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Normaler Geocache
Alter Schacht zu Seega

 Kleiner Tradi über die Geschichte Seega´s

von NuC     Deutschland > Thüringen > Kyffhäuserkreis

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 51° 19.523' E 011° 02.735' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: archiviert
 Zeitaufwand: 0:15 h 
 Versteckt am: 24. Januar 2011
 Gelistet seit: 24. Januar 2011
 Letzte Änderung: 02. Juli 2012
 Listing: http://opencaching.de/OCBBD3
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Der Weg
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Beschreibung   

Der Ort Seega liegt eingebettet zwischen Karststeinhängen der Hainleite, einem Muschelkalk-Gebirge. Durch das kleine Dorf fließt ein Nebenfluss der Unstrut, die Wipper. Das so genannte Wipperdurchbruchstal, das seit 1961 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, zieht sich im Süden bis nach Bilzingsleben

 

Dieser kleine traditioneller Cache soll Euch an einem fast vergessenen Ort führen, und zeigen was damals alles unternommen wurde um das weiße Gold zu gewinnen. Leider stehen heute nur noch 4 Gebäude des ehemaligen Schachtes und wenn man genau hinsieht erkennt man auch noch die Fundamente der Seilbahn die den Ort Seega und Göllingen verband. Aber nun zum eigentlichen Star des Caches.

Der Schacht hatte eine Endteufe von 750 m. Begonnen wurde mit den Abteufarbeiten 5.12.1910. Am 16. Oktober 1912 wurde bei 687 m das Carnallititlager mit einer Mächtigkeit von 25 m durchfahren. Die endgültige Teufe war im Februar 1913 erreicht. Der Schachtdurchmesser betrug 5,25 m. Der Schacht befand sich 640 m östlich von der Seegaer Kirche entfernt.

Das Rohsalz wurde in der Fabrik von Güthershall in Göllingen verarbeitet. Deshalb wurde eine Seilbahn nach Göllingen gebaut. Dazu heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom 16.April 1912 vom Antragsteller: Gewerkschaft Schwarzburg, dem Erbauer aus Saarbrücken und dem Fürstlich Schwarzburgerischen Landratsamt in Frankenhausen, der den Bau bewilligte: „Die für die Gewerkschaf Sch w a r z b u r g In Seega zu erbauende Drahtseilbahn hat den Zweck, die auf dem Schacht Schwarzburg zu Tage geförderten Salze zwecks Weiterverarbeitung und Verladung nach Güntershall und von da Fabrikrückstände und Materialien nach Schwarzburg zu befördern.

Die Bahn soll von der Gesellschaft für Förderanlagen Ernst H e c k e l m.b.H.in Saarbrücken ausgeführt werden. Sie hat eine Länge von 3500 m zwischen den beiden Endetationen und ist in ununterbrochener gerader Linie durchgeführt. Die Rasenhängebank auf Schwarzburg liegt auf 197,o über N.N. Die Hängebunk liegt 14 m höher. Bei Schacht Günthershall liegt die Rasenhängebank auf 180,4 über N.N. und die Hängebank 11,13 m höher, woraus sich von dem Schacht Schwarzburg nach Günthershall eine Steigung von o,6 m ergibt.“ Gefördert wurde ab Februar 1913.

Es wurde eine Vorratslage von 41.898.276 dz effektive nach Abzug der Abbauverluste nachgewiesen. „Die Lagerstättenverhältnisse des durch die bisherigen Grubenbaue auf geschlossenen Feldesteil sind große Mächtigkeit des Lagers und vor allem durch eine bemerkenswerte Einfachheit und Regelmäßigkeit der Ablagerung gekennzeichnet“, so die Einschätzung im Jahre 1914. Der Absatz betrug im Jahre 1916 45. 547 dz K2 O. Im Jahre 1917 ruhte der Gewinnungs – und Förderbetrieb. Der Absatz wurde in den Jahren von 1917 bis 1920 an Günthershall übertragen. Die Quote ist deshalb an Günthershall übertragen, da das Werk nämlich von der Direktion der Gewerkschaft Günthershall in Göllingen geleitet wurde. Als Hausbesitz wurden 1 Wohnhaus für 2 Beamte und ein Doppelwohnhaus mit 12 Wohnungen für Arbeiter angegeben. Ende 1919 waren noch 50 Bergleute auf der Anlage tätig, denn seit 1917 ruhte die Förderung.

Entsprechend der Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz vom 22.10.1921 wurde im § 83 beschlossen, die Möglichkeit der freiwilligen Stilllegung von Kaliwerken einzuräumen. Dies betraf vorwiegend Werke, die in der Hauptsache Carnallitit gefördert haben. Davon war auch das Kaliwerkes in Seega betroffen. Das endgültige Aus erfolgte am 26.Februar 1925. Der Abbruch des Werkes wurde von der Firma Harzer Eisengießerei Fritz König aus Magdeburg vollzogen. Ein Teil der der Maschinen wurde nach Frankreich überführt. Einzelne Gebäude wurden verkauft. Der Förderturm wurde am 4.November 1926 demontiert. Der Schornstein wurde am 11.Januar 1927 gesprengt. Die Seilbahn von Seega nach Göllingen ist im Sommer 1927 abgebaut worden. In einer Generalversammlung wurde die Gewerkschaft am 12.Oktober 1928 aufgelöst. Es gab während der Produktionsphase 2 tödliche Unfälle: An der Schachtkippe verunglückte am 4.März 1911 Albert Görmar aus Seega und unter Tage am 3.März 1913 Reinhold Erbstösser aus Seega.

Heute ist vom ehemaligen Kaliwerk noch eine begrünte Halde, Wohnhäuser, in dem der Obersteiger und andere leitende Angestellte wohnten und die Kaue zu sehen, in der die Stanzerei Karl Steinhof die Produktion aufgenommen hat. Die abgesperrte Schachtabdeckung mit dem Lotungsrohr ist gegenwärtig mit Gebüsch zugewachsen. Hier müsste das Bergamt in Gera wirksam werden, um entsprechende Kontrollen durchführen zu können. Der Straßennamen „Schacht“ weist noch den Weg zum Standort des ehemaligen Kaliwerkes.

Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt mit Bezugnahme auf die Ortschronik der Gemeinde Seega.

*** Bonus ***
Wer noch Lust hat einen kleinen Bonus ("Schöne Aussicht oder nur eine Schachtkippe *Bonus*") (
http://www.opencaching.de/viewcache.php?cacheid=155702) zu machen sollte die Anzahl X der Zaunpfosten in nördlicher Richtung ermitteln.

Bilder

Blick auf Seega
Blick auf Seega
Schachtleute von damals
Schachtleute von damals
Der Schacht von damals
Der Schacht von damals
Der Schacht im Bau
Der Schacht im Bau

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