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Der Schimmelreiter von Arheilgen

 Frei nach dem Buch "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm

von Darmstaedter     Deutschland > Hessen > Darmstadt, Kreisfreie Stadt

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 49° 54.780' E 008° 38.750' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: normal
Status: archiviert
 Zeitaufwand: 1:30 h   Strecke: 2.3 km
 Versteckt am: 07. Januar 2010
 Gelistet seit: 09. Januar 2010
 Letzte Änderung: 10. März 2010
 Listing: http://opencaching.de/OC9C8E
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Gefahren
Infrastruktur
Zeitlich
Saisonbedingt
Benötigt Werkzeug
Personen

Beschreibung   

Der Cache besucht die Orte des Wirkens von Hauke Haien, dem späteren Deichgrafen. Das Buch ist frei verfügbar im Internet, aber Lesen ist kein Muss. Ein Geodreieck und ein Lot oder ein sonstiger Neigungsmesser ist von Vorteil. Wege sind größtenteils T1.5. Nur zum Final muss man Klettern – ist allerdings vergleichsweise einfach und sicher. Das TTF-Kind ist da auch schon sicher hoch gekommen. Bei jedem Wetter lösbar, auch im tiefen Schnee.

1. Der junge Hauke Haien

N 49° 54.780 E 08° 38.750

Und der Junge karrte; aber den Euklid hatte er allzeit in der Tasche, und wenn die Arbeiter ihr Frühstück oder Vesper aßen, saß er auf seinem umgestülpten Schubkarren mit dem Buche in der Hand. Und wenn im Herbst die Fluten höher stiegen und manch ein Mal die Arbeit eingestellt werden mußte, dann ging er nicht mit den andern nach Haus, sondern blieb, die Hände über die Knie gefaltet, an der abfallenden Seeseite des Deiches sitzen und sah stundenlang zu, wie die trüben Nordseewellen immer höher an die Grasnarbe des Deiches hinaufschlugen; erst wenn ihm die Füße überspült waren und der Schaum ihm ins Gesicht spritzte, rückte er ein paar Fuß höher und blieb dann wieder sitzen. Auch als zu Ende Oktobers die Deicharbeit vorbei war, blieb der Gang nordwärts nach dem Haff hinaus für Hauke Haien die beste Unterhaltung; den Allerheiligentag, um den herum die Äquinoktialstürme zu tosen pflegen, erwartete er wie heut die Kinder das Christfest. Stand eine Springflut bevor, so konnte man sicher sein, er lag trotz Sturm und Wetter weit draußen am Deiche mutterseelenallein; und wenn die Möwen gackerten, wenn die Wasser gegen den Deich tobten und beim Zurückrollen ganze Fetzen von der Grasdecke mit ins Meer hinabrissen, dann hätte man Haukes zorniges Lachen hören können. »Ihr könnt nichts Rechtes«, schrie er in den Lärm hinaus, »so wie die Menschen auch nichts können!« Und endlich, oft im Finstern, trabte er aus der weiten Öde den Deich entlang nach Hause, bis seine aufgeschossene Gestalt die niedrige Tür unter seines Vaters Rohrdach erreicht hatte und darunter durch in das kleine Zimmer schlüpfte. Manchmal hatte er eine Faust voll Kleierde mitgebracht; dann setzte er sich neben den Alten, der ihn jetzt gewähren ließ, und knetete bei dem Schein der dünnen Unschlittkerze allerlei Deichmodelle, legte sie in ein flaches Gefäß mit Wasser und suchte darin die Ausspülung der Wellen nachzumachen, oder er nahm seine Schiefertafel und zeichnete darauf das Profil der Deiche nach der Seeseite, wie es nach seiner Meinung sein mußte.

»Unsere Deiche sind nichts wert!«, sagte Hauke nicht zum ersten Mal.
- »Was für was, Junge?«, fragte der alte Tede Haien.
»Die Wasserseite ist zu steil«, sagte er; »wenn es einmal kommt, wie es mehr als einmal schon gekommen ist, so können wir hier auch hinterm Deich ersaufen!«

Du stehst auf dem Hauke-Haien Deich. Im Mittel kannst Du hier alle Viertelstunde rot-weiße, lange Fischkutter beobachten, wie sie von Norden oder Süden kommend hier anlanden. Du kannst Dich von ihnen mitnehmen lassen, wenn Du willst. Ein paar Meter nordöstlich führt ein Weg hinab. Welche Steigung hat Hauke als sicher betrachtet? Messe die Steigung A des Deiches in dem Du Deinen Neigungsmesser auf das unterste, schräge Geländer(rohr) setzt. Runde auf die nächste Zahl der Liste (A=10°, 20°, 30°, 45°, 60°). Zufälligerweise entspricht das genau der (Anzahl Stufen der untersten Treppe) mal (Anzahl der Treppen). B=Anzahl Stufen der obersten Treppe. Folge anschließend dem windgeschützten, mittleren Deichpfad östlich des Deiches.

A=Neigungwinkel Hauke-Haien Deich=??
B=Stufenanzahl der obersten von mehreren Treppen=?

2. Die Kate der alten Trin’ Jans

N 49° 54.(A*20+54) E 08° 38.(B)(B-2)0

Als [Hauke] heute, seine Jacke auf der Schulter, heimging, trug er nur einen ihm noch unbekannten, aber wie mit bunter Seide und Metall gefiederten Vogel mit nach Hause, und der Kater mauzte wie gewöhnlich, als er ihn kommen sah. Aber Hauke wollte seine Beute - es mag ein Eisvogel gewesen sein - diesmal nicht hergeben und kehrte sich nicht an die Gier des Tieres.
»Umschicht!« rief er ihm zu, »heute mir, morgen dir; das hier ist kein Katerfressen!«
Aber der Kater kam vorsichtigen Schrittes herangeschlichen; Hauke stand und sah ihn an, der Vogel hing an seiner Hand, und der Kater blieb mit erhobener Tatze stehen. Doch der Bursche schien seinen Katzenfreund noch nicht so ganz zu kennen; denn während er ihm seinen Rücken zugewandt hatte und eben fürbaß wollte, fühlte er mit einem Ruck die Jagdbeute sich entrissen, und zugleich schlug eine scharfe Kralle ihm ins Fleisch. Ein Grimm, wie gleichfalls eines Raubtiers, flog dem jungen Menschen ins Blut; er griff wie rasend um sich und hatte den Räuber schon am Genicke gepackt. Mit der Faust hielt er das mächtige Tier empor und würgte es, daß die Augen ihm aus den rauhen Haaren vorquollen, nicht achtend, daß die starken Hintertatzen ihm den Arm zerfleischten.
»Hoiho!« schrie er und packte ihn noch fester; »wollen sehen, wer's von uns beiden am längsten aushält!«

Du wirst Zeuge dieser Begebenheit und stehst an der Hütte der alten Trin’ Jans, die ihren weißen Angorakater abgöttisch liebt. Deshalb hat sie für ihn vor Ihrer Hütte einige (C) Wollknäul zum Spielen aufgehängt. Südlich von ihrer Kate befindet sich ein Schifftau, aus dem sie einen großen Korb geflochten hat und einige (D) Fischernetze sind jenseits davon zum Trocken aufgehängt.

C=Anzahl Wollknäul=?
D=Anzahl Fischernetze=? (südlichestes zählt als eins)

3. Wienkes Hündlein

N 49° 54.(C-4)(B)(0) E 08° 38.(B)(D)(D)

»Ausgehalten, Leute! Ausgehalten!« schrie [der Deichgraf] zu ihnen hinab. »Nur einen Fuß noch höher; dann ist's genug für diese Flut!« Und durch alles Getöse des Wetters hörte man das Geräusch der Arbeiter; das Klatschen der hineingestürzten Kleimassen, das Rasseln der Karren und das Rauschen des von oben hinabgelassenen Strohes ging unaufhaltsam vorwärts; dazwischen war mitunter das Winseln eines gelben Hundes laut geworden, der frierend und wie verloren zwischen Menschen und Fuhrwerken herumgestoßen wurde; plötzlich aber scholl ein jammervoller Schrei des kleinen Tieres von unten aus der Schlucht herauf. Hauke blickte hinab; er hatte es von oben hinunterschleudern sehen; eine jähe Zornröte stieg ihm ins Gesicht.
»Halt! Haltet ein!« schrie er zu den Karren hinunter; denn der nasse Klei wurde unaufhaltsam aufgeschüttet.
»Warum?« schrie eine rauhe Stimme von unten herauf; »doch um die elende Hundekreatur nicht?«
»Halt! sag ich«, schrie Hauke wieder; »bringt mir den Hund! Bei unserm Werke soll kein Frevel sein!«
Eine Hand schlug sanft auf seine Schulter, als wäre es die Hand des alten Jewe Manners; doch als er umsah, war es nur ein Freund des Alten. »Nehmt Euch in acht, Deichgraf!« raunte der ihm zu, »Ihr habt nicht Freunde unter diesen Leuten; laßt es mit dem Hunde gehen!«
Der Wind pfiff, der Regen klatschte; die Leute hatten die Spaten in den Grund gesteckt, einige sie fortgeworfen. Hauke neigte sich zu dem Alten. »Wollt ihr meinen Schimmel halten, Harke Jens?« frug er; und als jener noch kaum den Zügel in der Hand hatte, war Hauke schon in die Kluft gesprungen und hielt das kleine winselnde Tier in seinem Arm; und fast im selben Augenblick saß er auch wieder hoch im Sattel und sprengte auf den Deich zurück. Seine Augen flogen über die Männer, die bei den Wagen standen.
»Wer war es?« rief er. »Wer hat die Kreatur hinabgeworfen?«
Einen Augenblick schwieg alles, denn aus dem hageren Gesicht des Deichgrafen sprühte der Zorn, und sie hatten abergläubische Furcht vor ihm. Da trat von einem Fuhrwerk ein stiernackiger Kerl vor ihn hin.
»Ich tat es nicht, Deichgraf«, sagte er und biß von einer Rolle Kautabak ein Endchen ab, das er sich erst ruhig in den Mund schob; »aber der es tat, hat recht getan; soll EuerDeich sich halten, so muß was Lebiges hinein!«
- »Was Lebiges? Aus welchem Katechismus hast du das gelernt?«
»Aus keinem, Herr!« entgegnete der Kerl, und aus seiner Kehle stieß ein freches Lachen; »das haben unsere Großväter schon gewußt, die sich mit Euch im Christentum wohl messen durften! Ein Kind ist besser noch; wenn das nicht da ist, tut's auch ein Hund!«
»Schweig du mit deinen Heidenlehren«, schrie ihn Hauke an, »es stopfte besser, wenn man dich hineinwürfe.«

Hier beobachtest Du, wie die Deicharbeiter ein kleines Hündchen vergraben wollen. Deichgraf Hauke rettet es und schenkt es seinem geistig behinderten Töchterlein Wienke als Spielgefährten. Der Hund wohnt in einer Hundehütte. In welcher? Hat da nicht jemand über dem Eingang die dreibuchstabige Bezeichnung für den Hund geschmiert? Seine Hundemarke hat sich zu einer anderen Hütte verirrt. Findest Du sie? Vorsicht! Im Osten schlängelt sich eine große Schlange auf dem Boden entlang. Meide jenen Bereich.

E=Zahlenwert (a=1, b=2, …) des 1. Buchstaben (Bezeichner hat 3 Buchstaben, Buchstaben sind dick umrandet)
FGH=dreistellige Zahl unterhalb der Mitte der Hundemarke (Quersumme 9)=???

4. Blick vom Deich auf die Hallig Jeverssand

N 49° 54.(F+2)(F)(0) E 08° (H+2)(G)(0)

Wenn man auf dem Deiche stand, sah man ein paar tausend Schritt ins Wattenmeer hinaus und etwas weiter von dem gegenüberliegenden Marschufer entfernt eine kleine Hallig, die sie ›Jeverssand‹ oder auch ›Jevershallig‹ nannten. Von den derzeitigen Großvätern war sie noch zur Schafweide benutzt worden, denn Gras war damals noch darauf gewachsen; aber auch das hatte aufgehört, weil die niedrige Hallig ein paarmal, und just im Hochsommer, unter Seewasser gekommen und der Graswuchs dadurch verkümmert und auch zur Schafweide unnutzbar geworden war. So kam es denn, daß außer von Möwen und den andern Vögeln, die am Strande fliegen, und etwa einmal von einem Fischadler, dort kein Besuch mehr stattfand; und an mondhellen Abenden sah man vom Deiche aus nur die Nebeldünste leichter oder schwerer darüber hinziehen. Ein paar weißgebleichte Knochengerüste ertrunkener Schafe und das Gerippe eines Pferdes, von dem freilich niemand begriff, wie es dort hingekommen sei, wollte man, wenn der Mond von Osten auf die Hallig schien, dort auch erkennen können.

Es war zu Ende März, als an dieser Stelle nach Feierabend der Tagelöhner aus dem Tede Haienschen Hause und Iven Johns, der Knecht des jungen Deichgrafen, nebeneinanderstanden und unbeweglich nach der im trüben Mondduft kaum erkennbaren Hallig hinüberstarrten; etwas Auffälliges schien sie dort so festzuhalten. Der Tagelöhner steckte die Hände in die Tasche und schüttelte sich. »Ei was, es ist eine lebige Kreatur, eine große! Wer, zum Teufel, hat sie nach dem Schlickstück hinaufgejagt! Sieh nur, nun reckt's den Hals zu uns hinüber! Nein, es senkt den Kopf, es frißt! Ich dächt, es wär dort nichts zu fressen! Was es nur sein mag?« Der Knecht hob den Arm und wies stumm nach der Hallig. »Oha!« flüsterte der Junge; »da geht ein Pferd - ein Schimmel - das muß der Teufel reiten - wie kommt ein Pferd nach Jevershallig? Wir haben im Dorf so große Böte gar nicht! Vielleicht auch ist es nur ein Schaf; Peter Ohm sagt, im Mondschein wird aus zehn Torfringeln ein ganzes Dorf. Nein, sieh! Nun springt es - es muß doch ein Pferd sein!«
»Es wird heller«, sagte der Knecht, »ich sehe deutlich die weißen Schafgerippe schimmern!«
»Ich auch«, sagte der Junge und reckte den Hals, dann aber, als komme es ihm plötzlich, zupfte er den Knecht am Ärmel. »Iven«, raunte er, »das Pferdsgerippe, das sonst dabeilag, wo ist es? Ich kann's nicht sehen!

Du bist Carsten. Geniesse den weiten Blick nach Westen über das Meer. Lasse Dir die steife Brise um die Ohren wehen. Manchmal, besonders bei Frost und auch in der Spargelzeit siehst Du hier Schaumkronen, die weiß auf den Wellen tanzen. Schließe die Augen und Du hörst das gemächlich aufbrausende Meeresrauschen. Unten direkt am Strand entdeckst Du einen hohen Pfosten mit zwei untereinander gesetzten schwarzen Zahlen auf weißem Grund: II und K (Quersumme 14). Blicke Richtung (I-4)(I-4)(0)° (true north). In geschätzten tausend Schritt (0,5 m) Entfernung erkennst Du die Hallig Jeverssand und willst Ihr Geheimnis ergründen. Gehe weiter oben auf dem Deich entlang und dann die Treppe hinunter zum Boot.

II und darunter K=IIK=zwei und einstellige Zahl zu einer dreistelligen zusammen gezogen=???

5. Das Boot

N 49° 54.(IIK-152) E 08° 38.(IIK-128)

»Nun, Carsten, wie ist's?« sagte der Knecht. »Juckt's dich noch, hinüberzufahren?«
Carsten besann sich einen Augenblick; dann klatschte er mit seiner Peitsche in die Luft. »Mach nur das Boot los, Iven!« Drüben aber war es, als hebe, was dorten ging, den Hals und recke gegen das Festland hin den Kopf. Sie sahen es nicht mehr; sie gingen schon den Deich hinab und bis zur Stelle, wo das Boot gelegen war.
»Nun, steig nur ein!« sagte der Knecht, nachdem er es losgebunden hatte. »Ich bleib, bis du zurück bist! Zu Osten mußt du anlegen; da hat man immer landen können!«
Und der Junge nickte schweigend und fuhr mit seiner Peitsche in die Mondnacht hinaus.

Das Boot ist am Siel festgemacht, der durch ein schmiedeeisernes Gitter verschlossen ist. Die kleine Brücke über dem Siel hat die Bauwerksnummer LMM. Folge mit dem Boot zunächst dem Priel vor dem Siel und biege nach knapp 100 m ab. Fahre die Ostküste der Hallig entlang, und schau, wo Du anlanden kannst. Gehe dann zum „Pferd“.

LMM=Bauwerksnummer (Quersumme 8)=???

6. Auf der Hallig Jeverssand bei den Skeletten

N 49° 54.(LMM + 106) E 08° 38.(LMM-64)

Bald sah [der Knecht], wie drüben bei einer schroffen, dunkeln Stelle, an die ein breiter Priel hinanführte, das Boot sich beilegte und eine untersetzte Gestalt daraus ans Land sprang. Mehrere hundert Schritte nordwärts sah er, was sie für einen Schimmel angesehen hatten; und jetzt! - ja, die Gestalt des Jungen kam gerade darauf zugegangen. Nun hob es den Kopf, als ob es stutze; und der Junge - es war deutlich zu hören - klatschte mit der Peitsche. Aber - was fiel ihm ein? Er kehrte um, er ging den Weg zurück, den er gekommen war. Das drüben schien unablässig fortzuweiden, kein Wiehern war von dort zu hören gewesen; wie weiße Wasserstreifen schien es mitunter über die Erscheinung hinzuziehen. Der Knecht sah wie gebannt hinüber. Da hörte er das Anlegen des Bootes am diesseitigen Ufer, und bald sah er aus der Dämmerung den Jungen gegen sich am Deich heraufsteigen.
»Nun, Carsten«, frug er, »was war es?«
Der Junge schüttelte den Kopf »Nichts war es!« sagte er. »Noch kurz vom Boot aus hatt ich es gesehen; dann aber, als ich auf der Hallig war - weiß der Henker, wo sich das Tier verkrochen hatte, der Mond schien doch hell genug; aber als ich an die Stelle kam, war nichts da als die bleichen Knochen von einem halben Dutzend Schafen, und etwas weiter lag auch das Pferdsgerippe mit seinem weißen, langen Schädel und ließ den Mond in seine leeren Augenhöhlen scheinen!«
»Hm!« meinte der Knecht; »hast auch recht zugesehen?«
»Ja, Iven, ich stand dabei; ein gottvergessener Kiewiet, der hinter dem Gerippe sich zur Nachtruh hingeduckt hatte, flog schreiend auf, daß ich erschrak und ein paarmal mit der Peitsche hintennach klatschte.«
»Und das war alles?«
»Ja, Iven; ich weiß nicht mehr.«
»Es ist auch genug«, sagte der Knecht, zog den Jungen am Arm zu sich heran und wies hinüber nach der Hallig. »Dort, siehst du etwas, Carsten?«
»Wahrhaftig, da geht's ja wieder!«
»Wieder?« sagte der Knecht; »Ich hab die ganze Zeit hinübergeschaut, aber es ist gar nicht fortgewesen; du gingst ja gerade auf das Unwesen los!«
Der Junge starrte ihn an; ein Entsetzen lag plötzlich auf seinem sonst so kecken Angesicht.

Als Du auf der Hallig anlandest findest Du hier nur mehrere Gerippe vor, die in einem alten Zaun hängen. Ein Kiewiet hat sich dahinter versteckt. Du versuchst ihn mit Deiner Peitsche zu schlagen. Als Du mit der Peitsche erneut ausholen willst, stellst Du fest, dass sie sich im Zaun verklemmt hat. Urplötzlich hast Du eine Vision, die Dir zeigt, dass und wo der alte Deich brechen wird. Bei dem Erlebnis wird Dir ganz mulmig.

Koordinaten Stage 7=N 49° 54.??? E 08° 38.???
P=?

7. Der Deich bricht!

(Vision des Ortes bei der Hallig)

[Der Schimmelreiter] sah noch mehr [im Osten]: ein Wagen, nein, eine zweiräderige Karriole kam wie toll gegen den Deich herangefahren; ein Weib, ja auch ein Kind saßen darin. Und jetzt - war das nicht das kreischende Gebell eines kleinen Hundes, das im Sturm vorüberflog? Allmächtiger Gott! Sein Weib, sein Kind waren es; schon kamen sie dicht heran, und die schäumende Wassermasse drängte auf sie zu. Ein Schrei, ein Verzweiflungsschrei brach aus der Brust des Reiters. »Elke!« schrie er; »Elke! Zurück! Zurück!«
Aber Sturm und Meer waren nicht barmherzig, ihr Toben zerwehte seine Worte; nur seinen Mantel hatte der Sturm erfaßt, es hätte ihn bald vom Pferd herabgerissen; und das Fuhrwerk flog ohne Aufenthalt der stürzenden Flut entgegen. Da sah er, daß das Weib wie gegen ihn hinauf die Arme streckte: Hatte sie ihn erkannt? Hatte die Sehnsucht, die Todesangst um ihn sie aus dem sicheren Haus getrieben? Und jetzt - rief sie ein letztes Wort ihm zu? - Die Fragen fuhren durch sein Hirn; sie blieben ohne Antwort: von ihr zu ihm, von ihm zu ihr waren die Worte all verloren: nur ein Brausen wie vom Weltenuntergang füllte ihre Ohren und ließ keinen andern Laut hinein.
»Mein Kind! O Elke, o getreue Elke!« schrie Hauke in den Sturm hinaus. Da sank aufs neu ein großes Stück des Deiches vor ihm in die Tiefe, und donnernd stürzte das Meer sich hintendrein; noch einmal sah er drunten den Kopf des Pferdes, die Räder des Gefährtes aus dem wüsten Greuel emportauchen und dann quirlend darin untergehen. Die starren Augen des Reiters, der so einsam auf dem Deiche hielt, sahen weiter nichts. »Das Ende!« sprach er leise vor sich hin; dann ritt er an den Abgrund, wo unter ihm die Wasser, unheimlich rauschend, sein Heimatsdorf zu überfluten begannen; noch immer sah er das Licht von seinem Hause schimmern; es war ihm wie entseelt. Er richtete sich hoch auf und stieß dem Schimmel die Sporen in die Weichen; das Tier bäumte sich, es hätte sich fast überschlagen; aber die Kraft des Mannes drückte es herunter. »Vorwärts!« rief er noch einmal, wie er es so oft zum festen Ritt gerufen hatte. »Herr Gott, nimm mich; verschon die andere!«

Kurz nach Deinem Besuch auf Jeverssand erstand Hauke Haien, der Deichgraf, einen abgemagerten Gaul von einem dubiosen Händler. Der Schimmel blüht unter seiner Pflege auf. Nur Hauke kann das wilde Tier reiten. Seltsamerweise wurde das Pferdskelett danach nicht mehr auf Jeverssand gesichtet. Bei Spring- und Sturmflut wirst Du Zeuge, wie die Leute den neuen Hauke-Haien Deich auf Befehl von Ole Peters, Haukes Widersacher, aufgraben, der Deichgraf dies aber gerade noch rechtzeitig verhindern kann. Der alte Deich wird an der Seeseite unterspült und bricht und Hauke stürzt sich in die Fluten zu seiner Frau und seinem Kind, die aus Angst um Hauke den roten Backsteinweg im Osten herangefahren kamen. Folge grob dem Weg auf dem Deich nach Norden den die Deichposten mit Fackeln beleuchten, die unten am Strandweg stehen. Sie sollen Alarm geben, wenn der neue Deich bricht. Sie weisen Dir den Weg zur Flucht. Bleibe selbst oben auf dem Deich, denn die Springflut kann tückisch sein.

Q=Zähle nur die kleinen Deichposten westlich des Deiches. Auch, die beiden, die den Deichbruch beleuchten. Höre mit der Zählung auf, wenn der Strandweg (westlich des Deiches) sich nach deutlich mehr als 100 m gabelt. Ihre Anzahl stimmt überein mit dem Mittelwert von drei Ziffern (R+S+T)/3, die an einem hohen Pfosten (RS/T) stehen - nahe dem Deichbruch - ähnlich wie der beim Aussichtpunkt auf Jeverssand. Q=?

8. Finale

N 49° 54.(Q)(Q-2)(Q+1) E 08° 38.(P)(2)(P+1)

Die Deichposten haben Dir einen vermeintlich sicheren Weg zu einer hohen Werfte gezeigt, da Du Angst hattest, auf dem Hauke-Haien Deich zu bleiben. Während Du dorthin flohst, brach das Wasser in den Koog ein und stieg Dir über Knöchel bis zum Unterleib. Wärst Du doch nur auf dem sicheren Deich geblieben! Das Wasser steigt immer noch an. In Deiner Not erklimmst Du einen hohen Baum neben der Werfte. Er ist zweigeteilt und scheint Dich beim Klettern festzuhalten, so dass Du nicht abstürzen kannst. Er scheint von seiner Höhe her sogar bis knapp auf Deichniveau heran zu kommen und Du kletterst in Deiner Panik auch recht hoch. Schreibe ein paar letzte Worte in Dein Tagebuch und hoffe, dass Du den Deichbruch überlebst!

(Klettere nur soweit, wie Du Dich traust. Im Zweifelsfall versuche Dich wieder auf den Deich zu retten. Klettere vorsichtig: Breche nichts durch rohe Gewalt oder Hektik ab. Denke an Cacher nach dir und befestige den Cache wieder sorgfältig, damit er nicht hinabfällt. Achte darauf, dass Du nicht von seltenen Spaziergängern oder spielenden Kindern beobachtet wirst. Falls doch, habe eine Erklärung parat. Im Tagebuch sind Infos für den später folgenden Bonus: Mit notieren!)

Erstinhalt: Geocoin "Man on the Moon", LED-Lampe, leere Micro-Filmdose zum Cache legen, Silbernickel 5-ECU, Döschen mit Hello Kitty 3D-Aufkleber, Logbuch, 2 Kulis.

Hilfreiches

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Logeinträge für Der Schimmelreiter von Arheilgen    gefunden 2x nicht gefunden 0x Hinweis 1x

Hinweis 20. Januar 2010 Darmstaedter hat eine Bemerkung geschrieben

 


Trauer! Hoch oben im Baum wurde das Kabel durchgeschnitten, an dem der Cache aufgehängt war.
Weg sind die Geocoins, das schöne Logbuch, das Buch mit den Illustrationen vom Schimmelreiter, LED-Lampe, Silbernickel und andere Tauschobjekte und natürlich die Ammobox... Da wird sich ein Muggel mächtig gefreut haben.

Ich hatte vor ein paar Tagen schon bemerkt, dass der Cache etwas gewandert und daher von unten sichtbar war. Da hätte ich sofort einschreiten sollen. Mein Fehler. Die Lokation war wohl doch nicht so muggelsicher, wie gedacht. Jetzt muss ich den Cache umstellen, damit so etwas nicht wieder durch Muggel passieren kann. Schade. Dadurch wird sich vermutlich der Weg verlängern.

gefunden 16. Januar 2010 mukyanchon hat den Geocache gefunden

Nachdem wir die Geburtsstunde des Caches auf dem letzten Stammtisch miterleben durften, waren wir doch sehr gespannt.
Heute also vor Ort begeben und den Spuren der Geschichte gefolgt.
Die Stages waren alle gut zu finden und dank der eingebauten Prüfmöglichkeiten konnten auch etwaige Unsicherheiten sofort ausgeräumt werden.
Sehr schön gemacht, einziger (kleiner) Kritikpunkt ist die Wegführung - ich laufe nicht gerne den selben Weg hin und her (das gibt auch immer Mecker von Mini-Cachern).
Unterwegs trafen wir auch ein paar Kollegen, die an einer Brücke etwas verzweifelt die Stage eines anderen Caches suchten und konnten sie wieder auf den rechten Weg bringen. Kurz darauf fiel uns ein Dreierteam auf, das den selben Objekten der Gegend altersgruppenuntypische Beachtung schenkte, wie wir... und wurden kurz darauf auch von Ihnen eingeholt. Am Final dann noch ein paar Tipps zu sehenswerten Caches ausgetauscht, schöne Grüße nochmal!

Vielen Dank fürs Versteck, hat Spass gemacht!

Out:Coin
In: Coin, TB

gefunden 09. Januar 2010 buddeldaddy hat den Geocache gefunden

Heute abend mal die Badehose, de_Bade (wie passend) und das GeoFröschl eingepackt um den Abend völlig relaxed am Deich zu verbringen und den Wellen zuzuschauen, wie sie an den Starnd plätschern. War das geruhsam, dumm nur, dass ich die Taucherflossen und den Schnorchel vergessen habe. Dafür haben wir das silberne Katapult nach unten ausprobiert, bei mir gab es die Haltungs-Note 0, wegen nicht ankommen, de_Bade 8,5 und das Fröschl hat sich die 10 gesichert, sowie den Weitenrekord. Das war witzig. Uns hat es riesig Spaß gemacht und ich komme mit den Jungs mal wieder, wenn man richtig toben kann. Am Ende hat uns noch die Briese um die Nase geweht und wir haben eine kleine Box gefunden in der wir unser Autogramm hinterlassen haben.

Danke für den Cache sagt Buddeldaddy