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Normaler Geocache
Kaufrausch statt Bachrauschen

von Schnatterfleck     Deutschland > Bayern > Nürnberg, Kreisfreie Stadt

N 49° 27.000' E 011° 04.655' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: kann gesucht werden
 Versteckt am: 19. Oktober 2015
 Veröffentlicht am: 19. Oktober 2015
 Letzte Änderung: 07. März 2016
 Listing: http://opencaching.de/OC1270A

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Geokrety-Verlauf

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Zeitlich
Saisonbedingt
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Beschreibung   

Dass die Breite Gasse (für mittelalterliche Verhältnisse) so breit ist, war früher sicher hilfreich, um den Straßenzug trockenen Fußes abschreiten zu können. In der Mitte der Breiten Gasse strömte nämlich ein richtiger Bach: der Fischbach.

Ursprünglich floss der Fischbach (aus dem Lorenzer Reichswald nahe der Ortschaft *Tada!* Fischbach kommend) nicht durch die Stadt, sondern ein gutes Stück flussaufwärts bei der Wöhrder Wiese bereits in die Pegnitz.

Aber große Städte wollen mit Wasser und Energie (etwa für den Betrieb von Mühlen) versorgt werden, und so wurde der Bachlauf in einer Art mittelalterlichem Geo-Engineering ab dem 13. Jhdt. radikal umgelenkt, floss nun über St. Peter und Galgenhof am heutigen Bahnhof vorbei bis zur Stadtmauer am Sterntor (das damals noch nicht existierte).

Dort gab es dann eine kleine Hürde zu überwinden: Der Bach wurde mithilfe einer hölzernen Trogbrücke über den Stadtgraben geführt. (Später im 16. Jhdt. wurde dort zufällig eine Trinkwasserquelle entdeckt - dank Fischbach-Mühlrad praktischerweise bald mit Hebewerk und Wasserturm erschlossen)

Den Verlauf des Fischbachs in der Innenstadt kann man gut der Bienkarte aus dem Jahr 1625 entnehmen (unten seht Ihr einen Ausschnitt). Oben links erkennt man die Trogbrücke über den Stadtgraben, danach führt der Bach als blaue Linie nach unten, der heutigen Vorderen Sterngasse entlang.
Ein Stück nach dem Hallplatz teilt sich der Bachlauf - der südliche Teil führt an Eurem Standort (grüner Punkt) vorbei die Breite Gasse entlang, der nördliche Teil weiter zur Karolinengasse.

Auf der rechten Seite erkennt man, wie sich die beiden Bacharme am Weißen Turm wieder vereinigten.
Im Bogen floss der Bach dann Richtung Hutergasse und Kaiserstraße, wo er jeweils ein Mühle (die Almosen- und die Krötenmühle) antrieb.

Allerdings ging man im Mittelalter nicht gerade zimperlich mit der Resource Wasser um. Schon vor der Stadt wurde der Bach von Wäschern, Färbern und Gerbern genutzt, und nahm auf seiner Reise verschiedenste unappetitliche Abwässer auf - Was die Nürnberger aber nicht davon abhielt kurz vor der Mündung des Baches noch eine Badestube am Weißen Turm einzurichten...

Als Mitte des 19. Jhdt in Nürnberg erstmalig die Cholera ausbrach, gab es dann auch die meisten Opfer in den südlichen Stadtgebieten, speziell im Bereich des Fischbachs. In den folgenden Jahren begann man dann zunehmend die Zusammenhänge der Krankheitsausbreitung zu verstehen, bei der das verunreinigte Wasser eine zentrale Rolle einnimmt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fischbach allerdings bereits seinen Weg unter die Erde angetreten - mit der zunehmend dampfgetriebenen Industrialisierung Nürnbergs war seine Bedeutung ohnehin nicht mehr so groß.

Eine wichtige Abschiedsrolle spielte er allerdings noch: Über einen in der Almosenmühle installierten Generator lieferte er 1882 die Energie für Deutschlands erste dauerhafte elektrische Straßenbeleuchtung.

Heute fließt der Fischbach nicht mehr durch die Innenstadt - nachdem er den Dutzendteich speist, wird er in den Goldbach umgeleitet und mündet wieder etwa dort, wo er es vor über 800 Jahren schon einmal tat.

Das ehemalige Bachbett des Fischbachs existiert aber unterirdisch wohl immer noch und ist nun Teil der Kanalisation.

Schaut also einmal auf den Boden zu Euren Füßen und versucht in der Hektik der Einkaufsstraße das leise Nachplätschern eines Baches zu erlauschen, der hier über 600 Jahre lang vorbei floss...

 

Das Cacheversteck liegt natürlich maximal vermuggelt (zumindest zu den üblichen Ladenöffnungszeiten  ;-) ), allerdings ist das Versteck ein sehr tarn- und hebefreundliches.
Erfahrene Cacher werden es sofort entdecken, für weniger Erfahrene gibt es den Hint.

Der Cache ist ein Mikro, also bitte Stift selbst mitbringen!

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Evat - Eeevvvvaat!

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Ausschnitt Bienkarte 1625
Ausschnitt Bienkarte 1625

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Logeinträge für Kaufrausch statt Bachrauschen    gefunden 33x nicht gefunden 1x Hinweis 0x Wartung 4x

gefunden 15. November 2016, 20:59 Die Spürnasen C hat den Geocache gefunden

Ein super schneller Hin und Mit, TFTC

gefunden 21. Oktober 2016, 13:28 RD07a hat den Geocache gefunden

Dank längerer Umstiegspause blieb heute etwas Zeit, um mal wieder durch die Stadt zu schlendern und dabei nach dem ein oder anderen Cache Ausschau zu halten. Erfreulicherweise gibt es hier ja einige OCs :-)

Die Geschichte des Fischbachs konnte ich bereits vorher im Zug in Ruhe studieren und dann zielgerecht dorthin laufen. Wie gut, dass man heute dort trockenen Fußes und ohne Geruchsbelästigung entlangflanieren kann :-)

Ein Plätschern konnte ich vorort nicht vernehmen, dafür war mir der Verstecktyp durchaus vertraut, so dass der Zugriff trotz vieler Muggels schnell und unauffällig erfolgen konnte.

Danke fürs die ausführliche und interessante Beschreibung und Grüße aus Bonn, NRW.

gefunden 08. Oktober 2016, 22:34 Lemmy-OL hat den Geocache gefunden

Ein Wochenende in Nürnberg. Heute war Bummeln in der City dran, und wenn mann schon mal da ist dann dürfen ein paar Dosen auch nicht fehlen. Diese war auch dabei. Schnell war klar wo er sein mußte aber vor Muggels gar nicht so einfach sie zu heben. Da dies aber nicht der erste dieser Art war den ich gesucht habe war er mit ein wenig Tarnung und Zugriff im rechten Moment trotzdem schnell geborgen. Schöne Grüße aus dem Lk Oldenburg. DFDC

gefunden 08. September 2016, 19:50 Schwan-II hat den Geocache gefunden

Cache trotz vieler Muggel und dank des Hinweises nach kurzer Suche gleich gefunden.

gefunden 17. August 2016 Jan_Peter hat den Geocache gefunden

Vielen Dank für diesen Cache und die nette Beschreibung dazu. Diese Dose konnte ich "so nebenbei" noch eben loggen während der weibliche Teil der Familie in den nahegelegenen Kaufhäusern wühlte und Geld ausgab. Diese Art von Versteck kannte ich schon, sodass ich hier sehr schnell und daher hoffentlich unbemerkt zugreifen konnte. In einer ruhigeren Ecke wurde dann der Logbucheintrag vorgenommen bevor der Cache genau so schnell wieder verstaut wurde. Als "OC only" hat er vermutlich tatsächlich einer längere Überlebenschance, da er nicht ganz so häufig gefunden wird und damit die muggelgefahr geringer ausfällt.