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Normaler Geocache
Die "Sächsiche Straße" Thüringen

 sehr alter Geleitstein in der Nähe von Werningshausen im Landkreis Sömerda

von rennne     Deutschland > Thüringen > Sömmerda

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 51° 07.882' E 011° 00.599' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: normal
Status: archiviert
 Versteckt am: 06. Juni 2010
 Gelistet seit: 06. Juni 2010
 Letzte Änderung: 06. Juni 2013
 Listing: http://opencaching.de/OCA7E7

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Zeitlich

Beschreibung   

 

Der Cache befindet sich ca. 1,5 Kilometer in Südöstlicher Richtung von Werningshausen. Er ist sehr schön zu Fuß oder per Rad (nicht Rennradtauglich) zu erreichen. Der Unstrutradweg verläuft durch Werningshausen, auch wenn dieser Ort gar nicht an der Unstrut gelegen ist. Damit ist der Cache sehr gut und schnell ereichbar. Er ist wetterfest verpackt und es wird um einen Eintrag im Logbuch gebeten. Stift ist innliegend. Bei Fragen, Kritiken oder Anregungen (ist unser erster Cache) bitte an die Adresse rennne@trashmail.net schreiben.

Wie kommt das Wappen von Weißensee nach Werningshausen?

Dieses seltenes Flurdenkmal ist über 450 Jahre alt

Mitten in der Feldflur von Werningshausen markiert ein unscheinbarer, wappenverzierter

Stein eine historisch bedeutsame Stelle. Vor genau 450 Jahren ließ der Stadtrat von Weißensee hier einen so genannten „Geleitstein“ aufstellen, der heute als ein höchst seltenes Denkmal der Verkehrsgeschichte gilt. Still, beinahe idyllisch ist es dort, wo einen Kilometer südöstlich von Werningshausen ein breiter Feldweg die Gramme kreuzt. Es ist die ehemalige „Sächsische Straße“, die einst hier verlief. Nur schwer ist vorstellbar, dass dies ein ehemaliger Hauptverkehrsweg war, auf dem noch 1715 durchschnittlich fast 30 Frachtfuhrwerke pro Tag durchführen. Aber natürlich ist die Straße viel älter und stellte die Verbindung Erfurts zur Hanse, den Küstenstädten an Nord- und Ostsee wie Lübeck, Hamburg und Greifswald her, berührte dabei auch wichtige andere Städte des Reichs wie Sangerhausen, Halberstadt, Braunschweig oder Magdeburg. Diese „rechte geleittbare Lantstraße“ (1533), deren Benutzung den Fuhrleuten vorgeschrieben war, verließ Erfurt nordwärts durch das Johannestor und führte über Stotternheim, Alperstedt, Haßleben, an Werningshausen vorbei, querte in Wundersleben die Unstrut und führte weiter nach Weißensee, das immer als erstes wichtiges Nahziel angegeben wird. Hier wurde Geleit erhoben; im heutigen Wortsinn eine Art Straßenbenutzungsgebühr. Diese Einnahmen standen den Landesherren, den Wettinern, zu. Im Naumburger Vertrag 1554 einigte man sich darauf, dass die Sächsische Straße dem albertinischen, kurfürstlichen Zweig zustehen sollte. Nur vier Jahre später, 1558, verpachtete Kurfürst August von Sachsen die Geleitseinnahme zu Weißensee an den dortigen Rat. Nun sah sich die Stadt veranlasst, dieses Recht öffentlich kundzutun: ein Steinmetz wurde beauftragt, einen „Geleitstein“ anzufertigen und darauf das der Stadt verliehene Recht zu manifestieren.

Weshalb dessen Aufstellung an der Gramme mitten in der Gemarkung Werningshausen (das damals als Exklave zur Obergrafschaft Gleichen gehörte und damit sogar „Ausland“ war) erfolgte, ist heute nicht mehr erklärbar. Die vielen Aktenmeter zur „Sächsischen Straße“, heute im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden verwahrt, enthalten aber eine Notiz von 1566, wonach die Grammebrücke eingefallen ist und die Straße hier „eynen schrecklichen Zustand“ hat. Auch sei die Steinsäule, „so hier an der brücken im werningshausisch feldt stehet und bis dahin der rathe zu Weissensehe das gleitt“ hat, umgefallen. Restlose Klarheit über den Stein vermittelt fast zwei Jahrhunderte später eine Beschreibung der Straße, wonach an der Grammebrücke bei Werningshausen eine „Geleits-Säulen“ steht, „welche Anno 1559 von denen zu Weissensehe wegen ihres Geleitss-Regales gesetzet worden ist.“ Nach dieser Quelle ist der Geleitstein im Jahre 1559 von der Stadt Weißensee gesetzt worden, und so wird wohl einst die heute fehlende rechte Ziffer eine „9“ gewesen sein. Ob die rechts fehlende Partie überhaupt je vorhanden war oder ob der Steinmetz den Block schlecht einteilte, wird wohl ein Rätsel bleiben. Als der heimatkundlich sehr interessierte Lehrer Johann Simon Schlimbach ihn 1828 in der Werningshäuser Ortschronik abzeichnete, hatte er schon das gleiche Aussehen wie heute: Die nach Norden, also nach Weißensee hingewandte Sichtseite zeigt oben die kursächsischen

Wappensymbole Kurschwerter und Rautenkranz, darunter das Wappenmotiv der Stadt Weißensee, das sich zeitnah am dortigen Rathaus wiederfindet. Eingefasst wird es mit den Ziffern einer Jahreszahl, deren letzte Ziffer, die 9, fehlt. Alle diese Zeichen sind sauber aus dem 70 cm hohen und 48 cm breiten Kalkstein plastisch herausgearbeitet, während die Rückseite des quer zum Weg stehenden Denkmales nur grob zugehauen ist und lediglich drei Dübellöcher unbekannter Funktion aufweist. Insofern sind Geleitsteine keine typischen Grenzsteine, sondern

zeigten den Reisenden repräsentativ die hier wechselnde Zuständigkeit des Straßenabschnittes

an. 1756 versah man den Stein anlässlich einer Revision mit dem Hinweis, dass er trotz seines fast 200-jährigen Alters noch gültig sei. Eine Flurkarte von 1833 zeigt die „Alte Churfürstüche Landstraße nach Weißensee“ genau, und Luise Gerbing verzeichnet die „Alte Erfurter oder Reichsstraße“ 1910 in ihrem Flurnameninventar. Noch heute ist in Werningshausen die Bezeichnung „Heerstraße“ für den Feldweg bekannt. Mit dem planmäßigen Bau von Chausseen und dem Aufkommen neuer Verkehrsmittel kam im 19. Jh. Fast schlagartig das Ende der alten Sächsischen Straße.Auch das Wissen um den Geleitstein ging damit verloren; rasch wurde er im heimatkundlichen Schrifttum als Erfurter Grenzstein missgedeutet. Heute wissen wir, dass ein unmittelbarer Bezug zu einer der wichtigsten Handelswege Mitteldeutschlands und zur Stadt Weißensee besteht.

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

Nhs qre syhffnojäegvtra Frvgr qre Oeüpxr.

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Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): FFH-Gebiet Haßlebener Ried - Alperstedter Ried (Info), Vogelschutzgebiet Gera-Unstrut-Niederung um Straußfurt (Info)

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Logeinträge für Die "Sächsiche Straße" Thüringen    gefunden 1x nicht gefunden 0x Hinweis 0x Wartung 1x

OC-Team archiviert 06. Juni 2013, 17:55 Opencaching.de hat den Geocache archiviert

Dieser Cache ist seit mehr als einem Jahr „momentan nicht verfügbar“; daher wird er automatisch archiviert. Er kann vom Besitzer jederzeit instand gesetzt und reaktiviert werden.

gefunden 07. Juni 2010 MrWojo hat den Geocache gefunden

Juhu Erster.....!! Sehr schöner, leicht zu findender Cache. Heute um 20.20 Uhr gefunden.  Schade das es keine Erstfinderurkunde gab Cry (vllt. wird die ja am Freitag nachgereicht....).

Out: Cuttermesser

In: Pfeffis (Baumkronenpfad), Ansteckpin

TFTC und Lg MrWojo --> Jenny & Stefan

zuletzt geändert am 14. Februar 2017