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Rätselcache
Berliner Totentanz

von Mortes Porta Vitae     Deutschland > Berlin > Berlin

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 52° 30.400' E 013° 20.200' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: archiviert
 Strecke: 16 km
 Versteckt am: 09. Januar 2006
 Gelistet seit: 09. Januar 2006
 Letzte Änderung: 13. Juni 2011
 Listing: http://opencaching.de/OC1505
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Beschreibung   

Geschichte:

Im Mittelalter war der Tod allgegenwaertig. Die Lebenserwartung war gering und die Kindersterblichkeit hoch. Dazu kamen Kriege und Seuchen. In den Jahren 1347 bis 1353 starb zirka ein Drittel der Europaeer an den Folgen von Pest und Unterernaehrung. Pestkranke sollen in ihren Haeusern eingemauert worden sein, angeblich sogar lebendig begraben. Hexenverbrennungen war eine Alltaeglichkeit. Zu dieser Zeit kam es an diversen Orten in Europa zur so genannten "Tanzwut". Massen der Bevoelkerung wurden von einer ausschreitenden Vergnuegungs- und Genusssucht befallen, die mit ihren nervoesen Krankheitserscheinungen und sexuellen Ausschreitungen Anstoß erregten. In Italien entstand damals z.B. die Tarantella, ein wilder Tanz, dessen Extase angeblich durch den Stich einer Tarantel hervorgerufen wurde, wohl aber eher auf die Tanzwut zurueckzufuehren ist.

 

 

Was hat dies mit dem Totentanz zu tun? Einige Berichte beschreiben Situationen, in denen sich Menschen im woertlichen Sinn zu Tode getanzt haben; ein sicher schreckliches Bild, das sich bot, und als Erklaerung einen Tanz mit dem - fuer die anderen unsichtbaren - Tod nahe legte. Das darf als endgueltiger Ausloeser fuer das Aufkommen einer speziellen Gattung von Bild- und Dichtwerken, den Totentaenzen, betrachtet werden. Unter dem vorherrschenden Bilde des Tanzes allegorischer Gruppen wird die Macht des Todes ueber das Menschengeschlecht veranschaulicht. Weit verbreitet in ganz Europa war im 13. und 14. Jahrhundert die Erzaehlung von den drei Toten und den drei Lebenden: wie auf die Jagd drei edle Juenglinge im Walde auf drei halbverweste Leichname stoßen und von ihnen traurige Lehre ueber die Nichtigkeit des Daseins und die Allmacht des Todes empfangen. Bei Totentaenzen in der urspruenglichen, kuenstlerischen Form handelt es sich um bildliche Darstellungen die an Kirchhofsmauern angebracht wurden. Dementsprechend steht auch ihre Funktion im Dienst des kirchlichen Dogmas: Die Abbildungen des Todes, wie er tanzend den Mensch ins Jenseits fuehrt, sollen die Kirchgaenger an ein gottgefaelliges, frommes Leben mahnen. Damit reagierte die Kirche ihrerseits auf eine sich verselbstaendigende Tanzwut des Volkes im Mittelalter. Man glaubte, durch das Tanzen als eine Form des Abwehrzaubers, dem Tod Einhalt gebieten zu koennen. Dieser Glaube geht auf tradiertes mystisches Gedankengut zurueck, das in Zeiten der Pest und damit der Allgegenwaertigkeit des Todes einen Hoehepunkt erlebte. Die Kirche instrumentalisierte nun das Phaenomen des tanzenden Todes fuer ihre Zwecke, um das Ablaufen ihrer Juenger in andere, obskur erscheinende Glaubensgemeinschaften und Sekten zu verhindern. Sie bezeichnete die Gesaenge und Taenze, die haeufig auf Volksfesten und Kirchhoefen abgehalten wurden, als unkeusch und teuflisch. Sie erkannte aber auch das enorme Potential dieser Totentaenze, die dem Volk Halt zu geben schienen in einer Epoche enormer Verwirrung. Um die eigene stabilisierende Funktion im Sozialgefuege halten zu koennen, instrumentalisierte die Kirche die Totentaenze folglich und gab ihnen eine stark moralisierende Form. Im Zentrum des Bildes steht zunaechst der tanzende und musizierende Tod vor dem Hintergrund einer Kirche oder eines Friedhofs. Der Tod buhlt um die Lebenden, die sich ihm zunaechst verweigern. Er fordert sie zum Tanz auf, was sowohl im Text als Frage und Antwort-Paar und bildlich im Paar- oder auch Reigentanz dargestellt wird. Die abgebildeten Menschen stehen symbolisch fuer jeweils eine gesellschaftliche Gruppe, sie sind Staendevertreter. Die Reihung geht dabei in der Regel vom Papst ueber den Koenig, den Kaufmann, den Bauer bis hin zum Bettler. Der Tod tanzt entweder einzeln mit jedem Staendevertreter einen Paartanz oder im Reigen mit allen, also jeweils der Tod und seine Gehilfen mit einem Menschen. Die appellative und mahnende Funktion der Totentaenze wird bildlich haeufig durch einen Prediger dargestellt.

Auf den Tanz verweisen zahlreiche Musikinstrumente und zwar solche, die als teuflisch gelten: Trommeln, Pauken, Floeten, Dudelsack usw. Auch die Sanduhr als Symbol der verrinnenden oder abgelaufenen Zeit findet sich haeufig. Gern gesehene Figuren sind auch AErzte und Apotheker, die trotz ihrer heilenden Funktion dem Tod keinen Einhalt gebieten koennen. Dies verdeutlicht die zentrale Aussage aller Totentaenze: Jeder wird sterben, unabhaengig vom gesellschaftlichen Rang. Worauf es ankommt ist die richtige Vorbereitung auf das Leben nach dem Tod. Denn der Tod fuehrt die Suendiger auf Bildern stets nach links in die ewige Verdammnis, die Frommen dagegen nach rechts, der himmlischen Seite.

 

Die Aufgabe:

Die obigen Koordinaten haben keine Bedeutung fuer diesen Cache. Finde drei bildliche Darstellungen des Totentanzes in Berlin.

Der Zugang zu allen Orten ist zu bestimmten Zeiten kostenfrei, man muss nur die OEffnungszeiten beachten.

An Ort 2 kommt man nicht immer hinein, deswegen habe ich mich mit den Fragen auf den Außenbereich bezogen. Man kann sich hier aber den Schluessel borgen und hineingehen. Informationen dazu vor Ort.

Im idealsten Fall sind ca. 15-16 km zurueckzulegen. Man muss sich zu den Orten begeben, allein durch das Internet ist die Aufgabe nicht zu loesen. Aber anhand der Fragen kann und soll man erahnen was zu suchen ist. Nur WO?
 

Ort 1:

a = Anzahl der gotischen Eingangsportale
b = Anzahl der Figuren in der Holzschnitzerei in dem Schrein (Ende des 15. Jahrh.)
c = Wann wurde die Kanzel geweiht?
d = Wie viele Drachen tragen das Taufbecken im Altarraum?
e = In welchem Jahr starb Philippine der hier ein Epigraph gewidmet ist.

 
Ort 2:

f = Anzahl der Lampen an der Rampe
g = Anzahl der Stufen die zum Eingang fuehren
h = Anzahl der Baeume die quer vor dem Eingang gepflanzt sind
i = Anzahl der Fahrradstaender

 
Ort 3:

j = Anzahl der Moenche mit Tonsur (auch die schwache)
k = Anzahl der Skulpturen auf den Saeulen
l = Anzahl der Kerzen
m = Anzahl der Faesser
n = Anzahl der Personen im Innengang (sie schauen nicht was vorne passiert)
o = Anzahl der rechteckigen Segmente der Bruestung des Balkons rechts oben
p = Anzahl der Rechtecke ueber Dir
q = Anzahl der Voegel (genau zaehlen! Es ist eine gerade Zahl)
r = Anzahl der Baeumchen im Innenhof


Der Cache ist zu Fuß von einem der Orte zu erreichen und liegt bei:

N 52° v.w E 13° x.y

v = g*h/d
w = (c – e + f)*((l*g) + a + m)+(n/2)
x = j + n
y = p + (k*(q-r+b)*i)-(l*o)-(b*i)

Ich hoffe Ihr habt Freude an dem Cache.

English description on request.

Bilder

Spoiler
Spoiler

Hilfreiches

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Logeinträge für Berliner Totentanz    gefunden 6x nicht gefunden 0x Hinweis 4x

gefunden 26. April 2009 Muskratmarie hat den Geocache gefunden

Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen, und die Recherche hat mir viel gebracht, nicht nur Spaß. Leider wird eine der Stationen gerade renoviert, aber alle Aufgaben waren zu finden. Noch eine Station ist z. Zt. weg, also konnte ich detektivisch tätig sein, was leider nur zum Teil gelang. Trotzdem durfte ich den Cache suchen. Danke an den Owner für alles, auch daß ich noch schnell loggen durfte. Hoffentlich ist das nur eine Pause für diesen wunderschönen Cache und nicht das Ende!
Das Döschen war wieder mal ausgebuchst und lag abseits, trotzdem habe ich den Schlingel gefunden. Innen ist alles ziemlich naß und ein Loggen war unmöglich. Ich habe deshalb ein trockenes Zettelchen gut in Plastik eingewickelt hinein getan.
TFTC!

Hinweis 15. Oktober 2006 Mortes Porta Vitae hat eine Bemerkung geschrieben

Ich habe mir heute den Finalort nochmals angesehen und denke das dies wirklich ein Schlafplatz für Obdachlose sein kann. Da der Final nun schon zweimal weggekommen ist habe ich mich entschlossen hier nur noch einen Mikro zu verstecken. Einen neuen Ort in der Gegend zu finden ist nicht so einfach. Daher bleibe ich bei dem Versteck. Die Aufgabe ist zwar für einen Mikro nicht adequat, aber ich hoffe sie das trotzdem Spass macht.

Oliver

Hinweis 02. August 2006 Mortes Porta Vitae hat eine Bemerkung geschrieben

Ich hatte es doch im Gefühl... Frisch gemuggelt. Da es nun schon das zweite Mal ist überlege ich mir etwas Neues. Möge dem Entwender die Hand abfaulen

gefunden 07. Juni 2006 BugsBunny&Co hat den Geocache gefunden

#595 15.55 h
Schön, dass er wieder da ist, sonst wären ja unsere ganzen Recherchen umsonst. Hat Spaß gemacht.

rein: Oral-B Zahnseide
raus: Dichtungssatz

Vielen dank und schöne Grüße
BugsBunny&Co

Hinweis 05. Juni 2006 Mortes Porta Vitae hat eine Bemerkung geschrieben

So nun liegt er endlich wieder. Ich hoffe das er Cache diesmal etwas länger liegt. Bitte wieder gut Verstecken.

Oliver