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Sinti und Roma: Verfolgung und Gedenken in Berlin

 Mulitcache zu Orten der Geschichte und Kultur der Sinti und Roma

von sintiundroma     Deutschland > Berlin > Berlin

N 52° 33.070' E 013° 32.833' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 3:00 h   Strecke: 7 km
 Versteckt am: 24. Juli 2013
 Veröffentlicht am: 05. September 2013
 Letzte Änderung: 21. Dezember 2015
 Listing: http://opencaching.de/OCFAE1

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Beschreibung   

Sinti und Roma: Verfolgung und Gedenken in Berlin

Mulitcache zu Orten der Geschichte und Kultur der Sinti und Roma


Dieser Multicache dient zur Vermittlung der Geschichte und Kultur der Sinti und Roma. Er führt zu Orten des Erinnerns und Gedenkens an den nationalsozialistischen Völkermord, aber auch zu einem Ort des kulturellen Wirkens der Sinti und Roma in unserer Gegenwart. Der Cache ist barrierefrei und auch mit Kindern problemlos zu begehen.

Die Tour dauert etwa 2-3 Stunden, je nachdem ob die Informations- und Erinnerungsstätte am Otto-Rosenberg-Platz in Berlin-Marzahn miteinbezogen wird. Diese erste Station liegt recht weit entfernt von den übrigen Stationen und macht die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs nötig um von Station 1 zu Station 2 zu gelangen. Als Startpunkt für eine kürzere Variante kann daher bei Bedarf die Station 2 bestimmt werden. Für die benötigten Koordinaten kann die Frage zu Station 1 auch mithilfe des Internets beantwortet werden. Wer jedoch über ausreichend Zeit verfügt, sollte die Station 1 unbedingt besuchen und in die Tour miteinbeziehen.


Geschichtliche Einführung

Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Europa. In ihren jeweiligen Heimatländern bilden sie historisch gewachsene Minderheiten, die sich selbst Sinti oder Roma nennen, wobei Sinti die in West- und Mitteleuropa beheimateten Angehörigen der Minderheit, Roma diejenigen ost- und südosteuropäischer Herkunft bezeichnet. Außerhalb des deutschen Sprachraums wird Roma als Name für die gesamte Minderheit verwendet. In Deutschland sind Sinti und Roma seit 600 Jahren beheimatet. Die etwa 70.000 hier lebenden deutschen Sinti und Roma sind eine nationale Minderheit und Bürgerinnen und Bürger dieses Staates. Neben Deutsch sprechen sie als zweite Muttersprache die Minderheitensprache Romanes. Demgegenüber ist der historische Begriff „Zigeuner“ untrennbar mit rassistischen Zuschreibungen und Vorurteilen verbunden, die sich, über Jahrhunderte reproduziert, zu einem geschlossenen und aggressiven Feindbild verdichtet haben. Die Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma muss daher grundsätzlich von den antiziganistischen Stereotypen unterschieden werden, die tief im kollektiven Bewusstsein verwurzelt sind.

 

Wie zahlreiche Beispiele auf lokaler und regionaler Ebene zeigen, hat es etwa im Kaiserreich und in der Weimarer Republik neben diskriminierenden Sonderbestimmungen auch vielfältige Formen eines normalen Miteinanders von Minderheit und Mehrheitsbevölkerung gegeben. Das Jahr 1933 bedeutete für die deutschen Sinti und Roma ebenso wie für die deutschen Juden eine Zäsur, mit der die Zerstörung dieses Miteinanders einherging. Der NS-Staat erklärte Sinti und Roma zur „Fremdrasse“, die eine Gefahr für das „deutsche Blut“ darstellte, weshalb Sinti und Roma aus der NS-„Volksgemeinschaft“ auszuschließen seien. Erklärtes Ziel der Nationalsozialisten war zunächst die systematische Entrechtung und schließlich die vollständige Vernichtung der Minderheit vom Säugling bis zum Greis. Die Realisierung dieses Völkermords war nur im Kontext der nationalsozialistischen Rassenideologie und unter den Bedingungen totalitärer Herrschaft sowie der bis dahin ungeahnten Gewaltentfesselung im Zweiten Weltkrieg möglich. Nach Schätzungen wurden im nationalsozialistisch besetzten Europa 500.000 Sinti und Roma ermordet.

 

Station 1: Otto-Rosenberg-Straße – N52°33,070‘ E13°32,833‘

Station 1 befindet sich unmittelbar an der S-Bahn Station „Raoul-Wallenberg-Straße“ in der Otto-Rosenberg-Straße in Berlin-Marzahn. Auf dem Gelände existierte zwischen 1936 und 1943 ein Zwangslager für Sinti und Roma, das für viele der dort inhaftierten Männer, Frauen und Kinder zur Durchgangsstation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurde. Heute informiert eine Gedenkstätte mit einer Open-Air-Ausstellung über die Geschichte des Ortes. Unweit von der Gedenkstätte entfernt,  befinden sich auf dem angrenzenden Parkfriedhof ein Gedenkstein und verschiedene Gedenktafeln für die deportierten und ermordeten Sinti und Roma.

Frage:

Wie viele Pfennig betrug der Stundenlohn für die Zwangsarbeiter in der Stralauer Siemens-Glasfabrik?

Die Antwort sei ‚w‘.

 

Station 2: Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas – N52°31,032‘ E13°22,574‘

Station 2 befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Reichstagsgebäude und zum Brandenburger Tor. Am 24. Oktober 2012 wurde dort das Denkmal der Bundesrepublik Deutschland für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas eingeweiht. Den Beschluss dazu hatte die deutsche Bundesregierung bereits im Jahr 1992 gefasst. Das Denkmal wurde vom israelischen Künstler Dani Karavan entworfen. Auf dem Rand des Brunnens ist ein Gedicht des italienischen Roms Santino Spinelli mit dem Titel „Auschwitz“ zu lesen. 

Frage:

In wie vielen Sprachen ist Spinellis Gedicht auf dem Brunnenrand verewigt?

Die Antwort sei ‚x‘.


Station 3: Topographie des Terrors –  N 52° 30.427' E 013° 23.134'

Die Station 3 befindet sich dort, wo während der Zeit des Nationalsozialismus die Geheime Staatspolizei, die Reichsführung-SS sowie zeitweise auch das Reichssicherheitshauptamt beheimatet waren. Das Gelände war somit eines der einflussreichsten Zentren des nationalsozialistischen Terrors. Heute ist die „Topographie des Terrors“ einer der wichtigsten Erinnerungs- und Informationsorte an diese Terrorherrschaft in Berlin. Eine Dauerausstellung (Eintritt frei) dokumentiert die Geschichte von Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt sowie die von diesem Ort ausgehenden europaweiten Verbrechen. Ein Kapitel der Ausstellung ist der Verfolgung der Sinti und Roma gewidmet. Vor dem Eingang auf das Gelände befinden sich zwei Infotafeln zur „Geschichtsmeile Wilhelmstraße“, mit deren Hilfe die folgende Frage beantwortet werden kann.

Frage:

Unter welcher Hausnummer in der damaligen Prinz-Albrecht-Straße befand sich die SS-Verwaltungszentrale?

Die Antwort sei ‚y‘.

 

Station 4: Johann-Trollmann-Boxcamp N52°29,346‘ E13°23,782

Anfang 2011 wurde diese Sporthalle zu Ehren des von den Nationalsozialisten im KZ Neuengamme ermordeten deutschen Sinti-Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann in „Johann-Trollmann-Boxcamp“ umbenannt und an der Außenwand eine Gedenk- und Informationstafel angebracht.

Frage:

Nach wie vielen Runden wurde Johann Trollmann von Gustav Eder k.o. geschlagen?

Die Antwort sei ‚z‘

 

Final N52°ab,cbc‘ E13°cx,daz

a=√y

b=y-(x+z)

c=x/2

d=(w-2)/6

 

Man findet den Final gegenüber des Aufbau-Hauses, in dem sich seit Oktober 2015 die Berliner Dependance des Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma (und zugleich das Projektbüro "Demokratie Leben") befindet. Regelmäßig werden dort Ausstellungen und Vranstaltungen zur Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma angeboten.

Zusätzliche Wegpunkte   andere Koordinatensysteme

Station oder Referenzpunkt
N 52° 31.032'
E 013° 22.574'
Station oder Referenzpunkt
N 52° 30.427'
E 013° 23.134'
Station oder Referenzpunkt
N 52° 29.346'
E 013° 23.782'
Info Die zusätzlichen Wegpunkte werden bei Auswahl des Caches auf der Karte angezeigt, sind in heruntergeladenen GPX-Dateien enthalten und werden an das GPS-Gerät gesendet.

Hilfreiches

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Logeinträge für Sinti und Roma: Verfolgung und Gedenken in Berlin    gefunden 1x nicht gefunden 2x Hinweis 0x Wartung 2x

nicht gefunden 05. Dezember 2016 Golgafinch hat den Geocache nicht gefunden

An den einzelnen Stationen knappere ich jetzt schon eine lange Zeit.
Da Station 1 in der Nähe meiner Arbeit liegt, hatte ich sie als besucht. Station 2 besuchte ich mehrfach, vergas jedoch meistens, was ich dort noch tun wollte. Und als ich dann endlich mal gezählt hatte, ergab nichts einen Sinn. Also blieb alles liegen, bis ich wieder mal in der Gegend war. Aber auch diesmal funktionierte es mit dem gezählten Ergebnis nicht. Das im Internet gefundene Ergebniss passte auch nicht. Also versuchte ich das Pferd von hinten aufzuzäumen und suchte mit die etwaigen Finalkoordinaten, berechnete damit x und kam so auch im Rest der Rechnungen zu passenden Ergebnissen.
Nur an den berechneten Koordinaten konnte ich nichts finden.
Nun wird also wieder eine lange Zeit ins Land gehen, bevor ich das eine oder andere Ergebnis nochmals kontrollieren kann um dann endlich irgendwann zum Ziel zu gelangen.
Für die interessante Aufgabe und das Zeigen der zum Teil doch unbekannten Orte bedanke ich mich aber schon mal.

DFDieSuchaufgabe

gefunden 22. Februar 2016 nadiphan hat den Geocache gefunden

Heute war es endlich so weit. Nach mehr als einem Jahr Pause seit meinem ersten Logversuch bin ich wieder zum Finale geradelt. Heute hatte ich mehr Glück. Schon aus mehreren Metern Entfernung konnte ich den Cache sehen.

Überrascht war ich dann, dass im Logbuch gleich vier Namen vor mir standen. Entweder gibt es, bedingt durch die relativ offene Lage, viele Zufallsfunde oder die OC-Cacher sind noch log-muffeliger als ich bisher dachte. :)

 

Danke für den Cache,

Nadiphan

kann gesucht werden 21. Dezember 2015 sintiundroma hat den Geocache gewartet

Leider war der Final mehrfach verschwunden. Wir haben ihn erneuert! Die Suche kann also weitergehenZwinkernd.

nicht gefunden 04. Februar 2015 nadiphan hat den Geocache nicht gefunden

Es gibt Cache, die vergisst man relativ schnell und es gibt Cache, an die man sich sehr lange erinnert. Dieser Cache gehört definitiv in die 2. Kategorie. Das liegt nicht nur daran, dass er mich durch die ganze Stadt geschickt hat. Die vier Stationen und das Finale habe ich über die Zeit an 3 Tagen besucht. Es liegt auch an den Orten, die einem hier näher gebracht werden.

Begonnen habe ich mit der 2. Station. Der Gedenkort war mir schon bekannt. Ich habe ihn im Sommer bei einer anderen Gelegenheit besucht. Das Gedicht am Brunnen ist mir damals entgangen. Das Wiederkommen hat sich auf jeden Fall gelohnt.

An der 3. Station habe ich nur ein kurzen Stopp gemacht und die Gedenktafeln am Eingang gelesen. Die Ausstellung habe ich vor Jahren mal besucht. Vielleicht sollte ich noch einmal hingehen.

Danach war Station 1 dran. Um die Station habe ich einen ganzen Cachingtag geplant. Das Mahnmal war mir bis dahin gänzlich unbekannt. Die wenigen Passanten an dem Ort zeigten kein Interesse. Bis auf zwei Jungs um die 14 Jahre. Die zeigten mit dem Finger auf mich und amüsierten sich. Offenbar kommen nur sehr wenige mit dem Fotoapparat und lesen die Tafeln. Die Umgebung hinter dem Mahnmal dient auch als super Abschreckung.
Station 1 und 2 waren für mich die beeindruckendsten.

Heute ging es zur Station 4. Zuerst war ich auf der falschen Straßenseite. Das Problem löste sich schnell. Das Boxcamp steht ja groß genug an der Hauswand dran. Auch hier habe ich im Schneetreiben die Aufgabe gut lösen können. Eine beeindruckend mutiger Widerstand im Ring.

Danach ging es erst zum Cache und dann in die Galerie. Ich hatte den heutigen Suchtag extra auf ein Öffnungstag der Galerie verschoben. Eine kleine aber interessante Ausstellung konnte ich betrachten. Einiges hat mir gut gefallen, anderes weniger. Kunst halt. :)
Dann ging es noch einmal zum Cache. Leider konnte ich nichts finden.
Die Touren haben sich gelohnt. Da ist es (fast) egal, ob am Ende ein Fund oder Nichtfund steht.

Danke,
Nadiphan

Bilder für diesen Logeintrag:
Sation 1Sation 1
BoxcampBoxcamp
Zwangslager MarzahnZwangslager Marzahn
KinderKinder

kann gesucht werden 13. September 2013 sintiundroma hat den Geocache gewartet