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Virtueller Geocache
Historical Bingen - Goethes "Urbreccie"

 Earthcache

von DieFalken     Deutschland > Rheinland-Pfalz > Mainz-Bingen

N 49° 58.180' E 007° 55.808' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 0:15 h   Strecke: 0.1 km
 Versteckt am: 18. August 2009
 Gelistet seit: 18. August 2009
 Letzte Änderung: 30. September 2013
 Listing: https://opencaching.de/OC8E16
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Beschreibung    Deutsch  ·  English

Historisches Bingen - Goethes "Urbreccie"

Johann Wolfgang von Goethe
* 28. August 1749 in Frankfurt a.M., + 22. März 1832 in Weimar

Als Dichter, Dramatiker, Kunsthistoriker, Naturwissenschaftler und Staatsmann einer der bekanntesten Vertreter der Weimarer Klassik.

Johann Wolfgang von Goethe besuchte von Wiesbaden aus, wo er sich zur Kur aufhielt, zweimal den Binger Rochusberg, am 16. August und am 5. September 1814.

Er setzte mit dem Boot von Rüdesheim über den Rhein und schildert seine Eindrücke: "Ausgestiegen bemerkten wir sogleich, mit geologischer Vorliebe, am Fuße des Hügels wundersame Felsen. Glücklicherweise ist ein Hammer bei der Hand. Da findet sich ein Konglomerat der höchsten Aufmerksamkeit würdig. Ein im Augenblick des Werdens zertrümmertes Quarzgestein, die Trümmer scharfkantig, durch Quarzmasse wieder verbunden. Ungeheure Festigkeit hindert uns mehr als kleine Bröckchen zu gewinnen. - Möge bald ein reisender Naturforscher diese Felsen näher untersuchen, Ihr Verhältnis zu den älteren Gebirgsmassen unterwärts bestimmen, mir davon gefälligst Nachricht, nebst einigen belehrenden Musterstücken zukommen lassen! Dankbar würde ich es erkennen."

Die Faszination durch diesen wundersamen Felsen ließ Goethe nicht mehr los. Am 5. September untersuchte er die Umgebung der Felsen, um ihre Entstehung zu klären: "Nun wendeten wir uns zu der niemals genug schauenden Aussicht und untersuchten sodann das Gestein. Auf der Höhe besteht es aus einem dem Tonschiefer verwandten Quarz, am Fuße gegen Kempten zu aus einer Art Totliegendem, welches aus scharfen Quarzstücken fast ohne Bindungsmittel besteht. Es ist äußerst fest und hat außen durch die Witterung den bekannten Chalzedon - Überzug erlangt. Er wird billig unter die Urbreccien gerechnet."

Goethes Wunsch nach einer näheren Untersuchung dieser "Urbreccie" ging allerdings zeit seines Lebens nicht mehr in Erfüllung. Jedoch seiner Bitte, ihm "einige belehrende Musterstücke zukommen zu lassen", offensichtlich entsprochen worden, denn in der Sammlung Goethes im Haus am Frauenplan in Weimar finden sich vier Stücke "Urbreccie" aus Bingen.

Nach den Beschreibungen Goethes widmeten sich in den folgenden Jahrzehnten fünf geologische Arbeiten der Breccie. Sie alle kamen zu keiner endgültigen Klärung der Entstehung.
Erst die geologischen Vorarbeiten zur Errichtung dieses Platzes brachten die Lösung des Goetschen Rätsels, die Entstehung ist ein äußerst vielgestaltiger Prozess.

Quarzit ist ein sehr altes Gestein, das im Meer aus Sand entstand. Es ist im Südteil von Hunsrück und Taunus weit verbreitet.

Teile der Quarzitschicht wurden aus dem Untergrund herausgehoben und durch Verwitterung geformt. Der Ur-Rochusberg entstand. Im Damaligen trockenen Klima bildete sich am steilen Nordhang des Berges ein Hangschutt.

Millionen Jahre später wuchs am Rochusberg ein Urwald, durch dessen Wurzeln Kieselsäure im Boden freigesetzt wurde. Diese verkittete den Hangschutt.

Durch jüngere Ablagerungen wurde der Hangschutt in den nächsten Jahrmillionen wieder zugedeckt.

In der letzten Eiszeit wurde der Rochusberg durch den Rhein wieder langsam von seinen Ablagerungen befreit. Der verkieselte Hangschutt wurde freigelegt und durch Verwitterung in Blöcke aufgeteilt. Das war die Geburt der heute sichtbaren Blöcke von Goethes "Urbreccie"

Einzelne Blöcke der "Urbreccie" sind an der Oberfläche glatt poliert, Goethe nahm an, die "Urbreccien" hätten einen durchsichtigen, mikrokristallinen Quarzüberzug, ähnlich wie die glänzende Glasur bei Töpferwaren.

Tatsächlich entstand diese Politur in der Eiszeit durch starke Winde in Verbindung mit trockenem Quarzsand. Diese wirkten wie moderne Sandstrahlgebläse und polierten den Stein fein.


Beim Studium der zweiten Tafel vor Ort wird dieser Prozess vollständig erklärt. Hierzu nun folgende Fragen, deren Lösung Du bitte an GC1XD3C@drhh.de sendest.

1. Wie viel Millionen Jahre alt ist der hier vorliegende Quarzit?

2. Vor wie viel Millionen Jahren wuchs am Rochusberg ein Urwald?

3. Vor wie viel Jahren war die "Geburt" des Urbreccie?

Zum Abschluss noch ein Foto des Breccie mit GPS und schon darf nach meiner Freigabe geloggt werden.

Quelle: Schautafeln

 

Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): Landschaftsschutzgebiet Rheinhessisches Rheingebiet (Info)

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Logeinträge für Historical Bingen - Goethes "Urbreccie"    gefunden 49x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 09. Oktober 2016 Die Asbacher Bande hat den Geocache gefunden

Danke an DieFalken für die Ausarbeitung dieses sehr interessanten und lehrreichen Earthcaches.

T4TC sagt Die Asbacher Bande

 

gefunden 10. Februar 2015, 21:00 Heinzybaby hat den Geocache gefunden

Wahnsinn wie unvorstellbar alt der "Urbreccie" ist und was der Brocken in der Zwischenzeit so alles mitgemacht hat. Interessant auch, welche Rätsel den alten Herrn Goethe so beschäftigt haben und mit was sich der Kerl so alles befasst hat.

Nun ja, ich hoffe jedenfalls, ich konnte nach dem Studium der Infotafeln alle Fragen zufriedenstellend beantworten und traue mich schon mal zu loggen.

T4TC!

#1.384

gefunden 15. Januar 2015 mambofive hat den Geocache gefunden

GeoKrety "Big Jugi" bestaunt Goethes Urbreccie

Der Urbreccie stand auch schon vor ein paar Monaten auf meiner Liste, als ich das letzte mal in Bingen war. Damals hat aber leider die Zeit nicht gerreicht. Da mein Weg mich heute wieder hier in der Nähe vorbeiführte, habe ich einen kleinen Abstecher gemacht und diesen Virtual besucht.

Danke für's Herführen und für die Ausarbeitung, es ist immer wieder interessant, bei solchen Stellen auch die Hintergrundgeschichte zu hören.

TFTC & Gruß,
  sagt mambofive. 

Bilder für diesen Logeintrag:
Geokrety "Big Jugi" bestaunt Goethes UrbreccieGeokrety ´´Big Jugi´´ bestaunt Goethes Urbreccie

gefunden 21. Dezember 2014, 14:06 kruemelhuepfer hat den Geocache gefunden

Bei meiner Runde in und um Bingen habe ich einen Abstecher zur Urbreccie gemacht und die Fragen beantwortet.
Danke sagt kruemelhuepfer.

Bilder für diesen Logeintrag:
UrbreccieUrbreccie

gefunden 09. Mai 2014 murmeltier hat den Geocache gefunden

Heute am späten Nachmittag hatte ich nach einer Veranstaltung noch Lust auf ein paar Caches. Das Wetter war prima, und so bot sich eine kleine Radtour entlang des Rheins an. Dies war der dritte Earthcache auf dieser Runde.. Danke für's Herführen, für die Infos und für den Cache.
Die Antworten sind vom GC Account aus unterwegs.
Reiner aka murmeltier

Bilder für diesen Logeintrag:
murmeltiermurmeltier