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Normaler Geocache
Дас Гехеимнис дес Ротармистен им Трептощер Парк

 Das Geheimnis des Rotarmisten im Treptower Park

von hblack     Deutschland > Berlin > Berlin

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 52° 29.216' E 013° 28.073' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: archiviert
 Versteckt am: 06. Februar 2014
 Veröffentlicht am: 11. Februar 2014
 Letzte Änderung: 10. April 2014
 Listing: http://opencaching.de/OC107DD

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Infrastruktur
Wegpunkte
Zeitlich
Saisonbedingt

Beschreibung   


Дер Солдат унд дас Мэдчен - Der Soldat und das Mädchen



Дас Ехренмал - Das Ehrenmal
Den bronzenen Kopf 30 Meter über den Boden erhoben, in der Rechten ein gesenktes, meterlanges Schwert, schützend im linken Arm ein kleines, vor dem Tod gerettetes Kind, den schweren Stiefel auf einem zerschlagenen Hakenkreuz ruhend. Ja, so kann man den riesigen Soldaten auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park durchaus beschreiben. Er wurde im Mai 1949 zu Ehren der beim Sturm auf Berlin gefallenen Rotarmisten auf einen riesigen Grabhügel gestellt und ist zugleich auch Sinnbild für den heldenhaften Kampf der Soldaten der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Sein 12 Meter großer Körper besteht aus 70 Tonnen Bronze, der Sockel und die weiteren Elemente des Denkmals wurden aus mehr als 40.000 Kubikmetern Granit geformt. In einer Betongruft im Fundament des Soldaten sind 200 Rotarmisten beigesetzt, auf dem Friedhof davor fanden 7000 (andere Quellen sprechen von 5000) weitere Sowjetsoldaten ihre letzte Ruhestätte. Allein bei der Schlacht um Berlin kamen über 78.000 Soldaten der Roten Armee ums Leben, über 274.000 wurden verwundet.

Дер Солдат - Der Soldat
Offiziell trägt die Skulptur den Namen "Der Befreier" und wurde vom Bildhauer Jewgeni Wiktorowitsch Wutschetitsch (1908-1974) geschaffen.


Wutschetitsch (2.v.l.) bei der Einweihung des Ehrenmals
(Von ihm stammt übrigens auch das Monument "Schwerter zu Pflugscharen" vor dem UNO-Hauptquartier in New York.)

Wutschetitsch suchte für sein Denkmal "ein einfaches, jedem verständliches Gleichnis" für die Befreiung Deutschlands: "Das Kind auf dem Arm des Soldaten hat den verheerenden Krieg überlebt, der Kämpfer trägt es dem Frieden, einer neuen Welt entgegen", sagte der Bildhauer einmal. Wutschetitsch hat in seinen Interviews auch stets betont, die Darstellung des Soldaten mit dem geretteten Kind habe eine rein symbolische Bedeutung und es würde sich dabei nicht um einen präzisen Vorfall handeln. Allerdings wusste man in der DDR auch von einem Sergeanten Nikolaj Iwanowitsch Massalow (1921-2001), der am 30. April 1945 beim Sturm auf die Reichskanzlei ein kleines etwa dreijähriges blondes Mädchen aus dem Kugelhagel geholt und in Sicherheit gebracht hatte. Seine Kameraden gaben ihm dabei Feuerschutz. Das alles geschah wohl tatsächlich in der Nähe der Potsdamer Brücke am Landwehrkanal. Massalow zu Ehren wurde dann im Dezember 2003 an dieser Brücke eine Gedenktafel angebracht, welche folgende Inschrift trägt:


„Zur Erinnerung an den sowjetischen Sergeanten Nikolaj I. Massalow (1921-2001), der am 30. April 1945 in den Kämpfen um Berlin an dieser Brücke, unter Einsatz des eigenen Lebens, ein Kind aus der Feuerzone zwischen den Fronten rettete.“

Er gilt somit als Vorbild des "Treptower Soldaten". Tatsächlich stand dem Bildhauer jedoch der sowjetische Soldat Iwan Odartschenko (1926-2013) Modell.


Odartschenko - Original und Kopie
(Es soll übrigens sogar einmal Pläne gegeben haben, Josef Stalin selbst auf den Sockel zu stellen. Aber zum Glück ist uns das ja erspart geblieben!)

Massalow wurde 1965 übrigens zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. In Deutschland leben wollte er jedoch nie. Sergeant Massalow starb im Alter von 79 Jahren in seinem Heimatdorf in Sibirien. Kriegsveteran Odartschenko, also das wahre Gesicht der Statue, starb im Alter von 86 Jahren ebenfalls in seiner Heimat.

Дас Мэдчен - Das Mädchen
Der damals 23-Jährige Massalow sah dieses Mädchen neben ihrer toten Mutter kauernd direkt in der Schusslinie und brachte es in Sicherheit. Eine andere Version besagt, dass es nicht die Mutter sondern eine tote Rotkreuzschwester gewesen sein soll. Bezogen auf das Denkmal, soll das Kind symbolisch das unschuldige Volk darstellen, das nun in den Armen des Retters einer besseren Zukunft entgegensehen kann.


Die kleine Swetlana Kotikowa, die jüngste Tochter des russischen Stadtkommandanten Kotikow, saß damals Modell.
(Ich habe einen extra-großen Bildausschnitt gewählt, damit sie besser zu sehen ist. Ein Foto der echten Swetlana Kotikowa konnte ich leider nicht aufteiben.)

Alexander Georgijewitsch Kotikow (1902-1981) war General der Roten Armee und von 1946 bis 1950 Garnisonschef und Stadtkommandant des sowjetischen Sektors von Berlin.


Kotikow (Bildmitte) war für diese Stelle damals von Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow ausgewählt worden.
(Ein Stadtkommandant ist in Kriegszeiten die höchste militärische, richterliche und zivile Instanz einer Stadt.)

Im Sommer 1948 befahl Stadtkommandant Kotikow, dass alle Arbeiter in seinem Sektor ein warmes Mittagessen bekommen müssen. Diese freien Mittagessen wurden daher auch als "Kotikow-Essen" oder als "Kotikow-Teller" bekannt. Seine Tochter und "Model" Swetlana Kotikowa (1945-2003) wurde übrigens später Schauspielerin in Moskau. Das gerettete Mädchen von damals konnte leider nie ermittelt werden.

Еин зщеитер Хелд - Ein zweiter Held
Eine andere Version besagt, dass das Monument der Heldentat des Obersergeanten Trifon Andrejewitsch Lukjanowitsch aus Minsk (Weißrussland) nachempfunden ist, der die Rettung eines kleinen Mädchens an der Elsenstraße in Treptow mit seinem Leben bezahlt hat. Quelle für diese Version ist dabei das Buch "Berlin 896 km. Aufzeichnungen eines Frontkorrespondenten" des sowjetischen Journalisten und Schriftstellers Boris Nikolajewitsch Polewoi (1908-1981).


Polewoi und sein Werk (ich finde ein wenig schelmisch guckt er schon... ;-))

Zu Ehren Lukjanowitschs wurde dann 1976 an der Elsenstraße Ecke Puschkinallee (direkt vor dem S-Bhf. Treptower Park) eine Gedenkmauer eingeweiht, an welcher eine Metalltafel mit folgender Inschrift befestigt war:


"Trifon Andrejewitsch Lukjanowitsch, Obersergeant der sowjetischen Armee, rettete an dieser Stelle am 29. April 1945 ein deutsches Kind vor dem Beschuss durch die SS. Fünf Tage nach der Heldentat starb er an den schweren Verletzungen. Ehre und Ruhm seinem Andenken."

Die Tafel wurde jedoch 1999 entfernt, nachdem Nachforschungen des Deutsch-Russischen Museums in Karlshorst ergaben, dass es einen Soldaten mit diesem Namen nie gegeben hat und die Geschichte an diesem Ort eher eine Erfindung Polewois ist. Dieser schrieb allerdings auch von einer "Eisenstraße" im westlichen Teil Berlins, welche wiederum fälschlicherweise zur Elsenstraße umgedeutet wurde. Zudem wurde zum angegebenen Datum in Treptow schon gar nicht mehr gekämpft.


Die Gedenktafel befindet sich nun im Museum. Heute erinnert an dieser Stelle vor dem Bahnhof nichts mehr an die frühere Mauer.

Щеитере Реттер - Weitere Retter
Dokumenten zufolge haben 1945 noch zwei weitere sowjetische Soldaten deutschen Kindern in Berlin das Leben gerettet. Eindeutig belegt werden kann allerdings nur der Fall von unserem Sergeant Massalow. Diese Tat wird u.a. auch von Marschall Wassili Iwanowitsch Tschuikow in seinen Memoiren erwähnt. Wer die beiden trauernden bewaffneten Soldaten an der Stirnseite der großen, stilisierten Fahnen aus rotem Granit sind, ist übrigens nicht überliefert. Auch nicht, wer hierfür Modell saß. Auf der linken Seite ist es ein älterer, auf der rechten ein junger Soldat.

Ещигер Рухм - Ewiger Ruhm
Das Ehrenmal im Treptower Park, Berlins größte Denkmalanlage, wird uns übrigens noch sehr lange erhalten bleiben. In den Zwei-plus-Vier-Verträgen zur Deutschen Wiedervereinigung verpflichtete sich nämlich die Bundesrepublik den Bestand des Ehrenmals dauerhaft zu gewährleisten, es zu unterhalten und wenn nötig zu reparieren. Nachdem das Ehrenmal von 1968 bis 1974 schon einmal gründlich saniert worden war, wurde die Statue des Rotarmisten von Oktober 2003 bis Mai 2004 nochmals und zwar in einer Werkstatt in Samtens auf Rügen restauriert. An- und Abtransport geschah dabei per Tieflader und Schiff. Kopf und Rumpf wurden übrigens getrennt voneinander transportiert, der Kopf in einem Holzverschlag, um Beschädigungen zu vermeiden. Er wurde dann zuletzt mit einem Kran auf den Körper gesetzt.


Der Kopf vor und nach der Restaurierung (das Foto rechts ist tatsächlich keine Fotomontage!)

Ich selbst wohnte diesem Spektakel damals als Schaulustiger bei und konnte den Bronzekopf des Soldaten sogar mit den Händen berühren, solange dieser noch am Boden stand.

Seit dem Jahr 1995 findet am Ehrenmal alljährlich am 9. Mai eine Gedenkkundgebung mit Blumen- und Kranzniederlegungen statt. Vielleicht schau ich mir auch das einmal an… Aber nun viel Spaß erstmal mit dem Cache!



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Sowjetisches Ehrenmal
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gefunden 31. Dezember 2016 Tiggaro hat den Geocache gefunden

Hier war ich mit debjay unterwegs im Treptower Park und sind auch hier vorbeigekommen.

Vielen Dank für den Cache!

gefunden 31. Dezember 2016 debjay hat den Geocache gefunden

Ich glaube, hier war ich vor Ewigkeiten schon einmal und habe vergessen zu loggen. Am letzten Tag des Jahres verschlug es mich nun noch einmal in die Gegen um dies nachzuholen. Vielen Dank für den Cache!

gefunden 08. Mai 2016 Ralfbert hat den Geocache gefunden

Hier hatte ich heute mal das richtige Händchen und fand das Versteck.
Schöner Ort, und ein wunderbares Fotoshooting mit den Russen hier gehabt, nette Menschen.

gefunden 17. Januar 2016 Chr17ab hat den Geocache gefunden

Heute hatte ich nicht so viel Glück, alles war zugeschneit und man fand einfach nicht, na wenigsten hab ich diesen kleinen Schlingel gefunden, und der Tag war gerettet, so konnten wir befreit zum Event schlendern, hoffentlich finden wir wenigstens das, vielen Dank an hblack fürs Legen und Pflegen und das informative Listing

gefunden 06. April 2015 Williwatch hat den Geocache gefunden

Ein Abgleich von Logs ergab das dieser hier auf GC noch aktiv ist, bzw bei meinem Besuch noch war. Deshalb hoffe ich, auch noch nach der Archivierung hier loggen zu dürfen. 

veni, vidi, signatum

Williwatch