesem Tag gefeiert?

  1. Christi Geburt
  2. Christi Auferstehung
  3. Entsendung des Heiligen Geistes
  4. Kreuzigung Jesu

B= An dem Wohnhaus, vor dem ihr steht gibt es eine weiße Platte mit roter Umrandung. Hier stehen verschiedene Zahlen drauf. Sucht euch hier die Zahl mit dem geringsten Wert und notiert sie ohne Komma

 

 

2. Station: N54°18.490 E10°08.677

Der Stolperstein von Wilhelm Wilke

Wilhelm Wilke, am 13. Januar 1897 in Itzehoe geboren, besuchte die dortige Mittelschule und schloss eine Lehre als Kaufmann ab. Im Stadtteil Kiel-Gaarden besaß er in der Kaiserstraße 92 ein selbstständiges Transportunternehmen. Nach der Wirtschaftskrise 1929 und der anschließenden Aufgabe des Unternehmens aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 1931 war er ab 1936 als Vertreter für Staubsauger tätig. 1928 trat Wilke aufgrund seiner politischen Überzeugungen in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein und wurde später KPD-Leiter in Kiel-Gaarden. Außerdem war er für die „Rote Hilfe“ tätig, eine kommunistische Organisation, die versuchte, Familien von Gefängnis- und KZ-Insassen zu unterstützen. Wegen seiner politischen Gesinnung erhielt er als Vertreter keinen Wandergewerbeschein, da seitens der nationalsozialistischen Regierung befürchtet wurde, dass er die Situation für so genannte „staatsfeindliche Aktivitäten“ ausnutzen könnte. Damals war es unter Kommunisten, Sozialisten und auch Zeugen Jehovas üblich, illegale Flugblätter und Informationsschriften gegen das nationalsozialistische Regime auszutauschen, während sie auf Reisen waren.

Im März 1933 wurde Wilhelm Wilke zum ersten Mal von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) festgenommen. Danach wurde er mehrfach in Kiel in Haft genommen. Nach einer Verhaftung im Juli 1933 kam er vor den 3. Strafsenat des Kammergerichts Berlin, der ihn und andere schleswig-holsteinische Kommunisten wegen Herstellung und Verbreitung der Zeitung „Arbeiterwelt“ und anderer Schriften Ende Februar 1934 zu Haftstrafen zwischen acht Monaten und drei Jahren verurteilte. Seine Haftstrafe von 2½ Jahren verbrachte er im Gefängnis Neumünster, in dem unter anderem 1934 auch Christian Heuck ermordet wurde. Im Jahr 1938 wurde Wilhelm Wilke erneut verhaftet und erlitt während der Vernehmungen schwere Misshandlungen durch die Kieler Gestapo. In „Schutzhaft“ genommen, wurde er schließlich am 9. August 1939 ins KZ Sachsenhausen gebracht,wo er am 30. Januar 1940 starb. Wilhelm Wilke wurde nur 43 Jahre alt.


C= In dem Gebäude sind heute verschiedene Einrichtungen untergebracht, zwei Hinweisschilder erleichtern die Suche. Nehmt das untere Schild und wandelt das Wort, das rot geschrieben ist in Zahlen um und addiert diese (A=1, B=2,...) [  ]
D= Gegenüber ist ein Gas- und Wasserinstallateur ansässig. Auffällig hier ist das kunstvoll gearbeitete Tor in rot und blau. Dort findet sich eine Jahreszahl. Nehmt die letzten beiden Stellen. [  ]

 

 

3. Station: N54°18.556 E10°08.787

Der Stolperstein von Rolf Abel Wilhelm Karlsberg

Rolf Abel Wilhelm Karlsberg wird am 21.7.1912 in einer jüdischen Familie geboren und Mitglied der israelitischen Gemeinde Kiel. Wegen des Mangels an Informationen ist der Verlauf seines Lebens bis zum Jahr 1939, als er Inhaber eines Geschäftes für Toilettenartikel ist, unbekannt. Am 7.6.1940 heiratet Rolf Karlsberg Regina Berghoff. Das Ehepaar bekommt keine Kinder. Die seit 1933 zunehmende Ausgrenzung der Juden bekommen auch die Karlsbergs stark zu spüren. Rolf Karlsberg, der als „Volljude“ gilt, verliert sein Geschäft in Folge der „Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ nach der Pogromnacht vom 9.11.1938. Da er mit einer Steigerung der schlechten Situation rechnet, lernt er in Berlin zum Schweißer um, in der Hoffnung, er könne später von diesem Können profitieren. Gedrängt von der Gestapo muss das Ehepaar wegen eines Arbeitseinsatzes zurück nach Kiel, wo es seine Emigration nach Süd-Amerika plant. Bedauerlicherweise scheitert dieser Plan aufgrund seiner Mittellosigkeit und schließlich der Deportation nach Riga am 6.12.1941. In dem lettischen Ghetto müssen Rolf und Regina täglich mit den Problemen der Unterernährung und der verheerenden hygienischen Situation sowie der Schwere der Zwangsarbeit kämpfen. Mit Annährung der Front 1944 werden sie in Richtung Westen ins KZ Stutthof transportiert. Dort werden sie mit unzähligen Gefangenen auf engstem Raum zusammengepfercht und müssen Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten. Auch hier sind die hygienischen Verhältnisse katastrophal, so dass die Gefangenen aufgrund von Krankheiten in großer Zahl zu Tode kommen. Sie werden Zeugen von täglichen Morden und Folterungen. Reginas Spur verliert sich im KZ Stutthof – knapp 30-jährig.Rolf Karlsberg wird am 25.1.1945 mit Tausenden von Häftlingen zum so genannten „Todesmarsch“ 1945 von Stutthof nach Rieben/Pommern gezwungen. Die Häftlinge sind bis auf die Knochen abgemagert und werden bei jeder auffälligen Erschöpfung weiter- bzw. totgeprügelt oder erschossen. Nach unseren bisherigen Recherchen ist Rolf Abel Wilhelm Karlsberg bei diesem Todesmarsch mit knapp 33 Jahren ums Leben gekommen.

Für Rolf Karlsberg wurde am 2. August 2007 in der Kaiserstraße 73 ein Stolperstein verlegt. Regina Karlsberg erhielt am 20. Mai 2010 einen Stolperstein im Königsweg 1, ihrem Elternhaus.


E= Ihr steht vor einem schönen, gelben Haus mit Zierleisten und weißen Fensterrahmen. Wenn ihr nach oben schaut, seht ihr unter der Traufe kleine „Verzierungen“, wie viele sind es? Zählt nur die Zierteile unter der Traufe, nicht die direkt über den Fenstern. Die sehen zwar genauso aus, gehören aber nicht in die Reihe. [  ]

 

 

4. Station: N54°18.531 E10°08.845

Der Stolperstein der Cohns

Emil Cohn, am 9.12.1876 in Laboe geboren, war seit 1905 verheiratet mit Henriette Cohn, die am 3.3.1880 in Weener/Ostfriesland als Henriette Gerson zur Welt gekommen war. Beide waren Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Kiel. Am 10.11.1905 wurde ihre Tochter Minna geboren. Da Emil Cohn als Malergehilfe in Kiel-Gaarden arbeitete, zog die Familie 1912 von Laboe nach Kiel, zunächst in die Pickertstraße 26, ab 1914 wohnte sie in der Iltisstraße 36. Der Lebensmittelpunkt ihrer Tochter Minna war höchstwahrscheinlich schon seit Anfang der 1930er Jahre Offenbach, wo sie den am 22.12.1895 in Leipzig geborenen Bernhard Schüratzki heiratete. In Offenbach wurde am 22.12.1934 auch ihre Tochter Ruth geboren.

Emil Cohn war ab 1935 selbständiger Maler – ob freiwillig oder weil er als „Volljude“ galt und entlassen wurde, ist nicht bekannt. Ab 1936 war Emil Cohn Halb-Invalide, ab 1940 Voll-Invalide und konnte seiner Arbeit als Maler nicht mehr nachgehen. In dieser Zeit mussten er und seine Frau – wie alle jüdischen Menschen in Deutschland nach einer Verordnung des Jahres 1938 – schon die Zunamen „Israel“ bzw. „Sara“ tragen, damit sie als Juden identifiziert werden konnten. Es war ein Schritt der Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. Auch in Kiel nahm die Entrechtung der Familie Cohn ihren Lauf: Am 15.3.1940 wurden die Eheleute gezwungen, mit weiteren Familienmitgliedern in die sogenannten „Judenhäuser“ Kleiner Kuhberg 25/Feuergang 2 zu ziehen, wo die meisten Kieler Juden vor den Deportationen in die Ghettos und Vernichtungslager im Osten auf engstem Raum zusammengepfercht leben mussten.

Am 6. 12. 1941, einem Sabbat, wurden die Cohns in einer Gruppe, bestehend aus etwa 60 Kieler Juden und weiteren jüdischen Familien aus Schleswig-Holstein und Hamburg, nach Riga deportiert. Dort befand sich ein Sammellager, in dem deportierte Frauen, Männer und Jugendliche Zwangsarbeit leisten mussten. Viele fanden durch die katastrophalen Bedingungen – schlechteste hygienische Verhältnisse, mangelhafte Ernährung, Krankheiten, Seuchen, die Kälte im Winter, Misshandlungen und wahllose Erschießungen durch die SS – den Tod. Zahlreiche Frauen und Kinder wurden schon kurz nach ihrer Ankunft in Bikernieki, dem Hochwald bei Riga, erschossen und in Massengräbern verscharrt. Höchstwahrscheinlich gehören auch Emil und Henriette Cohn zu den Toten, denn in Riga verliert sich ihre Spur.

Minna Schüratzki hatte sich auch nach ihrem Wegzug nach Offenbach mehrfach bei ihren Eltern aufgehalten. Ihr widerfuhr schließlich ein ähnliches Schicksal wie diesen. Mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter wurde sie 1942 von Darmstadt aus wahrscheinlich nach Treblinka deportiert. Es ist unklar, ob sie an den unmenschlichen Bedingungen, denen sie auf der Reise ausgesetzt waren, gestorben sind, bei ihrer Ankunft erschossen wurden oder im Konzentrationslager umkamen.


F= Die Häuser gegenüber sind hier sehr farbenfroh, eines überzeugt mit Mädchencharme in rose, das andere versucht es mit einem wilden Muster. Doch was haben beide Häuser gemein?

  1. ein Garagentor direkt neben der Eingangstür
  2. das Erdgeschoss ist farblich nicht mit den oberen Stockwerken einheitlich gestaltet
  3. beide haben 6 Dachfenster
  4. beide haben gleich viele Fensteröffnungen (nicht Fenster) in der 2.+3. Etage

 

 

5. Station: N54°18.684 E10°08.936

Der Stolperstein der Haller- Muncks

Die Eheleute Dr. Heinrich Haller-Munck und Paula Haller-Munck lebten seit 1923 in Kiel-Gaarden in der Stoschstraße 1 und führten dort in ihrem eigenen Haus bis November 1938 eine Drogerie.

Dr. Heinrich Haller-Munck wurde am 11. Januar 1866 in Deutsch-Krone (Regierungsbezirk Marienwerder/ehem. deutsche Provinz Westpreußen) geboren und war Pharmazeut von Beruf. Seine Frau Paula Haller-Munck, geb. Munck, wurde am 1. Oktober 1878 in Berlin geboren. Beide waren jüdischen Glaubens. Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Drogerie völlig demoliert, und der Sohn des Ehepaars, der Rechtsanwalt Hans-Ulrich, wurde noch am selben Tag in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingewiesen, wo er kurz nach seiner Freilassung an den Folgen der Haft verstarb.

Hans-Ulrich Haller-Munck (*27.07.1900) wurde nur 38 Jahre alt.

Der Familie wurde es nicht gestattet, ihre zerstörte Drogerie zu verkaufen, außerdem verringerte sich das Einkommen der Eheleute immer mehr, da ein Großteil der ehemaligen Kundschaft – aufgeschreckt durch die Nationalsozialisten – nicht mehr bei Juden kaufen wollte oder durfte. Hinzu kamen die hohen Abgaben, die Juden an das nationalsozialistische Regime zahlen mussten, sowie die einsetzende „Arisierung“ der jüdischen Besitztümer. So lebte die Familie Haller-Munck zunehmend in ärmlichen Verhältnissen und musste aufgrund ihrer jüdischen Konfessionszugehörigkeit täglich um ihr Leben bangen.

Im März 1942 erhielt Dr. Heinrich Haller-Munck die Aufforderung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), bis zum Ende des Monats die eigene Wohnung zu räumen. Am 15. April wurde das Ehepaar schließlich unter entwürdigenden und menschenverachtenden Umständen in einer Wohnung des Kleinen Kuhbergs 25 untergebracht.

Kurz vor der bevorstehenden Deportation in das Zwangsghetto Theresienstadt schieden der damals 76-jährige Dr. Heinrich Haller-Munck und seine 63-jährige Ehegattin Paula und sieben weitere betroffene Kieler Juden durch Freitod aus dem Leben.


G= Wenn ihr euren Blick schweifen lasst, seht ihr ein Hinweisschild zu einer Parkmöglichkeit. Wieviele Buchstaben sind auf dem Schild zu finden? [  ]
H= An der schräg-gegenüberliegenden Wand seht ihr ein Straßenschild, dieses gibt die Hausnummern der Straßenseite in der Form X-> H bekannt. [  ]

 

 

6. Station: N54°18.809 E10°08.713

Der Stolperstein von Karl Simon

Karl Simon wurde am 9. September 1892 in Mönkebude/Ückermünde (Mecklenburg-Vorpommern) geboren. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die nach der sog. „Reichstagsbrandverordnung“ im Februar 1933 verboten wurde. Karl Simon wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ verhaftet und in das Zuchthaus Brandenburg-Görden (Havel) gebracht. Das Zuchthaus Brandenburg-Görden wurde zwischen 1927-1935 erbaut. Obwohl es lediglich für 1.000 Häftlinge ausgelegt war, mussten bis zu 4.300 Häftlinge gleichzeitig ihre Haftzeit verbüßen.

Die Inhaftierten mussten während ihrer Haft für kleine Betriebe arbeiten. Ab 1939 wurden die Insassen zudem für Rüstungsarbeiten heran gezogen. Der Anteil der politischen Gefangenen stieg in den Kriegsjahren bis auf 60 % der Häftlinge an. Zwischen 1940 und Kriegsende wurde das Zuchthaus als Hinrichtungsstätte umfunktioniert. In diesem Zeitraum wurden 1.722 Männer aus politischen Gründen zum Tode verurteilt, unter ihnen Karl Simon. Unter welchen schrecklichen Bedingungen die Häftlinge leben mussten, zeigt die Zahl der Todesopfer durch Krankheiten. 652 Gefangene starben auf diese Weise, davon 437 an Tuberkulose (Tbc).

Möglicherweise hat auch Karl Simon zu der Widerstandsbewegung des Zuchthauses gehört, die sich im Laufe der Jahre gebildet und einen maßgeblichenAnteil an der Befreiung des Zuchthauses hatte. In welchem Maße Karl Simon Wehrmachtsangehörige oder Zivilisten von seinen Zweifeln am Krieg überzeugen wollte, kann man aufgrund der mangelnden Quellenlage und der wenigen Informationen, die von Karl Simon übrig geblieben sind, nicht mehr genau feststellen.

Nachdem Simon von einem NS-Gericht aufgrund des § 5 der sog. „Kriegssonderstrafrechts-Verordnung“ wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt worden war, erfolgte die Vollstreckung des Urteiles gemäß Vollstreckungsbefehl am Montag, dem 22. November 1943, mit 25 weiteren Häftlingen in dem Zuchthaus Brandenburg-Görden.

Karl Simon steht stellvertretend für Personen, die aufgrund der sog. „Kriegssonderstrafrechts-Verordnung“ verurteilt und ermordet wurden sowie für alle weiteren Personen, die während der NS-Zeit den Tod gefunden haben und über deren Schicksale man nur Vermutungen anstellen kann, da ihre Namen lediglich in Totenlisten auftauchen.


I= Am Haus befinden sich links und rechts der Tür Rosengitter. Wie viele aufrechte Streben zählt ihr je Gitter? [  ]

 

 

7. Station N54° 18.872 E10° 8.761

Der Stolperstein von Ida Meyer

Ida Meyer, geborene Goldschmidt, wurde am 12.Dezember 1868 in Hannover geboren. Gemeinsam mit ihrer Schwester verbrachte sie dort ihre Kindheit und Jugend und lernte ihren späteren Ehemann Wilhelm Meyer kennen. Am 31.Juli 1899 brachte sie ihren ersten und einzigen Sohn Werner zur Welt. Im Januar 1902 zog die Familie nach Kiel und wohnte zunächst in der Augustenstraße 30 in Kiel-Gaarden. Ab 1.Februar 1904 wohnte sie in ihrem eigenen Haus in der Schulstraße 7, wo Wilhelm Meyer ein gut gehendes Herrenbekleidungsgeschäft im Erdgeschoss führte. Sie waren wohlhabend, besaßen eine große 6-Zimmer-Wohnung. Ihr Sohn Werner besuchte die Kieler Gelehrtenschule, machte dort sein Abitur und wurde Rechtsanwalt.

Ab 1933 gerieten die finanziell gesicherten Verhältnisse der Meyers ins Wanken. Anlass hierfür waren die zahlreichen Gesetze, die die NS-Regierung erließ, um die im Deutschen Reich arbeitenden Juden wirtschaftlich zu schwächen. So sollten sie zunächst auf „sanftem“ Weg zur Emigration gedrängt werden.

1937 wanderten Werner Meyer, seine Frau Gertrud, geborene Chaim, und ihr Sohn Walter in die USA nach New York aus. Es scheint aus heutiger Sicht unbegreiflich, warum sich Ida und Wilhelm Meyer nicht der Familie ihres Sohnes anschlossen. Ob sie sich ihrem Heimatland noch immer zu verbunden fühlten oder schlichtweg die politische Situation unterschätzten, kann nur vermutet werden.Bereits ein Jahr später hatte sich die Lage für die noch in Deutschland lebenden Juden radikal verschlechtert: Die NS-Regierung verschärfte die bereits 1933 eingeleiteten „Arisierungsmaßnahmen“ erneut. So mussten die deutschen Juden ihr Vermögen anmelden und zum Teil sogar gegen Kreditscheine eintauschen, ihre Guthaben verschwanden auf Sperrkonten,Wertgegenstände wurden konfisziert. Wilhelm Meyer musste sein Bekleidungsgeschäft aufgrund dieser antisemitistischen Maßnahmen 1938 schließen, sein Grundstück wurde, wie das der meisten jüdischen Unternehmer, „zwangsarisiert“ (enteignet).

Im selben Jahr erkrankte er an Diabetes und verstarb am 12.Januar 1939. Die alleinstehende Witwe Ida Meyer flüchtete am 15.August 1940 nach Hamburg, vermutlich, um in der Anonymität der Großstadt leichter unbehelligtzu bleiben.

Am 15.Juli 1942 wurde sie dann doch zusammen mit vielen anderen deutschen Juden ins Sammel- und Durchgangslager Theresienstadt deportiert. Hintergrund hierfür war vermutlich der am 20. Januar 1942 auf der Wannseekonferenz beschlossene planmäßige Völkermord. Nachdem die Deutschen ab 1941 im Krieg erste gravierende Rückschläge hinnehmen mussten, drängten die nationalsozialistischen Spitzenvertreter auf eine „schnelle Lösung der Judenfrage“. Der Holocaust wurde systematisch vorangetrieben und durchgeführt.

Die 74-jährige Ida Meyer wurde zunächst in das sogenannte Altersghetto Theresienstadt verschleppt. Es ist anzunehmen, dass sie aufgrund ihres hohen Alters als nicht mehr arbeitsfähig galt und deshalb am 21.September 1942 weiter ins Vernichtungslager Treblinka deportiert wurde. Vermutlich ist sie dort sofort vergast worden. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Am 2.August 2007 wurde vor dem Haus Schulstraße 7 ein Stolperstein zum Gedenken an Ida Meyer gesetzt.


Der Blick über die Augustenstr. zeigt den Weg zu Parkmöglichkeiten.
J= Die Quersumme der Anzahl aller Buchstaben auf diesem Wegweiser.

 

 

8. Station: N54°18.922 E10°08.738

Der Stolperstein von Friedrich Otto Schmidt

Friedrich Otto Schmidt wurde 1899 in Kiel geboren und begann 1914 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser auf der Kaiserlichen Werft. Dort arbeitete er bis Ende 1918 und wurde mit dem Kriegsende arbeitslos. Zwischen 1919 und 1922 fand er vermutlich eine Anstellung in einem neuen Betrieb. Anschließend war er, bedingt durch die Wirtschaftskrise, bis 1925 arbeitslos und danach für verschiedene Reedereien als Schiffsheizer tätig. Nach erneuter Arbeitslosigkeit im Jahr 1934 arbeitete er für kurze Zeit auf den Deutschen Werken, wo er allerdings die Arbeit aufgab, da er als Zeuge Jehovas keine Rüstungsarbeit verrichten durfte.

1937 wurde er in einem Kohlengeschäft eingestellt, blieb dort aber nur bis 1938. Friedrich Schmidt verweigerte, wie auch seine Frau Martha, die er am 5. März 1935 heiratete, aus religiösen Gründen die Teilnahme an einem Luftschutzkurs. Da er die Strafe dafür nicht bezahlen konnte, kam er vom 7. bis 15. März 1939in Haft.

Wie alle männlichen Zeugen Jehovas verweigerte auch Friedrich Otto Schmidt aus religiöser Überzeugung den Kriegsdienst, da dieser u.a. gegen das fünfte Gebot verstoße. Da sich die Zeugen Jehovas außerdem gegen Wahlen, die Mitgliedschaft in NS-Organisationen, den Hitlergruß bzw. den Führerkult allgemein, der auch den sogenannten „Treueeid“ umfasste, wehrten, wurde ihnen von den Nationalsozialisten staatsgefährdendes Verhalten unterstellt. Deshalb wurden sie auf der Grundlage der Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 am 10. April zuerst in Mecklenburg-Schwerin verboten, drei Tage später in Bayern, am 24. Juni 1933 in Preußen und am 10. September 1934 im ganzen Deutschen Reich. Die Zeugen Jehovas hielten sich aber nicht daran, sondern versammelten sich weiterhin, verteilten Flugblätter und versuchten neue Mitglieder zu gewinnen.

Wegen seiner Betätigung für die IBV (Internationale-Bibelforscher-Vereinigung), besser bekannt als Zeugen Jehovas, wurde Friedrich Otto Schmidt am 27. Oktober 1939 verhaftet und kam im Dezember in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Offiziell starb er am 29. März 1940 an Wassersucht, doch es wird vermutet, dass man ihn absichtlich erfrieren ließ.


K= An der Straßenlaterne direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite kann das geübte Auge eine Nummer erspähen. Welche? [  ]
L= Außerdem kann man hier eine Lokalität sehen, die ihren Namen von der Straße hat, an der sie liegt (oder eher andersrum? Man weiß es nicht...). Welche Farbe hat der Hintergrund des Logos der Lokalität?

  1. lila
  2. rot
  3. blau

 


9. Station: N54°18.816 E10°09.051

Der Stolperstein von Heinrich Wegener

Heinrich Wegener, am 10. Dezember 1881 geboren, war von Beruf Maler. Er kam am 1. Januar 1943 im KZ Dachau wegen seiner kommunistischen Überzeugungen und seiner Arbeit für die KPD im Untergrund um. Mehrfach in seinem Leben musste er seine Wohnung wechseln, um sich vor den Verfolgungen durch die Gestapo zu verstecken. Mehrere Jahre lebte er im Haus Kaiserstraße 22, das im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.

1935 stellte die KPD ihre illegale Arbeit gegen den Nationalsozialismus um, weil der Versuch, die Parteistrukturen aufrecht zu erhalten und die breite Öffentlichkeitstätigkeit einen zu hohen Blutzoll gefordert hatte. Von nun an wurde sie von kleinen Fünfergruppen getragen, in denen Heinrich Wegener zusammen mit Genossen tätig war.

Mehrfach wurden sie gefasst und zu Haftstrafen verurteilt. Mehreren Genossen gelang die Flucht oder die Emigration ins Ausland. Die Leitung der Partei befand sich in Kopenhagen. Die Widerstandsgruppen in Kiel, Eckernförde, Flensburg und Süderlügum befanden sich in einem engen Netzwerk miteinander. Anlaufstelle für Flüchtlinge in Kiel war die Kellerwohnung von Katharina Ingwersen, der Lebensgefährtin von Heinrich Wegener, Ringstraße 66, wo er sich auch zeitweilig versteckt hielt. Die Kieler Genossen transportierten unter anderem mit einem Segelboot in Dänemark hergestellte Druckschriften zum Strand von Hemmelmark in der Eckernförder Bucht und sorgten von dort für die Weiterleitung in Schleswig-Holstein. In Kiel verteilten sie auch getarnte Schriften, wie „Anweisungen für die Kanarienvogelzucht“, „Anweisungen für Luftschutz“, „Kinderkleidung“ und „Gänsezucht“.

1935 bzw. 1936 wurden Kommunisten aus Kiel, Flensburg und Süderlügum in mehreren Prozessen vor dem Berliner Kammergericht verurteilt. Katharina Ingwersen wurde freigesprochen, Heinrich Wegener zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haft wurde er – wie damals üblich – nicht entlassen, sondern ins KZ Dachau gebracht, wo er am 1. Januar 1943 mit 62 Jahren umkam. Für das persönliche Schicksal Heinrich Wegeners ist folgende Tragik bezeichnend: Seine Eheschließung mit Katharina Ingwersen am 2. Januar 1936 wurde vom Justizministerium juristisch nicht anerkannt, da die Eheschließung einer „Arierin“ mit einem politisch Vorbestraften verboten war. Erst weit nach 1945, am 23. Juni 1950 wurde die Ehe anerkannt und erst von dem Zeitpunkt an konnte Katharina Ingwersen eine Hinterbliebenenrente bekommen.


M= Wieviele „graue Herren“ könnt ihr im Kreuzungsbereich zählen? Hinweis: die „grauen Herren“ haben nichts mit Momo zu tun, sie verhindern lediglich das parken an diesen Stellen) [  ]

 

 

10. Station: N54°18.776 E10°09.175

Der Stolperstein von Willibald und Henni Cohn sowie ihrem Sohn Erich Cohn

Willibald K. Cohn wurde am 1. März 1875 als Sohn von Fritz Phillip Cohn und Frieda Cohn, geb. Wolff, in Laboe geboren. Er hatte acht Geschwister. Seine Großeltern beider Seiten waren jüdischen Glaubens. Ab 1902 arbeitete Willibald Cohn zunächst als Malergehilfe in Kiel-Gaarden und ab 1905 als Maler. Ab 1932 war er als Handwerker tätig. Im Alter von 63 Jahren schied er 1938 aus dem aktiven Berufsleben wegen Invalidität aus.

Willibald Cohn war verheiratet mit Henni, geb. Feilmann, die am 14. April 1877 in Wittmund/Ostfriesland geboren wurde und ebenfalls jüdischen Glaubens war. Zusammen hatten die Eheleute einen Sohn, Erich Cohn (geboren am 8. März 1902), der als Dreher tätig war.

Die Familie lebte in der Pickertstraße 2a II in mittelständischen Verhältnissen mit Rücklagen, bis die Eheleute Cohn am 15. März 1940 zwangsweise unter entwürdigenden Bedingungen mit weiteren jüdischen Familien in einem so genannten„Judenhaus“ im Kleinen Kuhberg 25/Feuergang 2 untergebracht wurden.

Einen Monat nach Beginn der Judendeportation aus dem damaligen Deutschen Reich (November 1941) wurden Willibald und Henni Cohn mit weiteren Familienmitgliedern am 6. Dezember 1941 nach Riga verschleppt. Beide gelten von dem Zeitpunkt an als verschollen. Am 8. April 1942 wurden die Eheleute amtlich als „nach unbekannt verzogen“ abgemeldet, am 9. April 1942 ihr Hab und Gut beschlagnahmt und am 11. April 1942 ihr Bankguthaben bei der Gaardener Volksbank „zugunsten des Reiches“ eingezogen.

Das Rigaer Ghetto war zu dieser Zeit überfüllt. Deswegen wurden viele der Deportierten in Jungfernhof untergebracht, einem behelfsmäßigen Konzentrationslager etwa 3 km von Riga entfernt. Der Zustand der dortigen Unterkünfte war desolat, die Dächer waren undicht, so dass Schnee und Regen eindrangen. Da der Winter 1941/42 der härteste dieses Jahrzehnts war, gab es unzählige Tote durch Erfrieren, Hunger und Krankheit. Vielleicht sind Willibald und Henni Cohn bereits zu dieser Zeit gestorben, vielleicht fielen sie einem der Massenmorde in Jungfernhof im Februar und März 1942 oder der Zwangsarbeit im Rigaer Ghetto zum Opfer, vielleicht starben sie aber auch im KZ Auschwitz, wohin die letzten Überlebenden des Rigaer Ghettos ab November 1943 deportiert wurden. Ihre Spur verliert sich.

 

Erich Cohn, geboren am 8.3.1902 in Kiel, wurde während der nationalsozialistischen Judenverfolgung deportiert und verstarb 1944 im KZ Stutthof, Polen. Der Sohn von Willibald und Henni Cohn, für die in Kiel bereits 2010 Stolpersteine verlegt wurden, heiratete im Alter von 30 Jahren Emmy Krüger. Er arbeitete von 1932 bis 1940 als Dreher auf der Germania-Werft und wohnte im Langseehof in der Preetzer Straße.

1938 wurde er erstmals Opfer nationalsozialistischer Gewalt, als er, wie andere Kieler Juden, bereits unmittelbar nach der Pogromnacht (10.11.1938) am 14.11.1938 ins Polizeigefängnis Kiel in „Schutzhaft“ und zwei Wochen später ins Gerichtsgefängnis kam. Der Versuch, sich weiteren Verfolgungsmaßnahmen gegen Juden zu entziehen und auf dem Seewege nach England zu gelangen, scheiterte am 22.7.1939. Cohn nahm seine Arbeit als Dreher wieder auf – nun in der Maschinen- und Motorenfabrik Jürgensen in Gaarden – und wohnte in der Pickertstraße 2a, wo auch seine Eltern lebten. Nachdem die Ehe mit Emmy geschieden worden war, heiratete er am 15.8.1940 die Kindergärtnerin Berta Hedwig Sonnheim. Am 15.3.1940 wurden er, seine künftige Frau sowie seine Eltern und weitere Verwandte gezwungen, in die zu „Judenhäusern“ deklarierten Häuser Kleiner Kuhberg 25 /Feuergang 2 zu ziehen. Auf engstem Raum mussten hier viele Kieler Juden unterkommen, wo sie für die geplanten Deportations- und Vernichtungsaktionen gesammelt wurden. Fast ihre gesamte Wohnungseinrichtung mussten sie zurücklassen, vom Obergerichtsvollzieher Knust weit unter Wert in Listen erfasst.

Am 4.12.1941 wurden etwa 50 Kieler Juden, unter ihnen Erich und Berta Cohn, seine Eltern und weitere Verwandte, in den engen Bunker des Rathauses gesperrt, um am 6.12., einem Sabbat, nach Riga deportiert zu werden. Im KZ Jungfernhof bei Riga angekommen, mussten sie unter menschenunwürdigen Verhältnissen Zwangsarbeit leisten. Mangel an Hygiene, Essen, Trinken und Schlaf in Kombination mit tagelanger schwerer körperlicher Arbeit und Misshandlungen durch die Wachmannschaften machten den Gefangenen schwer zu schaffen und führten bei vielen zu Krankheit und Tod. Nachdem sie die Torturen im KZ Jungfernhof überstanden hatten, wurden Berta und Erich Cohn 1944 ins KZ Stutthof deportiert. Der dokumentierte Verbleib Erich Cohns endet hier, wahrscheinlich starb er an Krankheit bzw. Mangelversorgung. Als eine von nur fünf Schleswig-Holsteinern dieses Transports überlebte Berta Cohn die Aufenthalte in den Konzentrationslagern.

In den 1950er Jahren bemühte sie sich um Entschädigung für die Güterenteignungen und die erlittenen Schäden durch die Verfolgung, Deportation und Lagerstrapazen, woraufhin ihr eine gewisse Summe zugestanden wurde.


N= Schaut von hier Richtung Nord-Nord-Ost, in die Norddeutsche Straße. Ihr könnt hier ein rotes Haus sehen, dessen Balkone eine abenteuerliche Farbe haben. Wieviele bunte Balkone sind es? [  ]

 

 

Den Cache findet ihr nun bei:

N54° [G-A].[C*(H+J)-B+J]
E10° [M-N-K].[E*D+(F+L)*I]

 

Wer sich in Lebensgefahr begibt und die Gleise betritt, sucht zu tief, Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden, Gleise niemals betreten!

 

Im Cache selber findet ihr neben dem Logbuch und einem Bleistift eine Bonuszahl, genauso wie in den anderen Caches dieser Stolperstein- Serie. Diese solltet ihr euch aufschreiben/merken/eintätowieren. In absehbarer Zeit werden bohrsty und ich die restlichen Caches veröffentlichen sowie natürlich den Bonuscache legen. Diesen könnt ihr nur finden, wenn ihr alle Bonuszahlen habt!

Und nun: happy hunting :)

Zusätzliche Wegpunkte   andere Koordinatensysteme

Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.495'
E 010° 08.520'
Stolperstein von Rebecca Löhndorf

A= Wenn ihr die Straße weiter runterschaut, seht ihr eine Straße, die die Reeperbahn kreuzt. Sie ist nach einem Mann benannt worden, dessen Nachname an einen Feiertag erinnert. Was wird an diesem Tag gefeiert?
1.) Christi Geburt
2.) Christi Auferstehung
3.) Entsendung des Heiligen Geistes
4.) Kreuzigung Jesu

B= An dem Wohnhaus, vor dem ihr steht gibt es eine weiße Platte mit roter Umrandung. Hier stehen verschiedene Zahlen drauf. Sucht euch hier die Zahl mit dem geringsten Wert und notiert sie ohne Komma
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.490'
E 010° 08.677'
Stolperstein von Wilhelm Wilke

C= In dem Gebäude sind heute verschiedene Einrichtungen untergebracht, zwei Hinweisschilder erleichtern die Suche. Nehmt das untere Schild und wandelt das Wort, das rot geschrieben ist in Zahlen um und addiert diese (A=1, B=2,...)

D= Gegenüber ist ein Gas- und Wasserinstallateur ansässig. Auffällig hier ist das kunstvoll gearbeitete Tor in rot und blau. Dort findet sich eine Jahreszahl. Nehmt die letzten beiden Stellen.
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.556'
E 010° 08.787'
Stolperstein von Rolf Abel Wilhelm Karlsberg

E= Ihr steht vor einem schönen, gelben Haus mit Zierleisten und weißen Fensterrahmen. Wenn ihr nach oben schaut, seht ihr unter der Traufe kleine „Verzierungen“, wie viele sind es? Zählt nur die Zierteile unter der Traufe, nicht die direkt über den Fenstern. Die sehen zwar genauso aus, gehören aber nicht in die Reihe.
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.531'
E 010° 08.845'
Stolperstein der Cohns

F= Die Häuser gegenüber sind hier sehr farbenfroh, eines überzeugt mit Mädchencharme in rose, das andere versucht es mit einem wilden Muster. Doch was haben beide Häuser gemein?
1.) ein Garagentor direkt neben der Eingangstür
2.) das Erdgeschoss ist farblich nicht mit den oberen Stockwerken einheitlich gestaltet
3.) beide haben 6 Dachfenster
4.) beide haben gleich viele Fensteröffnungen (nicht Fenster) in der 2.+3. Etage
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.684'
E 010° 08.936'
Stolperstein der Haller- Muncks

G= Wenn ihr euren Blick schweifen lasst, seht ihr ein Hinweisschild zu einer Parkmöglichkeit. Wieviele Buchstaben sind auf dem Schild zu finden?

H= An der schräg-gegenüberliegenden Wand seht ihr ein Straßenschild, dieses gibt die Hausnummern der Straßenseite in der Form X-> H bekannt.
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.809'
E 010° 08.713'
Stolperstein von Karl Simon

I= Am Haus befinden sich links und rechts der Tür Rosengitter. Wie viele aufrechte Streben zählt ihr je Gitter?
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.872'
E 010° 08.761'
Stolperstein von Ida Meyer

Der Blick über die Augustenstr. zeigt den Weg zu Parkmöglichkeiten, die Quersumme der Anzahl aller Buchstaben auf diesem Wegweiser sei J
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.922'
E 010° 08.738'
Stolperstein von Friedrich Otto Schmidt

K= An der Straßenlaterne direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite kann das geübte Auge eine Nummer erspähen. Welche?

L= Außerdem kann man hier eine Lokalität sehen, die ihren Namen von der Straße hat, an der sie liegt (oder eher andersrum? Man weiß es nicht...). Welche Farbe hat der Hintergrund des Logos der Lokalität?
1. lila
2. rot
3. blau
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.816'
E 010° 09.051'
Stolperstein von Heinrich Wegener

M= Wieviele „graue Herren“ könnt ihr im Kreuzungsbereich zählen? Hinweis: die „grauen Herren“ haben nichts mit Momo zu tun, sie verhindern lediglich das parken an diesen Stellen)
Station oder Referenzpunkt
N 54° 18.776'
E 010° 09.175'
Stolpersteine von Willibald und Henni Cohn sowie ihrem Sohn Erich Cohn

N= Schaut von hier Richtung Nord-Nord-Ost, in die Norddeutsche Straße. Ihr könnt hier ein rotes Haus sehen, dessen Balkone eine abenteuerliche Farbe haben. Wieviele bunte Balkone sind es?
Info Die zusätzlichen Wegpunkte werden bei Auswahl des Caches auf der Karte angezeigt, sind in heruntergeladenen GPX-Dateien enthalten und werden an das GPS-Gerät gesendet.

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

AB - Mravg

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

Hilfreiches

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Logeinträge für Kieler Stolpersteine V    gefunden 2x nicht gefunden 0x Hinweis 0x Wartung 2x

gefunden 27. April 2014, 18:00 stalanden hat den Geocache gefunden

Wow... so lange Zeit nach dem Publish ist noch ein STF drin? Wird irgendwie mal Zeit, Opencaching mehr zu pushen. Die Runde war wieder sehr schön, diese Ecke von Kiel steht ja eher selten auf dem Plan und es gibt einige sehr interessante und alte Gebäude. Die Zahlen ließen sich alle gut finden, bei zwei Stationen habe ich vorsorglich ein paar Optionen eingebaut, aber die waren dann am Ende unnötig. Zwinkernd

 

Am Final hatten wir erst ein wenig herumgesucht, bis ich um die Ecke dachte und dann auch fündig wurde.

 

Es bleibt die Frage: Hat die IV dasselbe Schicksal ereilt wie seinerzeit Leisure Suit Larry IV? UnschuldigZunge raus

 

Danke für den Spaziergang und den Cache, und bis zur nächsten Runde!

gefunden 06. April 2014 SH_Nachtcacher hat den Geocache gefunden

Drei Ausflüge zum Ostufer unternahmen wir, um diesen Cache zu finden. Beim ersten Anlauf war bei einer Aufgabe eine falsche Laterne gesucht, was uns zur Suche an einen falschen Ort führte. Nach einem kurzen Kontakt mit bohrsty konnte die Aufgabe richtig gelöst werden. Das Listing wurde wohl auch schon ausgebessert.

Im zweiten Anlauf fanden wir auch Reste vom Cache - nur die Dose war fort. Dann hieß es wieder abwarten. Im dritten Anlauf ist es endlich geglückt: FTF :D

Auch der fünfte Teil hat wieder Spaß gemacht! Jetzt warten wir auf den Bonus zur Stolpersteine-Reihe. :)

kann gesucht werden 06. April 2014 bohrsty hat den Geocache gewartet

dose ist erneuert, die suche kann weitergehen...

momentan nicht verfügbar 05. April 2014 bohrsty hat den Geocache deaktiviert

wie ich leider feststellen musste, hat die befestigung die witterung wohl nicht ueberlebt, ich muss eine neue dose fertigmachen und anbringen...