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Virtueller Geocache
Bartholomäus Riseberg

 Virtueller Cache mit Logbedingungen.

von Wolf.Gang     Deutschland > Hessen > Kassel, Landkreis

N 51° 25.642' E 009° 28.765' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Versteckt am: 18. August 2010
 Gelistet seit: 18. August 2010
 Letzte Änderung: 11. Juli 2013
 Listing: https://opencaching.de/OCAD71

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Beschreibung   

Bartholomäus Riseberg
Der erste evangelische Prediger in Immenhausen.

Außer Tilemann Schnabel in Alsfeld, dem Martin Luther, damals Dekan der Theologischen Fakultät, am 11. September 1515 den Doktorhut in Wittenberg aufgesetzt hatte, hat keiner der hessischen Prädikanten der evangelischen Frühzeit in so nahen Beziehungen zum Reformator gestanden wie Bartholomäus Riseberg, der erste evangelische Prediger in Immenhausen.
Er war kein Hesse; in der Altmark, im Dorf Mieste, gelegen zwischen Gardelegen und Obisfelde, ward er am 24. August 1492 geboren und nach dem Tagesheiligen Bartholomäus genannt. Er verlor früh den Vater, verbrachte seine Jugendzeit unter ärmlichen Verhältnissen bei seinem Großvater in Wernitz und ward Ackerknecht. Erst mit 17 Jahren lernte er etwas Lesen und Schreiben beim Küster, besuchte die Schule in Gardelegen und ward acht Jahre später Lokat, Schulgeselle, d. h. Lehrergehilfe in Ruppin, Brandenburg, Wittstock, und Berlin. Dann aber zog es ihn zu Dr. Martin Luther nach Wittenberg.
Am 30. August 1518 ward er als Bartholdus Reissenberg, Gardenleubensis Halberstadensis Dioecesis in die Martrikel eingeschrieben. Nur für ein Jahr reichten seine Mittel; um neue zu verdienen, nahm er wieder die Mühsal des Lokaten auf sich, und zwar in Güstrow und an der Berliner Nikolaischule. Diesen Wechsel zwischen Lehrer- und Studentsein vollzog er dreimal. Seine Lehrertätigkeit fand ein jähes Ende, als er bei einem Besuch in Gardelegen gelegendlich eines Gastgebotes, eines Festessens, für Luther und seine Lehren eintrat; ihn traf der Bann.
Riseberg ward ein heimatloser Prädikant. Er predikte zuerst in der verfallenen Kirche seines Jugenddorfes Wernitz und dann im Agneskloster in Magdeburg. Im Krug zu Wanzleben begegnete er einen Hessen und nahm nun seinen Weg ins Hessenland nach Immenhausen. Hier mag er Ende 1522 oder Anfang 1523 eingetroffen sein. Erst hielt er Hausandachten, dann predigte er in einer Kapelle, schließlich in der Pfarrkirche. Sein Anhang mehrte sich; kein Wunder, soll er doch unter allen Schülern Luthers dem Lehrer im Predigen am nächsten gekommen sein. Der Rat von Immenhausen bestellte ihn zum Prediger, wie sein erster Biograph, Diakonus Johannes Schultze zu Gardelegen, 1668 berichtete, der noch die Aufzeichnungen benutzen konnte, die der zweite Sohn Risebergs, ebenfalls ein Bartholomäus, niedergeschrieben hatte.
Die Immenhäuser konnten nun vormittags in der Kirche einen Mönch predigen hören, der sie auf den Papst wies, und nachmittags Riseberg, der sie auf Christus wies. Als er eines Tages dem Mönch während der Prdigt zurief: "Legt die Schrift recht aus!", räumte dieser das Feld, legte dem Rat die Schlüssel vor die Füße, ging davon und verklagte seinen Gegner.
Landgraf Philipp stand damals der evangelischen Bewegung noch ablehnend gegenüber und griff wie in Alsfeld gegen Tilemann Schnabel so auch in Immenhausen gegen Bartholomäus Riseberg ein. Er schickte einige Reiter nach Immenhausen, ließ den Prädikanten aus der Kirche am 12. Juni 1523 nach Grebenstein schaffen und in den Turm sperren.
Seine Feinde schmiedeten, wie Johannes Schultze erzählte, böse Pläne. Die einen wünschten ihm den Hungertod, andere wollten ihn verbrennen, wieder andere planten, ihn als Gebannten den geistlichen Gerichten auszuliefern. Fünf Wochen lag er in Ketten; woran er dachte, hat er später mal dem verjagten Dänenkönigs Christian II. gesagt, als er ihn fragte: "Woran dachtet Ihr, als Ihr im Turm gefangen lag?" - "Ich dachte mehr hinaus als hinein." Doch all sein Grübeln half ihm nichts.
Endlich gelang es einer treuen Anhängerin, ihm Messer und Bohrer, im Brot verbacken, zuzustecken. Er war so vom Fleisch gefallen, daß er die Fesseln von den Händen streifen konnte. In der Nacht öffnete er die Turmpforte und kam über die Turmtreppe durch die verfallene Mauer und die ausgetrockneten Gräben "fein davon". Anderen Tags ausgesandte Verfolger spürten ihm vergeblich nach; denn er "ging außer der Heerstraße seiner Wege" gen Wittenberg zu Luther.
Damit endete Risebergs unstete Prädikantenlaufbahn, nunmehr trat er in den geordneten Dienst der Kirche der Reformation. Von Luther empfohlen, ward er zweiter Pfarrer in Schweinitz, nach einiger Zeit im Städtchen Brehna, Kreis Bitterfeld, und 1526 Pfarrer in Genda in der Nähe Wittenbergs. Dort hat er zusammen mit dem ihm 1528 zugeteilten Diakonus, dem er im Pfarrhaus "eine Kammer und ein gemachtes Bette" zu gewähren hatte, dreizehn Jahre nach besten Kräften in seinen Gemeinden in Stadt und Land gearbeitet, auch über der Arbeit als Pfarrer und Bewirtschafter seines Pfarrgutes die Wissenschaft nicht vernachlässigt, wie ihm die Visitatoren bezeugten, die 1534 schrieben: "Der Pfarrer, hievor aus Wittenberg dohin geordnet, ist gelehrt."
In Genda erreichten ihn fünf Gulden rückständigen Lohnes für die Tätigkeit in Immenhausen und ein Brief des Landgrafen, worin er ihm die beste Pfarre im Hessenlande versprach, falls er zurückkehre. Riseberg lehnte ab, weil Luther zu bedenken gab, der Landgraf sei ein junger Herr und könne leicht anderen Sinnes werden.
Die letzten 26 Jahre seines arbeitsreichen Lebens hat Bartholomäus Riseberg im Amt in Gardelegen gestanden. Diese Stadt, wo einst wohlwollende Bürger dem bildungshungrigen Bauernburschen den Besuch der Schule ermöglicht hatte, gewann er für Luthers Lehre. Seine Gastpredigt am 11. November 1539 in der Marienkirche gab der ins Stocken geratenen evangelischen Bewegung in der Bürgerschaft einen neuen und starken Auftrieb, so stark, daß die Erinnerung an diese Predigt unvergänglich blieb.
Die dankbare Gemeinde ließ auf seinen Grabstein setzen: Repurgavit doctrinam 11. November 1539 (er reinigt die Lehre.....). Aber so schnell war es nicht gegangen. Erst zwölf Jahre nach seiner im Frühjahr 1540 vollzogenen Umsiedlung, zu der sich "zween starke Wagen, für die jeglichen Wagen 4 gute Pferde" erbat "darauf sein Gerät gen Gardelegen zu führen" und den "behangenen Wagen des Rats, um darin Weib und Kinder vor Regen und Ungewitter zu schirmen und unverletzt hinüber zu bringen", - erst 1552 war das schwere Werk vollbracht. Er hatte seines Amtes gewaltet mit Kraft und notfalls mit Härte; sagt er doch selbst mal 1557 zu seinen Söhnen: "Nach meinen Tod werden die Leute allhier sein, als wenn sie aus dem Kerker gefallen wären, und sagen: ,Gottlob, daß er hin ist, der uns alle in einen Sack jagen wollte. Niemand konnte es ihm zu Dank machen, er wollte allein lutherische Bücher und Gesänge haben."
Auf die harten Kampfjahre folgte eine Zeit unangefochtener Amtsführung. Erst die Februar 1566 ausbrechende Pest verdüsterte die letzten Monate seines Wirkens und Lebens; zweitausend Menschen erlagen der Seuche, darunter der halbe Rat und 160 Schüler. Riseberg tat, was ihm sein Herz und sein Amt geboten, bis er selbst erkrankte. Am 10. August ging er heim. Der gleichnamige Sohn, der ihm in der Marienkirche die Grabrede gehalten hatte, starb dem Vater im Oktober nach.
Über der Tür zur Sakristei in der Nähe des Grabes hing noch 1926 das Bild dieses furchlosen und eifervollen Streiters für das reine Gotteswort, wie es Dr. Luther wieder an den Tag gebracht.
In Immenhausen hängt zwar kein Bild des ersten evangelischen Predigers in der Kirche, aber wie in Gardelegen kennt auch in Immenhausen jeder Evangelische seinen Namen und hält ihn wert.

Literatur:
Dr. Wilhelm Schmitt
Bartholomäus Riseberg
Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1959


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Beweisfoto vom Bildhauer Roman Krasnitzki geschaffenen Riseberg-Denkmal
Beweisfoto vom Bildhauer Roman Krasnitzki geschaffenen Riseberg-Denkmal

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Logeinträge für Bartholomäus Riseberg    gefunden 4x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 04. November 2015 Rangali1 hat den Geocache gefunden

Heute seit Langem wieder einmal mit der Bahn in der alten Heimat angekommen und auf dem Weg nach Hause einige virtuelle Caches geloggt. Dfdc

Bilder für diesen Logeintrag:
RisebergRiseberg

gefunden 08. Mai 2012 R.d.K hat den Geocache gefunden

Um 19:35 Uhr gefunden.

Schönen Dank für den Cache

Ralf der Kartenkundige
(Vormals Ralf der Kartenleser)

Bilder für diesen Logeintrag:
Cache-BildCache-Bild

gefunden 21. April 2012 os-jumper hat den Geocache gefunden

...aus dem Tagebuch eines Durchreisenden. Heute auf dem Weg zur Wirkungsstätte einen gemütlichen Rundgang durch die Heimat des Owners gemacht. Danke fürs zeigen.

os-jumper aus Osnabrück

 

Bilder für diesen Logeintrag:
RisebergRiseberg

gefunden 14. Oktober 2011 OpaTheo hat den Geocache gefunden

Heute Nachmittag die Heimatstadt des Owners besucht und mit den virtuellen Cachen einen kleinen aber feinen Stadtrundgang erwandertLachend!!

 

Viele Grüße aus Paderborn sendet der OpaTheo.

Bilder für diesen Logeintrag:
Bartholomäus 14.10.2011Bartholomäus 14.10.2011