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Normaler Geocache
Sommerkeller

 Gefägnissruinen am Sommerkeller

von fireandice79     Deutschland > Bayern > Bad Tölz-Wolfratshausen

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 47° 42.675' E 011° 25.309' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: normal
Status: archiviert
 Versteckt am: 11. April 2010
 Gelistet seit: 11. April 2010
 Letzte Änderung: 04. November 2010
 Listing: http://opencaching.de/OCA21C

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Gefahren
Infrastruktur
Der Weg
Wegpunkte
Zeitlich
Saisonbedingt
Personen

Beschreibung   

Dies ist unser erster, sehr leichter Cache, den mann schön beim spazierengehen mal eben mitnehmen kann..
 
Man sollte im Sommer und Herbst nur langes Beinzeug tragen wege den Brombeerstauden...(DORNEN)
 

 

 
 
Noch etwas Geschichte zum Chache
 
Als 1914, schon wenige Tage nach Kriegsbeginn, Gefangene in grösserer Zahl von den Fronten ins Hinterland gebracht wurden, mussten rasch Unterkünfte geschaffen werden. In Bayern gab es grössere Gefangenenlager (vor allem in der Nähe von Garnisonen) z.B. in Dillingen, Ingolstadt und Lagerlechfeld, aber auch kleinere, z.B. in Benediktbeuern.

Das hiesige Remontedepot im Kloster forderte Gefangene an, um vor allem landwirtschaftliche Arbeiten weiterführen zu können, da ja viele der Arbeitskräfte an die Front beordert worden waren. Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abt.IV, Kriegsarchiv, liegen die Akten zu diesem Gefangenenlager; hier sollen nur einige grosse Linien nachgezeichnet werden.

Die Geschichte des Lagers.

Die Forderung nach Gefangenen wurde positiv beschieden. Alsbald richtete die Depotverwaltung unter Hutzelmann das Gebäude auf dem Sommerkeller für die Aufnahme von rund 200 Gefangenen ein. Gemäss allgemeinen Vorschriften musste für eine angemessene Verpflegung, hygienische Verhältnisse und Bewachung gesorgt werden. Eifrige Mitglieder des «Vereins deutscher Schäferhunde» boten auch sofort ihre Hunde als Bewachungshilfen an.

Für die Verpflegung wurde der Gastwirt Hesslinger gewonnen, das Brot lieferten verschiedene Bäckereien im Ort (im Laufe der Jahre gab es mehrmals Querelen wegen der Qualität des Essens und um den Preis, den die Verwaltung zu zahlen bereit war).

Ein Erlass schrieb vor, dass etwa ein Bewacher für 10 Gefangene gestellt werden solle. In Benediktbeuern werden allerdings doppelt soviele Bewacher benötigt: Die Gefangenen arbeiten nicht an einer Arbeitsstelle, sondern ziemlich verteilt, und sie benutzen gefährliche Handwerkzeuge, wie Pickel, Beile usw.

Um den Sommerkeller wurde ein 2.50 Meter hoher Bretterzaun gebaut, dessen Ausmasse die beengten Verhältnisse erkennen lässt: Die gesamte Innenfläche bot pro Mann 16.5 Quadratmeter, das Haus war natürlich noch kleiner, zumal es in Nebenräumen Klo und Waschküche enthielt. Die Beleuchtung erfolgte während des ganzen Krieges mit Petroleum. Die Überlegungen, elektrisches Licht einzuführen, die schon 1914 angestellt wurden, führten zu keinem Ergebnis, da die technischen Mittel nicht dazu geeignet waren. Die lokale Erzeugung des Stromes wäre im Süden (Lainbachtal) erfolgt und hätte per Leitung in den Norden zum Sommerkeller geführt werden müssen. Ausserdem gab es in Benediktbeuern zwei Parteien zu diesem Thema: die eine dafür - die andere dagegen.

Die Kriegsgefangenen.

Am 15. September 1914 trafen 200 Gefangene aus Lagerlechfeld kommend in Benediktbeuern ein. Es waren alles Franzosen. Sie wurden begleitet von 4 Unteroffizieren und 36 Mann Bewachungspersonal. Der Lagerkommandant von Busch hatte diese Funktion fast bis zum Ende des Krieges inne, obwohl manche Beschwerde über ihn laut wurde, 1916 während die Bewachungsmannschaft bei der Ablösung der Gefangenen ebenfalls ausgewechselt wurden.

Die Kriegsgefangenen (es gab dort auch Zuchthausgefangene, zeitweise bis zu 40, es wird aber nur von der notwendigen Trennung beider Gruppen gesprochen) waren vor allem bei der Kultivierung des Moores eingesetzt. Einige waren aber auch in das Vorwerk Wall abkommandiert, andere blieben jeweils im Lager, um dort die notwendigen Arbeiten zu versehen. Nur wenige wurden an Bauern «ausgeliehen». Die Arbeit im Moor muss wohl recht anstrengend gewesen sein: Ent-wässern, umgraben, roden: Der Einsatz von Pflügen und Pferden wurde nach kurzer Zeit eingestellt, da sich im Moorboden grosse Baumstrünke befanden, die nur in Handarbeit beseitigt werden konnten.

In einem Bericht des Lagerkommandanten heisst es, die Leistung der Gefangenen entspreche etwa einem Drittel dessen, was ein Arbeiter «draussen» leiste. Man müsse allerdings die schlechte Ernährungslage berücksichtigen. Offensichtlich hatte er aber auch anderes zu tun, als die Gefangenen zur Arbeit anzutreiben, denn eben dieses wird ihm vorgeworfen.

Die Franzosen arbeiteten übrigens im Akkord, wobei einige sehr gut, andere nur «nach Laune» arbeiteten. Sie wurden im Oktober 1916 nach Lagerlechfeld zurückgerufen (Grund war der Mangel an Gefangenen, sodass eine Umverteilung nötig wurde). Hutzelmann forderte neue Gefangene an, da er sonst sich ausserstande sähe, die ihm aufgetragenen Arbeiten weiterzuführen. Daher wurden ihm ca 80 Serben, später Russen zugewiesen. Sie waren von der Ernährung und der Bildung her mit den Franzosen nicht zu vergleichen, weshalb Hutzelmann wenigstens 6 Franzosen verlangte, die Bäume beschneiden könnten. Es wurde aber abgelehnt.

Im Rahmen einer Umorganisation der ganzen Verwaltung der Kriegsgefangenenlager, wurde im Sommer 1917 die Verwaltung des Lagers der von Lagerlechfeld unterstellt.

Ende November 1918 wurden die letzten Gefangenen in ihre Heimat entlassen und das Gefangenenlager aufgehoben.

Die Bezahlung der Gefangenen.

Schon gleich zu Beginn des Krieges wurde allgemeine Regeln über den Arbeitseinsatz und die Bezahlung von Kriegsgefangenen erlassen. Sie dürfen nur für solche Arbeiten eingesetzt werden, bei denen sie keine Deutschen arbeitslos machen und in engeren Kontakt mit Zivilpersonen kommen. Die Arbeitszeit war auf 8 bis 10 Stunden je Tag einschliesslich Wegezeit beschränkt. Als Tageslohn war Mark -.30 vorschrieben, bei guter Arbeitsleistung sollte mehr gezahlt werden. Ende 1916 wurde der Lohn um etwa die Hälfte angehoben.

Für das Essen wurden ca Mark -.70 angesetzt, die Tagesration von 500 g Brot kostete etwa -.20. Kleidung, Werkzeug und Unterkunft wurde ebenfalls gestellt (von Komfort war natürlich keine Rede), sodass die direkten Aufwendungen um Mark 1.30 lagen. Man vergleiche dies mit dem Lohn eines Arbeiters «draussen», der Mark 6.- erhielt und für ein Mittagessen mit rund Mark 1.- rechnen musste. Daraus ergibt sich, dass die oben angeführt Arbeitsleistung durchaus dem Lohnniveau entsprach.

Offensichtlich haben die Gefangenen oft Bargeld mitgebracht, das anfangs zu sehr niedrigen Kursen eingetauscht wurde. Im Dezember 1914 setzte die Militärbehörde daher einen Kurs fest, den zu unterbieten («Ausbeutung der Gefangenen») untersagt war. Er lag um rund 5% unter dem offiziellen Börsenkurs. Besondere Vorkommnisse.

Natürlich geschehen im Laufe von 4 Jahren allerhand Ereignisse: So werden immer wieder Anträge auf Erhöhung der Essensrationen für die Gefangenen gestellt aber meist abgelehnt. Fragen des Sanitärwesens ergeben Probleme (z.B. wer für das Besorgen und Bezahlen von Klopapier verantwortlich ist), aber auch die Gefangenenseelsorge musste geklärt werden (es wurde erlaubt, Geistliche unter den Gefangenen dafür heranzuziehen). Im Schnitt gab es immer 5 - 10 Kranke; sie durften in das Reservelazarett in Benediktbeuern aufgenommen werden.

Aber nicht nur die Gefangenenunterbringung machte Probleme, auch die der Wachmannschaften. Da im Dorf kein Platz dazu war und auch der Sommerkeller nicht genügend Raum bot, musste Wachpersonal und der Lagerleiter im Kloster wohnen. Er beantragte eine Telephonverbindung zum Lager, wegen der grossen Entfernung, was ihm auch gewährt wurde. Die Erhöhung der Entlöhnung für das Wachpersonal dagegen wurde mehrmals abgelehnt.

Im Jahre 1915 sind im Sommer 3 Sergeanten entlaufen, die wenige Tage später wieder im Lager waren - von irgendwelchen Folgen ist nichts verzeichnet.

Im Januar 1917 entwendeten 7 Serben Mais und Weizen; sie erhielten zur Strafe am Sonntag einen Tag Biwak bei Wasser und Brot.

Es gab verschiedentlich Arbeitsverweigerungen und Sabotage; den betreffenden Gefangenen scheint aber nicht viel passiert zu sein, denn in der Beschwerdeschrift über von Busch wird dies gerügt. Andererseits gab es eine allgemeine Vorschrift, dass in solchen Fällen keine Zwangsmittel zur Anwendung kommen sollten, und es sei erst genau zu prüfen, ob der Protest zu Recht bestünde. Zumindest in Benediktbeuern scheint man diesen Passus human ausgelegt zu haben.

Ausklang

Was ist vom Lager übriggeblieben? Wandert man heute um den Sommerkeller-Hügel herum, so sieht man im südlichen Teil noch einen Findlingsstein mit einer Inschrift «Zum Gedenken an das Gefangenenlager 1914-1918» 

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

«Mhz Trqraxra na qnf Trsnatrarayntre 1914-1918»

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Logeinträge für Sommerkeller    gefunden 2x nicht gefunden 0x Hinweis 1x

Hinweis 04. November 2010 mic@ hat eine Bemerkung geschrieben

Dieser Cache ist auf geocaching.com archiviert und hier nicht mit dem Attribut "OC only" versehen. Das letzte Funddatum liegt lange zurück und die Logs bei geocaching.com lassen darauf schließen, das der Cache nicht mehr existiert. Aus diesem Grunde archiviere ich ihn auch hier. Sollten sich später neue Aspekte ergeben und der Cache wieder aktiviert werden, so kann dies durch den Owner selbstständig über die Funktion "Cache bearbeiten" erfolgen.

mic@ (OC-Admin)

gefunden 12. Mai 2010 goldensurfer hat den Geocache gefunden

Heute haben wir schnell das Regenloch genutzt und uns ein bisschen hier die Beine vertreten. Die Geschichte zu dem interessanten Ort lese ich erst jetzt gerade - was es nicht alles gibt! Beeindruckt an der Location hat uns vor Ort vor allem das riesige Bärlauchfeld, dessen Existenz man schon von einigen Metern Entfernung anhand des tollen Geruchs erahnen konnte.

Der Cache selber lag recht offen in der Landschaft, der Inhalt der Dose war leider komplett nass und das Logbuch durchweicht. Ich weiß nicht wann der Hinweis am Ende der Beschreibung eingefügt wurde dass die Dose ausgetauscht wurde - bei unserem Besuch am 12. Mai hatte sie den beschriebenen Zustand. Wir haben sie da wieder hingelegt wo wir sie gefunden hatten, aber natürlich ein wenig getarnt.

Nix getauscht.

Danke für den Cache,
goldensurfer

gefunden 08. Mai 2010 Dahla hat den Geocache gefunden

Dieser Tradi lag halt auf dem Rückweg vom Nachtcache, und da wir damit eh so schnell durch waren, haben c*n*s und ich diesen Cache noch mitgenommen. Ansich ja eine interessante Stelle, die durchaus wieder einen Cache haben sollte, aber Beschaffenheit und Tarnung der Dose sind definitiv noch verbesserungsfähig.

Danke,
Dahla