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Virtueller Geocache
Das Nierstein-Astheim-Vulkangebiet (Earthcache)

 Earthcache zwischen Nierstein und Nackenheim

von hmpfgnrrr     Deutschland > Rheinland-Pfalz > Mainz-Bingen

N 49° 53.574' E 008° 20.053' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 1:00 h 
 Versteckt am: 04. Juni 2014
 Veröffentlicht am: 04. Juni 2014
 Letzte Änderung: 01. Januar 2017
 Listing: http://opencaching.de/OC10E47

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Der Weg
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Beschreibung   

Der Oberrheingraben

Die Entstehung des Oberrheingrabens begann im Tertiär vor ca. 55 Mio. Jahren. Damals sah die Landschaft noch komplett anders aus. Den Rhein gab es noch gar nicht, er sollte erst 20 Mio. Jahre später entstehen. In Rheinhessen herrschte tropisches Klima und das Land war von einem Urwald überwuchert. Zudem lag das Landniveau ca. 300 m höher als heute. Zu dieser Zeit begann sich die Erdkruste langsam aufzuwölben, da heißes Gesteinsmaterial aus dem tiefen Erdmantel nach oben geströmt war. Es hatte sich unter ihr ein sog. Manteldiapir gebildet. Wenn das aufsteigende Gesteinsmaterial bis an die Erdoberfläche gelangt, kommt es zu Hotspot-Vulkanismus.

Genau dies geschah vor 55 Mio. Jahren im Gebiet zwischen Nierstein und Astheim, das daher den Namen Nierstein-Astheim-Vulkansystem bekam. An insgesamt sechs (heute bekannten) Stellen bildeten sich damals Vulkane. Dies sei an folgender Abbildung verdeutlicht (entnommen aus [1]). Vulkanische Ausbruchsöffnungen sind durch rote Sterne markiert (gefüllt: basaltisch, offen: pyroklastisch).

Nierstein-Astheim-Vulkansystem

 

Das Kisselwörth-Diatrem

Etwas besonderes ist der im Bild als Kisselwörth Diatrem gekennzeichnete Schlot (Diatrem = Vulkanschlot), da er der einzige Vulkan überhaupt ist, der sich genau auf der Bruchkante befindet, die den Oberrheingraben bildet, und der daher tief in die Erdkruste hinabreicht. Viel ist von ihm jedoch nicht zu sehen, da er sich an der Südspitze der Insel Kisselwörth inmitten des Rheins befindet und man allenfalls bei extremem Niedrigwasser seine Umrisse erkennen kann (seine Lage habe ich bei den Additional Waypoints angegeben). Dies war im Mai 2011 der Fall, als folgendes Bild aufgenommen wurde (entnommen aus [1]). Als gelbe Linie ist darin sein Umriss zu erkennen (bzw. der vermutete Umriss entlang der gestrichelten Linie).

 

Das Kisselwörth-Diatrem hatte einst ein Maar gebildet (wie es sie heute noch in der Eifel gibt). Dabei sind große Mengen Grundwasser unterirdisch mit aufsteigendem Magma in Berührung gekommen. Dies führte zu gewaltigen, thermohydraulischen Explosionen, die die Erdoberfläche trichterförmig einstürzen ließen und im Umkreis von vielen km² alles Leben auslöschten. Beim Kisselwörther Diatrem könnte der Durchmesser dieses Trichters bis zu 2000 m betragen habe. Nach Ende der Explosionen füllte sich der Krater allmählich mit Niederschlags- und Grundwasser, die Tier- und Pflanzenwelt eroberte sich das Gebiet zurück. Da jedoch im Laufe der Jahrmillionen die Landoberfläche um mehr als 300 m abgetragen wurde, sind hier heute keine Fossilien mehr zu finden. Und auch vom Krater/Maar an sich gibt es nichts mehr zu sehen, sondern lediglich die Reste des Vulkanschlots.

 

Der Vulkanschlot im Wingert

Die Listingkoordinate liegt in etwa auf dem südlichsten der auf der Karte in Abbildung 1 eingezeichneten Vulkanschlote. Hier wurde noch Mitte des 19. Jahrhunderts in einem offenen Steinbruch Basalt und andere Tuff-Gesteine für den Straßenbau abgebaut. Da das Gestein jedoch von minderer Qualität war, wurde der Abbau bald eingestellt. Im Laufe der Zeit wurde der Steinbruch verfüllt, so dass man heutzutage allenfalls an ein paar herumliegende Basaltstücken erkennen kann, dass hier einst glutflüssige Lava über die Erde geflossen ist.

 

 

Aufgabe

An der Listingkoordinate findest du eine Infotafel "Der Vulkanschlot im Wingert". Beantworte zum Loggen folgende Frage:

- Wie wird calciumreicher Feldspat genannt?

 

 

Literatur:

[1] Herbert Lutz, Volker Lorenz, Thomas Engel, Friedrich Häfner, Jost Haneke: Paleogene phreatomagmatic volcanism on the western main fault of the northern Upper Rhine Graben (Kisselwörth diatreme and Nierstein–Astheim Volcanic System, Germany); Bulletin of Volcanology, 2013, 75:741

Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): Landschaftsschutzgebiet Rheinhessisches Rheingebiet (Info)

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Logeinträge für Das Nierstein-Astheim-Vulkangebiet (Earthcache)    gefunden 5x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 04. Dezember 2016, 09:22 kruemelhuepfer hat den Geocache gefunden

Bei meiner heutigen Wanderung auf dem Rheinterrassenweg habe ich einen Abstecher hierher gemacht und war erstaunt darüber, wo sich alles ehemalige Vulkane verstecken.
Danke sagt kruemelhuepfer.

gefunden 23. September 2016 Q-Owls hat den Geocache gefunden

Danke für das Zeigen dieses interessanten Ortes.
Leider war der kleine Basaltsteinbruch nicht zu sehen.

Danke für diesen Earthcache!

gefunden 21. August 2016 Riedxela hat den Geocache gefunden

Auf meiner Runde durch die Nackenheimer Weinberge habe ich mir als Endpunkt das Vulkangebiet herausgesucht. Der gesuchte Fachbegriff war schnell entdeckt. Esist schon sehr interessant, was hier im Tertiär losgewesen ist und dass man heute überhaupt nichts mehr davon sieht.

Danke fürs herführen und den virtuellen Cache.

gefunden 18. Februar 2016 following hat den Geocache gefunden

An einem ziemlich sonnigen Wintertag habe ich mich aufs Cachebike geschwungen, um die regionale Geologie zu erkunden. Der Cache befindet sich an einem schön hergerichteten Ort, den ich bislang noch nicht kannte. Dort lies sich auch das Log-Kennwort problemlos finden.

Etwas enttäuscht war ich, dass von den ehemaligen Vulkanaktivitäten gar nichts mehr zu sehen ist; es gibt nur die Erklärung auf der Infotafel und einen symbolisch darunter abgelegten Basaltstab. Hätte ich die Cachebschreibung sorgfältiger gelesen, wäre das nicht passiert. Immerhin kann man hier noch einige Details dazulernen, die nicht im Listing stehen.

Auf dem Rückweg gelang mir dann noch ein Zufallsfund bei einer neuen GC-Dose. Und hier bei OC10E47 hab ich noch einen PETling versteckt. :-) Du kannst auf gut Glück nach ihm suchen oder an einem Vulkan im Mittelmeer.

Danke fürs Zeigen!

Bilder für diesen Logeintrag:
Rastplatz im WeinbergRastplatz im Weinberg

gefunden 05. Juni 2014 achdie hat den Geocache gefunden

Da ich hier auch was machen wollte, ist mir die Stelle ja schon länger bekannt.

Brauchte daher gar nicht mehr hin.