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Kreuztaler Geschichte(n) - RAD Ferndorf

 Einfache Dose mit historischem Hintergrund.... ERST LESEN, DANN LOS!

von birnsojjel     Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Siegen-Wittgenstein

N 50° 58.468' E 008° 00.616' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: normal
Status: kann gesucht werden
 Versteckt am: 13. Juni 2011
 Gelistet seit: 13. Juni 2011
 Letzte Änderung: 19. Januar 2014
 Listing: http://opencaching.de/OCC953
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Beschreibung   

Kreuztaler Geschichte(n)

Durch die Kreuztaler Geschichte(n) kann sich der geneigte und interessierte Geocacher auf die Suche begeben - natürlich nach einer Dose, aber vor allem auf die Suche nach Erinnerungen an längs vergangene Kreuztaler Zeiten. Es handelt sich um Geschichten, von denen wohl nur die Wenigsten bisher etwas gehört haben, die aber zu besonders sind, um sie einfach zu vergessen...

Das Reichsarbeitsdienstlager Ferndorf

Das LagerDiese Geschichte handelt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nachzulesen ist sie genauestens recherchiert und dokumentiert in der Ferndorfer Dorfchronik Bd. 2 (Das Reichsarbeitsdienstlager) und Bd. 3 (Das Lager).
Der Text (tlw. stark gekürzt und verändert) und die Fotos sind der o.g. Veröffentlichung entnommen.

Der Reichsarbeitsdienst

Details zur Geschichte des Reichsarbeitsdienstes gibt u.a. bei Wikipedia oder hier . In der Ferndorfer Dorfchronik wird hier noch etwas weiter ausgeholt, so beginnt die Geschichte des Arbeitsdienstes zwischen 1918 und 1932, als aus verschiedenen politischen und soziologischen Bereichen Träger der Arbeitsgruppen auftraten, die zudem unterschiedlichste Beweggründe hatten:
  • Jugendbewegung wie z.B. Pfadfinder, Wandervögel. Es gab auch in Ferndorf eine Jugendvereinigung, die sich unter der Leitung des Rektors Flender gegen Ende des ersten Weltkriegs etablierte. Auf ihr Betreiben wurden die Jugendherberge und das Freibad gebaut. Nach dem Tod von Rektor Flender wurde sie Teil des SGV.
  • Parteien wie die NSDAP, die den Arbeitsdienst als Ersatz für den nach 1918 von den Siegermächten verbotenen allgemeinen Wehrdienst sahen. Sie nutzten die Lager zur Disziplinierung und Wehrertüchtigung der männlichen Jugend.
  • Bäuerliche Genossenschaften und kommunale Körperschaften: sie richteten Lager ein zur Ausnutzung billiger Arbeitskräfte
Entwicklung des RAD:
1931 - per Notverordnung wurde die staatliche Organisation „Freiwilliger Arbeitsdienst“ (FAD) eingerichtet.
1933 - nachdem Ende Januar 1933 Adolf Hitler Reichskanzler geworden war, wurden sehr zügig alle übrigen Arbeitsdienstlager mit denen der NSDAP gleichgeschaltet und der Arbeitsdienst damit eindeutig zu einem Erziehungsinstrument der Nationalsozialistischen Weltanschauung.
1935 - Am 26. Juni 1935 wurde mit der allgemeinen Wehrpflicht auch die Reichsarbeitsdienstpflicht gesetzlich eingeführt. Ab nun musste jeder gesunde Mann ein halbes Jahr Dienst im Reichsarbeitsdienst ableisten, bevor er Soldat wurde oder studieren konnte.

Der Einsatzbereich des Arbeitsdienstes verlagerte sich so zunehmend von Forst- und Kultivierungs- sowie Deichbau- oder Entwässerungsaufgaben und Tätigkeiten in der Landwirtschaft hin zu kriegswichtigen Bauaufgaben im Umfeld der kämpfenden Truppen.

Bau des Ferndorfer Lagers von 1932-1938

Vermutlich 1934 wurden zunächst vier Manschafstunterkünfte und eine Küche mit Aufenthaltsraum errichtet. Jede Baracke war 26,65 m lang, 8,20 m breit und 2,55 m hoch, lediglich die Küchenbaracke war mit 36,55 m noch länger. Später folgten noch eine Waschbaracke, eine Führerbaracke, ein Abort, Materiallager und Schuppen. Das Lager war U-förmig angeordnet mit einem Exerzierplatz in der Mitte (heute der Wanderparkplatz Irlenhecken). Ungefähr dort, wo heute das Dorfgemeinschaftshaus steht, befand sich damals die Mannschaftsbaracke Nr. 4.


Einsatz in Friedenszeiten

Zu den Arbeiten, die die RAD-Abteilung 1/209 Ferndorf ausführte, gehörte u.a.
  • Bau des Truppenübungsplatzes Trupbach
  • Bachregulierung und Trockenlegung der Hees und der Littfe
  • Transport von Schlamm aus den Klärteichen der Grube Viktoria in Littfeld in eine Flotationsanlage
  • Freischaufeln von Straßen bei Schneechaos

Einsatz in Kriegszeiten

Ab Sommer 1939 befand sich die Abteilung Ferndorf auf zahlreichen Einsätzen im Ausland, u.a. als Erntehelfer in Ostpreußen. Nach der Mithlife beim Bau des Militärflughafens bei Osnabrück wurde sie 1940 nach Le-Verdon-sur-Mer verlegt, vermutlich zur Unterstützung beim Bau der dortigen Hafenanlagen und U-Bootbunker. Es folgten Einsätze in Polen, der Schweiz, erneut in Südfrankreich und schließlich in Holland. Zwischen diesen Einsätzen gab es immer wieder Aufgaben in heimischen Gefilden.
Ende 1944 wurde das Reichsarbeitsdienstlager Ferndorf mit dem Vorrücken der Amerikaner von seinen Bewohnern verlassen.

Unterkunft für Flüchtlinge 1945-1962

Ausgebombte Siegener Bürger hatten das Lager nach dem verheerenden Luftangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944 vorübergehend bezogen, ab 1945 zog nun ein Teil der Flüchtlinge und Vertriebenen ein, die aus dem Übergangslager vom Wellersberg nach Ferndorf zugewiesen worden waren. Die Einquartierung der Vertriebenen in das ehemalige RAD-Lager war anfangs lediglich als provisorische, vorübergehende Maßnahme angesehen worden. Aufgrund der schlimmen Wohnungsnot war die Amtsverwaltung gezwungen, diese Baracken länger bewohnen zu lassen, als dies ursprünglich geplant war.
So kam es, dass noch 1962 110 Menschen dort unter teils erbärmlichsten Bedingungen lebten ("Ghettoisierung"), die erst durch die Verstärkung des öffentlichen Wohnungsbaus ("Schlichthäuser" etc.) in andere Behausungen umziehen konnten.

Das Lager, das 30 Jahre zuvor für das „Tausendjährige Reich“ errichtet worden war und in dem teilweise entwurzelte Opfer einer menschenverachtenden Politik leben mussten, wurde abgerissen. Der Großteil der entstehenden Freifläche wurde von der Waldgenossenschaft Hauberg - sie war nach wie vor die Eigentümerin des Geländes - mit schnell wachsenden Bäumen aufgeforstet. Am südlichen Rand des alten Lagergeländes, in dem Bereich, in dem die Führerbaracke gestanden hatte, entstand ein landwirtschaftlicher Betrieb.
Erst Jahre später regte sich neue Bautätigkeit in Irlenhecken. Die Gründungsmitglieder des Vereins zur Pflege der Dorfgemeinschaft in Ferndorf begannen, dem Verein ein Zuhause zu geben. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde am nördlichen Rand des ehemaligen Lagers gebaut.

Der Cache:

... ist eine regular-Dose ganz in der Nähe des ehemaligen Lagers. Parken könnt ihr auf dem ehemaligen Exerzierplatz, folgt ab der Dorfmitte in Ferndorf der Beschilderung nach Irlenhecken. Die Koors sind evtl. nicht ganz genau, daher Hint und Spoiler.

Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): Naturpark Rothaargebirge (Info)

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Logeinträge für Kreuztaler Geschichte(n) - RAD Ferndorf    gefunden 19x nicht gefunden 0x Hinweis 0x Wartung 2x

gefunden 14. Januar 2016, 11:50 Lord Kantholz hat den Geocache gefunden

gefunden 02. Januar 2016, 13:46 SimonaAndi hat den Geocache gefunden

Heute die freie Zeit genutzt und diesen Cache besucht. Eine sehr interessanter Ort! Die Dose konnte ich schnell finden und das Logbuch signieren. Vielen Dank fürs Legen und Pflegen!

gefunden 30. November 2014, 19:46 stuffkes hat den Geocache gefunden

9.08 Nach der roten Hütte. ?....... konnte ich wenigstens hier ein Fund verbuchen.
Zum lesen hatte ich nicht genug Zeit, das sind ne menge Infos.
Vielen Dank für das legen und pflegen des Caches sagen die stuffkes.

gefunden 12. März 2014 r.u.f. hat den Geocache gefunden

Bei einem kleinen Spaziergang konnten wir die Dose fix finden.

DFDC.......................r.u.f.

kann gesucht werden 19. Januar 2014 birnsojjel hat den Geocache gewartet

Alles ok, neue Dose am Ort.