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Jud Süß

von chrisstonycreek     Deutschland > Hessen > Gießen, Landkreis

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 50° 35.093' E 008° 40.462' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: archiviert
 Zeitaufwand: 0:15 h   Strecke: 0.5 km
 Versteckt am: 12. Mai 2005
 Gelistet seit: 15. Dezember 2005
 Letzte Änderung: 08. September 2010
 Listing: http://opencaching.de/OC1221
Auch gelistet auf: geocaching.com 

30 gefunden
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Beschreibung   

PLEASE FEEL FREE TO REQUEST THIS TEXT IN ENGLISH!!!

Dieser Cache führt Euch in die Innenstadt von Gießen. Da es sich um einen Micro handelt, bitte nicht den Stift zum Loggen vergessen. Achtung! Hohes Muggelaufkommen. Darum auch unbedingt den Text wieder so in die Box legen, dass man das Wesentliche von Außen lesen kann.

"Jud Süß"

"Ausgezeichnet geworden. Der erste wirklich antisemitische Film", schrieb Reichspropagandaminister Joseph Goebbels 1939 in sein Tagebuch, nachdem er das Manuskript zu "Jud Süß" gelesen hatte. Persönlich gab er den Spielfilm in Auftrag und überwachte seine Entstehung. Am 5. September 1940 wurde "Jud Süß" auf den Filmfestspielen in Venedig unter großem Beifall des deutsch-italienischen Publikums uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung fand am 24. September in Anwesenheit von Goebbels und anderen hohen Vertretern aus Politik und Film im Berliner Ufa-Palast statt. Unter der Regie von Veit Harlan spielten die Hauptrollen bekannte Schauspieler wie Heinrich George, Kristina Söderbaum und Ferdinand Marian (1902-1946). Mit den Prädikaten "politisch und künstlerisch besonders wertvoll" und "jugendwert" wurde "Jud Süß" in Deutschland zu einem Publikumserfolg, der bis 1945 mehr als 6,2 Millionen Reichsmark einspielte.

Der Film basiert auf historischen Tatsachen: Der Jude Joseph Süß Oppenheimer (1692-1738), Jud Süß genannt, war im 18. Jahrhundert der Finanzberater des württembergischen Herzogs Karl Alexander (1684-1737). Für seine finanzielle Unterstützung des Herzogs erhielt er mehrere Privilegien. Eine rücksichtslose Steuerpolitik, die Karl Alexander auf Anraten Oppenheimers ausübte, führte zu einer Abwehrhaltung der württembergischen Landstände und zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Für diese galt Oppenheimer als Urheber aller Missstände. Nach dem Tod des Herzogs wurde er verhaftet und das Todesurteil gegen ihn ausgesprochen, obwohl keine Beweise für die Anklagepunkte wie Hochverrat, Beraubung der Staatskassen oder Korruption vorlagen. Am 4. Februar 1738 wurde Joseph Süß Oppenheimer vor den Toren Stuttgarts aufgehängt.

Die Lebensgeschichte Oppenheimers war Inhalt verschiedener Filme und Bücher. Lion Feuchtwanger nahm sie zur Grundlage für seinen 1925 veröffentlichten Roman "Jud Süß", der zu einem Welterfolg avancierte. Feuchtwanger zog Parallelen zwischen der Geschichte Oppenheimers zum Leben des 1922 von Rechtsextremisten ermordeten jüdischen Reichsaußenministers Walther Rathenau. Mit seinem Roman fragte Feuchtwanger nach Möglichkeiten einer Assimilierung von Juden in Deutschland. Harlans Verfilmung von "Jud Süß" veränderte dagegen die historischen Tatsachen im antisemitischen Sinn. Der Jude Joseph Süß Oppenheimer vereinigte in seiner Person alle antisemitischen Merkmale wie Habgier, Feigheit, Hinterlist, sexuelle Bedrohung arischer Frauen, Ausbeuterei bis hin zur jüdischen Weltverschwörung.

Die Produktion von "Jud Süß" erfolgte kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Verschärfung der Repressionen gegen Juden in Deutschland. Neben Rundfunk und Presse setzten die Nationalsozialisten nun auch das Medium Film als Propagandamittel ein, um in der deutschen Öffentlichkeit antisemitische Vorurteile zu bekräftigen und schon vorhandene Feindbilder zu verfestigen. Im Gegensatz zum Film "Der ewige Jude" sprach "Jud Süß" die Zuschauer jedoch nicht durch direkte antisemitische Propaganda an. In erster Linie als Unterhaltungsfilm konzipiert, setzte er den Kinobesucher einer subtilen, indirekten Beeinflussung aus. Dies war durchaus erfolgreich: Nach Filmvorführungen kam es vereinzelt zu spontanen Demonstrationen, in denen antisemitische Gesinnungen kundgetan wurden.

In den von Deutschen besetzten Ländern sollte "Jud Süß" eine ähnliche Wirkung erzielen, daher wurde er auch ins Französische, Niederländische, Dänische oder Norwegische synchronisiert. Die gesamte Schutzstaffel (SS) und Polizei bekam den Film per Erlass als Pflichtprogramm zum ermäßigten Eintrittspreis zu sehen. Der nichtjüdischen Bevölkerung in den besetzten Ostgebieten wurde der Film immer dann vorgeführt, wenn Deportationen von Juden bevorstanden.

Im oben genannten Buch wird auch eine Geschichte über Joseph Süß Obbenheimer erwähnt, die in Gießen gespielt hat.

Erzählt wird (S. 264 -267), wie im Jahr 1734 Süß nach Gießen kam und sich im Gasthof "Zum Weißen Roß" einquartierte. Während er einen Bekannten in Gießen besuchte, versuchte der Wirt, ihm einen Streich zu spielen. Er schickte eine NAchricht in die benachbarte Judenherberge und ließ den sogenannten Bletegästen, den Betteljuden für den Sabbat, ausrichten, dass sie sich alle in seinem Haus einfinden sollten, da ein reicher Jude in der Stadt sei, der sie beschenken wolle. Es war Freitag Nachmittag und die Herberge war überbelegt mit armer Juden, die den Schabbes in Gießen feiern wollten. Als Süß von seinem Besuch zurückkam und die Menge armer Glaubensbrüder und -schwestern vorfand, gab er sich keine Blöße und reichte anstandslos die "versprochenen" Almosen dar. - Soweit die in Kurzform dargestellte Gießener Episode Süß Oppenheimers.

Der Gasthof „Zum weißen Ross“ befand sich in der Hausnr. 3, Koordinaten N 50° 35.113 E 8° 40.455. Leider ist das Haus nicht mehr vorhanden, da es in der Bombennacht vom 6. Dezember 1944, wie so viele Häuser in Gießen, zerstört wurde.

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Logeinträge für Jud Süß    gefunden 30x nicht gefunden 1x Hinweis 2x

Hinweis 08. September 2010 Schrottie hat eine Bemerkung geschrieben

Dieser Cache ist auf geocaching.com archiviert und hier nicht mit dem Attribut "OC only" versehen. Das letzte Funddatum liegt lange zurück und die Logs bei geocaching.com lassen darauf schließen, das der Cache nicht mehr existiert. Aus diesem Grunde archiviere ich ihn auch hier. Sollten sich später neue Aspekte ergeben und der Cache wieder aktiviert werden, so kann dies durch den Owner selbstständig über die Funktion "Cache bearbeiten" erfolgen.

Schrottie (OC-Admin)

Hinweis 08. Mai 2010 cisco66 hat eine Bemerkung geschrieben

Der ist seit Februar oder März 2009 bei geocaching.com archiviert.

gefunden 12. März 2010 Rolulla hat den Geocache gefunden

Cool leider konnte ich nicht zugreifen- zu hohes muggelaufkommen- aber ich versuche es natürlich weiter- aber efeu gibts dort nicht mehr- eher die frühlingsblüher- ist er denn noch da???

gruss

rolulla

 

gefunden 02. April 2009 Team Lockentoni hat den Geocache gefunden

Juhu wir haben ihn....Laughing

vor längerer Zeit schon geholt.

Nun auch bei Opencaching gelogt.....Hat Spaß gemacht! Danke fürs Legen , sagt Team lockentoni

gefunden 05. Januar 2009 Nexus69 hat den Geocache gefunden