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Virtueller Geocache
Teufelslöcher (karst caves, karstic spring)

von Trollmond     Deutschland > Thüringen > Jena, Kreisfreie Stadt

N 50° 55.101' E 011° 35.546' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Versteckt am: 19. Februar 2010
 Gelistet seit: 17. Januar 2010
 Letzte Änderung: 04. März 2012
 Listing: http://opencaching.de/OC9CCF
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Infrastruktur
Saisonbedingt

Beschreibung    Deutsch  ·  English

 

 

Earthcache Teufelslöcher

Die Teufelslöcher sind Höhlen am Fuße der Jenaer Kernberge zwischen dem Jenertal und Wöllnitz und wurden bereits 1319 urkundlich erwähnt. Damit zählen sie zu den ältesten nachgewiesenen Höhlen Deutschlands. Neben der seit sechs Jahrhunderten gebräuchlichen Bezeichnung „Teufelslöcher“ gab es in früheren Zeiten auch andere Bezeichnungen für die Höhlen: Teufelsfenster, Teufilsloch, Tüffelsloche, Tufelsloche und Topffelsloch.
 

Earthcache Teufelslöcher

The Teufelslöcher („Devil's holes“) are caves in Jena at the bottom of the Kernberg-mountains between Jenertal and Wöllnitz and have been mentioned already in 1319, thus they are among the earliest alluded caves in Germany. In addition to the usual appellation „Teufelslöcher“ there have been also other names for the caves in the past centuries: Teufelsfenster, Teufilsloch, Tüffelsloche, Tufelsloche und Topffelsloch.
  
Teufelslöcher
 
 
Die Höhlen
Die "Teufelslöcher" bestehen aus zwei voneinander getrennten Eingängen. Der rechte Höhleneingang führt unmittelbar in einen 6 mal 6 Meter großen (ausgemauerten) Raum, der bis zum Zweiten Weltkrieg als Wirtschaftskeller diente, dann jedoch zum Luftschutzraum ausgebaut wurde. Bei diesen Baumaßnahmen wurde der einsturzgefährdete Felsendom am Eingang abgesprengt und durch eine aus Naturstein gefertigte Mauer gestützt.
Auf der rechten Seite befindet sich im oberen Bereich eine natürliche Öffnung, an der ein Ausstiegsfenster angebracht ist. Links davon liegt der gemauerte Zugang zu einer weiteren Kammer, in deren Mitte Stützpfeiler errichtet wurden. Je nach Witterung sammelt sich am Höhleneingang das Wasser.
Der linke Höhleneingang führt in ein relativ weites Gangsystem, welches bis auf eine Länge von 65 m erschlossen wurde. Nach den ersten 25 Metern verengt sich der Gang sehr stark. Etwa 40 Meter vom Höhleneingang entfernt kommt man durch einen Spalt in eine Höhle mit einem 2 x 4 m großen See. Von hier aus gelangt man über einen weiteren Gang in einen mehrere Meter langen Spalt. An dessen Decke wie auch in der Höhle mit dem See befinden sich eindrucksvolle Sinterablagerungen.
Die Höhlen selbst sind durch Kluftbildung und anschließende Auslaugung durch Sickerwässer und Höhlenbäche entstanden. Bergbauliche Aktivitäten vergrößerten die Höhlen. Der hier abgebaute Alabaster wurde für die Innenausstattung reicher Bürgerhäuser sowie um 1802 zum Bau des neuen Residenzschlosses in Weimar verwendet. Er diente aber auch als Verkleidung des Treppenhauses im ehemaligen Jenaer Schloss.
In durchsichtige Platten geschnitten und auf farbigen Untergrund gelegt, wirkte das Gipsgestein marmorartig. Heute kann man den „Jenaer Marmor“ noch in der Wandverkleidung der Vorhalle des Universitätshauptgebäudes (am Eingang der Aula) bewundern.
The Caves
The "Teufelslöcher" consist of two separate entrances. The right cave entrance leads directly into a 6 by 6 meters wide chamber, that was used as cellar for food-storage until the Second World War, but then was expanded into an air-raid shelter. During these building activities the ramshackle entrance was blasted off and then secured by a wall made of stone. On the right side you can see a natural opening at the top with an exit window. To the left is an access to a further chamber with pillars in the middle. At the entrance of this cave accumulates water depending on the weather. The left cave entrance leads into a relatively wide corridor system, which was opened up to a length of 65 meters. After the first 25 meters the corridor narrows very strong. About 40 meters away from the cave entrance you can reach a small lake (2x4 m) through a narrow fissure. From this cavern you can reach a several meters long fissure through a further corridor. On the ceiling, as well as in the cave with the lake, are spectacular sinter deposits. The caves themselves originate by fissure formation and subsequent elution by groundwater seepage. Mining activities enlarged the caves. The alabaster mined here was used for the interior of many houses and about 1802 for the building of the new Residential Palace in Weimar. It also served as a panel of the staircase in the former Castle of Jena. Cut in transparent sheets and placed on colored background, the gypsum looked marmoreal. Today you can still admire the “Jena marble” at the wall paneling in the lobby of the University Main Building (at the entrance to the auditorium).
  
Geologische Situation
Das Aufschlußgebiet an den Teufelslöchern gehört regionalgeologisch zum östlichen Teil des Thüringer Beckens, welches sich zwischen Harz, Thüringer Wald und Thüringischem Schiefergebirge in einer ovalen Einsenkung erstreckt. Bei den Teufelslöchern sind genau die Grenzschichten zwischen Mittlerem und Oberem Buntsandstein zu erkennen. Das Alter dieser Grenze beträgt 244,5 Millionen Jahre. Dabei stellt der terrestrisch-fluviatil gebildete Thüringer Chirotheriensandstein (ein 20 Meter mächtiger, grauer bis weißer, karbonatreicher Sandstein, benannt nach den darin gefundenen Spurenfossilien vom Chirotherium (ein triassischer Archosaurier, dessen Spurenfossilien erstmals 1833 in Thüringen nachgewiesen wurden) den oberen Abschluß der Solling-Formation (smS) des insgesamt 200 m mächtigen Mittleren Buntsandsteins dar. Die darauf folgenden, marin gebildeten, fossilfreien Gipse (Fasergips und Anhydrit mit zwischengelagerten dünnen Siltschichten) sind Evaporite (Verdampfungsgesteine) und bilden die Basis des Oberen Buntsandsteins (Röt, so1). Zur Entstehungszeit im Oberen Buntsandstein verdunstete Meerwasser in kleineren Becken, nachdem die Verbindung zum offenen Meer unterbrochen wurde. Dabei wurden Steinsalz und Sulfate abgelagert. Zwischen diesen Schichten befinden sich verfestigte Ton- und Gipsablagerungen mit Einschlüssen aus Albit, Coelestin, Dolomit, Grossular und Rutil. Dieser Verdunstungsprozess wiederholte sich mehrmals, da das Becken zwischenzeitlich wieder mit Meerwasser aufgefüllt wurde. Das in dieser Wechsellagerung (ursprüngliche Mächtigkeit: 60-80 Meter) ehemals vorkommende Steinsalz ist mittlerweile fast vollkommen ausgelaugt worden. Der Anhydrit (CaSO4) ist durch einsickerndes Wasser gequollen und hat sich dabei in Gips (CaSO4 • 2 H2O) umgewandelt. Die damit verbundene Volumenzunahme von 50% führte zu einer markanten Faltung der verbliebenen Fasergips/Silt-Wechsellagen (heutige Mächtigkeit 20-40 Meter).
Geological situation
The otcrop “Teufelslöcher” belongs concerning regional geology to the eastern part of the Thuringian Basin, an oval depression which is situated between the Harz Mountains, the Thuringian Forest and Thuringian Slate Mountains. Here you can see the boundary layer between the Middle and Upper Bunter. The age of this boundary is 244.5 million years. The terrestrial-fluviatile formed Thuringian “Chirotherium-sandstone” represents the upper end of the Solling Formation (sms), the topmost layer of the Middle Bunter (total thickness 200m). This Sandstone is named after the trace fossils of the Chirotherium (a Triassic Archosaur, first traces found in 1833 in Thuringia) and has a thickness up to 20 m, is lightgrey to white and calcareous. The subsequent, marin formed fossil-free gypsum (fibrous gypsum and anhydrite interspersed with thin layers of silt) are evaporites and form the base of the Upper Bunter (Röt, so1). At the date of origin in the Upper Bunter the sea water evaporated in small pools, after the connection to the open sea has been discontinued. Thereby rock salt and sulfates were deposited. Between the rock salt layers of clay and gypsum deposited, with inclusions of albite, celestite, dolomite, grossular and rutile. This evaporation process was repeated several times, since the pool has been refilled with seawater. The rock salt of the Upper Bunter (initial thickness: 60-80 meters), has been almost completely drained until today. The anhydrite (CaSO4) is swollen due to infiltrating fissure water and transformed into gypsum (CaSO4 • 2 H2O) with concurrent increase of volume of 50%. This led to the prominent folding of the remaining gypsum / anhydrite / silt layers (today thickness 20-40 m).
  
Die Quelle
Das an der Grenze zum unterlagernden Chirotheriensandstein austretende Quellwasser ist sehr kalkreich (siehe die Sockelbildung am Quellaustritt durch Kalkausfällung) und besitzt dementsprechend einen hohen Härtegrad. Die Quelle führt permanent Wasser und ist auch während langanhaltender Trockenperioden und in Jahren mit geringen Niederschlagsmengen nicht versiegt (so beispielsweise in den Jahren 1959 mit 299 l/m2 und 1982 mit 279 l/m2).
The Spring
Located on the border between the gypsum and the subjacent “Chirotherium-sandstone”, the spring water is very calcareous (see the lime-accumulation at the crop-out of the spring) and therefore has a high degree of hardness. The spring and is constantly aquiferous, even during prolonged droughts, and did not dry out in years of low rainfall (for example in 1959 with 299 l/m2 and in 1982 with 279 l/m2).
  
 
Teufelslöcher Quelle
 
Lichtenhainer Störung
Wenig nördlich der Teufelslöcher kann man eine geologische Störungszone am Hangbereich erkennen (Lichtenhainer Störung). Dort tritt im gleichen Höhenniveau, in dem sich an den Teufelslöchern die fossilfreien Gipse befinden, der eigentlich tiefer liegende Chirotheriensandstein zu Tage. Eine Informationstafel erläutert und illustriert die stufenartige Verwerfung der Schichten.
Oberhalb der Informationstafel befanden sich kleine Höhlen im Chirotheriensandstein, die durch den Abbau des Sandes als „Scheuersand“ entstanden sind. Diese Höhlen sind leider seit längerem verstürzt und im Gelände nicht mehr zu erkennen.
Lichtenhain fault-zone
A little north of the caves you can see a geological fault zone on the hillside (“Lichtenhainer Störung”). Here appears the subjacent “Chirotherium-sandstone” at the same level as the overlying gypsum at the nearby “Teufelslöcher”. An information panel explains and illustrates the gradual fault of the series of strata. Above the information board there are small caves in the “Chirotherium-sandstone” resulting by the “mining” of the sand as “cleaning powder”. These caves are nowadays collapsed and are not visible on location anymore.
  
Fauna
In den Teufelslöchern haben sich verschiedene Tierarten, darunter Fledermäuse, angesiedelt. Besonders sind die vom Aussterben bedrohte Kleine Hufeisennase, die Mopsfledermaus sowie das Große Mausohr zu erwähnen. Deswegen dürfen die Höhlen nicht mehr betreten werden. Daneben ziehen sich auch Steinmarder und Insekten wie Schnaken, Bienen, Fliegen und Schmetterlinge in die Höhlen zurück. 1963 wurde das Gelände als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt.
Fauna
Several animal species, including bats, are living in the caves. Especially the endangered lesser horseshoe bat, the barbastelle bat and the greater mouse-eared bat are worth mentioning. Therefore, the caves must not be entered. In addition, beech martens and also insects such as mosquitoes, bees, flies and butterflies, use the caves as shelter. In 1963 the area was protected as a natural monument.
  
Vor den Höhlen befinden sich derzeit zwei Informationstafeln und ein Gedenkstein an Alexander von Humboldt.In front of the caves are currently two information boards and a memorial to Alexander von Humboldt.
  
Aufgaben zum Earthcache:
1. Das Vorkommen welches Halbedelsteins wurde 1989 beim Bau einer Stützmauer entdeckt?
2. Welcher verdienstvolle „Hobby-Geologe“ entwarf die Hinweistafeln und kümmert sich um die zwei geologischen Wanderwege in Jena?
3. Auf welcher Höhe über NN befindet sich die Grenze vom Mittleren Buntsandstein (Chirotheriensandstein) zum Oberem Buntsandstein (Gips) im Bereich des Quellaustritts? Benutze dafür Dein GPS!
4. Bestimme den pH-Wert des Quellwassers! Teststreifen bekommt man z.B. in Apotheken. Hast Du keinen Teststreifen dabei, kannst Du Dir etwas Wasser abfüllen (z.B. in einer Filmdose...) und den pH-Wert später ermitteln.
5. Welches Salz hat Humboldt hier gewonnen?
6. Mache ein Foto von Dir/Deinem GPS vor den Teufelslöchern und stelle es mit Deinem Logeintrag ein.
Duties and responsibilities:
1. Which semi-precious stone was discovered in 1989 during building-activities?
2. Who has designed the information boards and takes care of the two geological pathways around Jena?
3. What is the altitude above sea-level of the barrier between "Chirotherium-sandstone" and gypsum in the area of the spring? Use your GPS!
4. Identify the pH-value of the water from the spring! Test strips can be obtained in a pharmacy, for example. If you don't have a test strip, you can bottle some water (in a film-canister) and determine the pH-value afterwards.
5. Which salt was produced by Humboldt?
6. Take a photo with you/your GPS in front of the caves and post it with your log!


 

Sende die Antworten an: AntwortFrage1_NachnameFrage2@web.de (z.B. Malachit_Schmidt@web.de). Du erhälst dann schnellstmöglich eine persönliche Rückmeldung mit der Logfreigabe.

 

Send the answers to: answertoquestion1_surnameofquestion2@web.de (e.g. Malachit_Schmidt@web.de). You will receive our reply with the log permission as soon as possible.

  
Viel Spaß mit dem Earthcache wünschen Trollmond & Compiprofi!
Have fun with this Earthcache!
Trollmond & Compiprofi
  
 
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Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): Landschaftsschutzgebiet Mittleres Saaletal zwischen Camburg und Göschwitz (Info)

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Logeinträge für Teufelslöcher (karst caves, karstic spring)    gefunden 13x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 23. März 2017 vagabund1 hat den Geocache gefunden

vor langer zeit schon entdeckt

gefunden 09. August 2015 BESTPOE hat den Geocache gefunden

Heute haben wir auch unter OC die Teufelslöcher besucht.

DFDC

Bilder für diesen Logeintrag:
TeufelslöcherTeufelslöcher

gefunden 23. August 2014 de_LocKe hat den Geocache gefunden

Bei schlechtem Wetter den Teufelslöchern einen Besuch abgestattet. PH-Wert messen war bei Regen eine Herausforderung :D

Trotzdem hatten wir hier und auf der weiteren Wanderung viel neues gesehen.

Vom schlechten Wetter lassen wir uns doch nicht von unserem Vorhaben abhalten. Zunge raus

 

Vielen Dank fürs Herführen und Zeigen!!!

Grüße vom LöcKchen!!!

Bilder für diesen Logeintrag:
LöcKchen an den TeufelslöchernLöcKchen an den Teufelslöchern

gefunden 10. August 2014 Kajaklexa hat den Geocache gefunden

Habe heute mit Team_Nikolaus den Sonntagnachmittag genutzt und den geheimnisvollen "Teufelslöchern" einen Besuch abgestattet.
Auch als alter Jenenser konnte ich wieder viel dazu lernen.
Vielen Dank für´s herführen!

Kajaklexa

Bilder für diesen Logeintrag:
an der Quellean der Quelle

gefunden 08. Mai 2014, 07:30 Tommander75 hat den Geocache gefunden

Gemeinsam mit den whiskeyboyz geforscht und gleich nach der Arbeit besucht. Danke schön.