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Kreuztaler Geschichte(n) - Ottos Schwester

 Historienrätselmulti mit kleiner Final-Wanderung...

von birnsojjel     Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Siegen-Wittgenstein

Achtung! Dieser Geocache ist „archiviert“! Es befindet sich kein Behälter an den angegebenen (oder zu ermittelnden) Koordinaten. Im Interesse des Ortes sollte von einer Suche unbedingt abgesehen werden!

N 50° 58.439' E 008° 03.467' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: normal
Status: archiviert
 Versteckt am: 20. Juni 2011
 Gelistet seit: 20. Juni 2011
 Letzte Änderung: 24. Mai 2016
 Listing: https://opencaching.de/OCC9E2
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Beschreibung   

Kreuztaler Geschichte(n)

Durch die Kreuztaler Geschichte(n) kann sich der geneigte und interessierte Geocacher auf die Suche begeben - natürlich nach einer Dose, aber vor allem auf die Suche nach Erinnerungen an längst vergangene Kreuztaler Zeiten. Es handelt sich um Geschichten, von denen wohl nur die Wenigsten bisher etwas gehört haben, die aber zu besonders sind, um sie einfach zu vergessen...

Ottos Schwester

Diese Geschichte handelt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Infos sind leider sehr spärlich und es bedurfte schon etwas intensiverer Recherche. Kann man ja ruhig mal sagen ;-)
Dies wird sich in absehbarer Zeit ändern, da ein Autor aus Siegburg eine umfangreiche Veröffentlichung plant. Wir sind gespannt...

Otto

Eigentlich geht es ja um Otto. Aber wer kennt ihn schon? Als er 1887 in Ernsdorf geboren wurde, ahnte wohl noch niemand, dass er rund 25 Jahre später das ganze Siegerland in Verzückung stürzen würde...

'Wie das?' werdet ihr euch sicher fragen? Nun, ganz einfach:
er wurde Luftschiffkommandant!
Portrait

Man stelle es sich vor: die ersten Begegnungen mit fliegenden Menschen gab es im Siegerland erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich einige Wagemutige mit sogenannten Freiballons in die Luft wagten. So kam es 1909 und 1910 zu den ersten Landungen solcher Ballons u.a. in Littfeld und auf der Martinshardt. Im Jahr 1908 hatte Graf Zeppelin mit einem nach ihm benannten Luftschiff die erst Fernfahrt unternommmen - und mit ganz Deutschland ebenfalls das Siegerland begeistert!
Auch Otto, der übrigens van der Haegen hieß, hatte einige Fahrten mit Freiballons im Siegerland unternommen und landete z.B. 1910 in Müsen. Nach dem Reifezeugnis in Siegen trat er in das 3. Eisenbahn-Regiment zu Berlin ein. Ab 1907 war er Leutnant und wurde 1909 zum Berliner Luftschifferbataillon 3 abkommandiert, wo er die Ausbildung absolvierte und alsbald Freiballons, Parseval-Luftschiffe und Zeppeline fliegen durfte.

Die Fotos

Nun, eine zweite Leidenschaft des guten Ottos führte dazu, dass heute einmalige Dokumente über das Siegerland zu Anfang des 20. Jahrhunderts vorliegen: er war nicht nur Flieger, sondern auch begeisterter Fotograf und nutzte seine Flüge, um zahlreiche Luftaufnahmen der Heimat anzufertigen und damit die ersten Luftbilder der Region überhaupt! Ein guter Teil der Fotos ist erhalten geblieben und sogar online verfügbar in der Bildbibliothek des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (Stichwort "haegen").
So gibt es hier Aufnahmen von Dahlbruch (wie das Folgende...), Hilchenbach, Kreuztal, Lohe und Stift Keppel (1913) sowie von Kreuztal, Geisweid und Siegen (1915).


Maschinenfabrik Gebr. Klein in Dahlbruch (ab 1939 Siemag)
© LWL-Medienzentrum für Westfalen


Hier lohnt sich das Stöbern...

Die Fahrten

Die erste Fahrt eines Zeppelines über das Siegerland erfolgte am 22. September 1910 - und muss nach zeitgenössischen Schilderungen eine unglaubliche Faszination auf die Menschen gehabt haben, die stundenlang dicht gedrängt auf den besten Plätzen ausharrten, um dieses Ereignis nicht zu verpassen. Das Luftschiff wurde vom Glockengeläut der Kirchen und vielen tausend winkenden Menschen begrüßt!

Als Otto van der Haegen am 21.5.1912 seine erste Reise über das Siegerland machte, war die Begeisterung kaum geringer. Hierbei kam es nach Erzählungen von Augenzeugen zu folgender Begebenheit:
Otto war zur damaligen Zeit mit einer jungen Dame aus der Ziegeleistraße in Ferndorf "gut bekannt". Er steuerte sein Luftschif also über ihr Wohnhaus und warf ein kleines Säckchen mit Sand hinab als Zeichen seiner Zuneigung. Leider zielte er nicht genau genug und so landete das Säckchen auf dem Misthaufen der Nachbarn, wurde aber alsbald geborgen und der Dame übergeben.

Es folgten noch weitere Fahrten übers Siegerland - wie viele, wird aber nicht verraten.

Der Krieg ...

Bei Kriegsausbruch am 1. August 1914 war der 28-jährige Otto van der Haegen, inzwischen Oberleutnant der Luftflugwaffe, Kommandant zuerst der kaiserlichen LZ VIII und dann der LZ 37. Er zählte sofort zu Beginn des Ersten Weltkriegs zu den sechs für Aufklärungs- und Angriffsfahrten eingesetzten "Luftkreuzern" über Belgien und Frankreich.
Da in den ersten vier Monaten bereits vier Zeppelin-Luftschiffe tagsüber verloren gingen, wurden die Angriffsfahrten auf England nur noch im Schutze der Dunkelheit in Neumondnächten geflogen. Auch Otto van der Haegen erhielt bereits in den ersten Augustwochen 1914 seine Feuertaufe, die er über den Frontlinien in Frankreich glücklich überstand. Artillerie und Gewehrsalven hatten sein Luftschiff zu einer Ruine gemacht, es konnte aber in der Nähe von Badonviller östlich Luneville landen. Mit seiner Mannschaft floh er in einem 16-stündigen Marsch durch die Vogesen vorbei an den Franzosen, um die deutschen Linien zu erreichen. Es gelang, dafür wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen. Im Oktober 1914 wurde ihm die Leitung der Luftschifferschule in Berlin-Johannestal übertragen.

... und das Ende

Doch ihn drängte es wieder zum Fronteinsatz Im April 1915 wurde er Kommandant der in Potsdam fertiggestellten LZ 37, mit der er nach einigen gelungenen Einsätzen abstürzte. Englische Flugzeuge verfolgten das Luftschiff auf dem Heimflug von Calais nach einem "erfolgreichen" Einsatz und schossen es in Brand. Die LZ37 stürzte aus rund 1000 m über Gent, der Heimat von van der Haegens Vorfahren ab. Die ganze Besatzung mit Ausnahme eines Unteroffiziers fand hierbei den Tod.

Gedenken

Der Kommandant Otto van der Haegen und seine Männer fanden in Gent ihre letzte Ruhestätte. Auf dem Westfriedhof zu Gent wurde über die Gräber ein Ehrenmal gesetzt.

Als die Zeit wieder reif war, gedachte man in Kreuztal dem "Kriegshelden" und Sohn der Stadt, in dem man das Reichsarbeitsdienstlager Ferndorf nach ihm benannte.
Die LZ 37 war das Erste und eines von 40 deutschen Luftschiffen, die im ersten Weltkrieg durch Absturz mit ihren Besatzungen verlorengingen.

Der Cache:

... ist ein Rückblick in die Vergangenheit. Um die Koordinaten der Dose zu bekommen, beantwortet zunächst folgende Fragen:

Wann genau wurde Otto geboren? ab.cd.1887
Wie viele Zeppelinfahrten unternahm Otto über das Siegerland? Anzahl=e
Als Ottos Mutter starb, war er 9 Jahre alt. Aufgezogen wurde er danach von einer seiner (Stief-)Schwestern. Wie ist ihr Vorname? (Anzahl Buchstaben=f, Wert des zweiten Buchstaben=g

Um zum ersten Waypoint zu kommen, setzt eure Antworten in die Formel ein:

N 50 58.gd(a*b)

und E 8 02.(e+g)(b-a)(d-e)

Dort angekommen, steht ihr vor dem Haus, in dem Ottos gesuchte Schwester lange Jahre gelebt hat und das ein sehr repräsentatives Fabrikantenhaus in Lohe war. Welche Hausnummer hat es (=h)?

Also dann, auf zum Final:
Es sei

N 50 57.(h*(e+f)-d)(d+b+g)

und E 8 03.(b*h+f)(a-g)

Es erwartet euch nun eine klitzekleine Wanderung, an deren Ende ihr die Dose und vielleicht etwas aus der Geschichte wieder-findet.

Bitte Spoiler & Hint benutzen anstatt alles zu zertrampeln und KEINE FOTOS vom Final einstellen - Danke!

Ihr habt nun einen kleinen Einblick in die Luftfahrtgeschichte des Siegerlandes erhalten. Man glaubt es irgendwie kaum, aber es gibt noch eine ganze Menge darüber zu berichten - nun, vielleicht ein anderes Mal...



Quellen:
Siegerlandkurier vom 23.08.2009
Unser Heimatland 1959
Wikipedia
div. Korrespondenz aus dem Kreuztaler Stadtarchiv

Hilfreiches

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Logeinträge für Kreuztaler Geschichte(n) - Ottos Schwester    gefunden 11x nicht gefunden 0x Hinweis 0x Wartung 2x

OC-Team archiviert 24. Mai 2016 dogesu hat den Geocache archiviert

Wie zuvor angekündigt, erfolgt hier nun die Archivierung. Sollten sich später neue Aspekte ergeben, so kann dieses Listing durch den Owner selbstständig über ein "kann gesucht werden"-Log reaktiviert werden.
Bei Unklarheiten oder Fragen kannst du gerne mich oder das Team kontaktieren.

dogesu (OC-Support)

OC-Team momentan nicht verfügbar Die Cachebeschreibung ist veraltet. 24. April 2016 dogesu hat den Geocache deaktiviert

In dieser Beschreibung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man Spoiler und Hint verwenden soll, diese Angaben finden sich aber nur auf geocaching.com.

Die Nutzungsbedingungen von opencaching.de enthalten unter anderem diesen Punkt:

Ist der Geocache auch auf anderen Webseiten veröffentlicht, so muss die Beschreibung immer auf allen Webseiten aktuell und vollständig gehalten werden. Aktualisierungen der Beschreibung müssen zeitnah auch auf den anderen Plattformen vorgenommen werden.

Der Owner sollte hier dringend das Listing dem aktuellen Stand anpassen, so dass sein Cache auch hier wieder gefunden werden kann; bis dahin setze ich den Status auf "Momentan nicht verfügbar". Sollte innerhalb eines Monats (d.h. bis zum 24. Mai 2016) keine Rückmeldung erfolgen, werde ich den Cache archivieren

Bei Unklarheiten oder Fragen kannst du gerne mich oder das Team kontaktieren.

dogesu (OC-Support)

gefunden 20. Mai 2014 paemman hat den Geocache gefunden

Für mich müßte dieser Cache eher unendliche Geschichte heißen - da war ich ganz schön lange dran.

Die Informationen waren mit etwas Suche zu finden, nach einer mußte ich etwas länger suchen, bei einer anderen war ich nicht ganz sicher.

An Station 1 habe ich es zuerst virtuell probiert, aber das hat nicht so geklappt. Auch vor Ort wars schwierig - die Satelliten standen nicht gut und ich war vorm falschen Haus - die Ergebnisse passten nicht. Schließlich hatte ich die Hausnummer und endlich ein Ziel, das nicht in Unglinghausen oder so lag.

Da bin ich dann mal hingelaufen und hab natürlich nicht gefunden - klassisch verrechnet. Im Grunde wars nicht so weit von der Dose weg - aber in der Natur machte das dann so viel, das nicht ging. Leider war ich sehr viel näher am unteren Weg.

Heute gings dann ganz leicht (na gut, wenn man den Spoiler im Kopf hat).

Danke für den interessanten Geschichtscache und viele Grüße

paemman

gefunden 07. Juni 2013 Andy1959 hat den Geocache gefunden

Das Rätsel war schon lange gelöst und die Finalkoordinaten in meinem Navi abgespeichert. Heute sollte dann bei herrlichem Wetter ein kleiner Nachmittagsspaziergang unternommen werden. Der richtige Weg war schnell ausgemacht und die gut 800 m bei machbaren Steigungen schnell bewältigt. Die Dose konnte dann mit Hilfe des Hints gefunden werden, weil mich mein Navi immer noch einige Meter weiterführen wollte und ich schon über das Versteck drüber gestiegen war . So konnte ich mich im Logbuch verewigen und anschließend noch die tolle Aussicht genießen.

Danke für das schöne Rätsel, den Cache und für's Herführen.

Andy1959

gefunden 25. November 2012 EO+Gangsterlein hat den Geocache gefunden

Ottos Schwester ließ sich nicht so leicht herausfinden, aber als sie sich nicht mehr verstecken konnte, ging alles leicht...der Outdoorteil allerdings hielt eine Überraschung parat....unglaublich, wie viele Höhenmeter so eine 'klitzekleine Wanderung' doch haben kann Der steile Anstieg war aber oben schnell vergessen, als wir die herrliche Aussicht entdeckten, und natürlich die Dose! Interessante Gegend hier oben, von der wir bislang noch nichts wußten....genausowenig wie von Otto. TFTC
in: TB 'Kobolds Flugobjekt'