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Schulfrei für Randale

von Ralyx     Deutschland > Hessen > Schwalm-Eder-Kreis

N 50° 54.766' E 009° 11.136' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: klein
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 1:00 h   Strecke: 1.5 km
 Versteckt am: 09. November 2018
 Veröffentlicht am: 31. Dezember 2018
 Letzte Änderung: 31. Dezember 2018
 Listing: https://opencaching.de/OC14F73
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Geokrety-Verlauf

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Infrastruktur
Wegpunkte
Zeitlich
Saisonbedingt
Benötigt Werkzeug

Beschreibung    Deutsch  ·  English

Die einzelnen Stationen dieses Multis führen entlang des Weges, den eine aufgeputschte Menge am Morgen des 9. November 1938 nahm, um Wohnungen in Treysa zu zerstören und gewalttätig gegen die darin lebenden jüdischen Familien vorzugehen. Das Besondere: Die Übergriffe erfolgten am hellichten Tag und Schüler der städtischen Schule erhielten schulfrei, um sich an den Ausschreitungen zu beteiligen. Der zurückzulegende Weg beträgt etwa zwei Kilometer. Das Ziel befindet sich nicht in der Nähe des Starts. Man hätte den Weg auch kürzer wählen können, ich habe mich aber an den Originalverlauf gehalten, den die Menschenmenge 1938 genommen hat.
Für Rollifahrer: Der Weg ist grundsätzlich barrierearm (bis auf eine kleine, aber in der Regel zu bewältigende Schwelle an der Mainzer Brücke), an einigen Stellen verläuft er allerdings steil beziehungsweise hat er viel Gefälle.
Wer den Weg vom Final zum Ausgangspunkt zu Fuß zurücklegt, kann noch den Bonus mitnehmen.
Hinweis zur Berechnung der einstelligen (oder iterierten) Quersumme:
Von der einfachen Quersumme wird weiter so lange die Quersumme gebildet, bis nur noch eine einstellige Zahl übrig bleibt.

Station 1: Ehemalige Stadtschule Treysa

NSDAP-Ortsgruppenleiter Georg Bachmann hatte eine schriftliche Anweisung von seiner Kreisleitung erhalten, eine "Aktion gegen die Juden einzuleiten". Dazu holte er sich aus der Stadtschule neben der Stadtkirche etwa 50 Schuljungen im Alter von 8 bis 14 Jahren, die er vom Schulleiter beurlauben ließ.
Zwischen Parkplatz und Kirchvorplatz steht eine Informationstafel, auf der die Kirche und die inzwischen abgerissene Stadtschule zu sehen sind. Darauf ist das Jahr angegeben, in dem das Bild von Schule und Kirche entstand. Die einstellige Quersumme des Jahres ergibt A.

Station 2: Haus der Familie Schwalm (Am Angel 11)

Nachdem Bachmann den Schülern auf dem Schulhof Anweisungen gegeben hatte, ermunterte er sie, die Fensterscheiben im gegenüberliegenden Haus Schwalm am Angel einzuwerfen, indem er ihnen zurief: "Na, Jungens, ich will mal sehen, wer von euch am besten werfen kann."
Vor dem Haus liegen drei Stolpersteine, einer davon für Jenny Schwalm. Die dritte Ziffer des Geburtsjahrs (Jg.) von Jenny Schwalm ist B

Station 3: Haus der Familie Moses (Kirchplatz)

Die aufgeputschte Menge zog über den Kirchplatz vorbei am Haus von Moritz Moses. Hier wurde nichts zerstört. Moses war wenige Jahre zuvor wegen angeblicher Schändung eines arischen Mädchens in der Stadt herumgeführt und später im Nachbarort Ziegenhain bei einem Übergriff erschlagen worden.
Vor dem Haus wird an Moritz Moses erinnert. Die letzte Ziffer des Jahres, in dem Moses umgebracht wurde, ist C.

Station 4: Haus und Geschäft von Simon Mathias (Braugasse)

Nächstes Ziel war das Haus der Familie Mathias in der Braugasse. Ab hier übernahm der Kraftfahrer Hans Knauf die Führung. Inzwischen waren auch Schüler der Oberschule dazugestoßen. Mathias betrieb in der Braugasse ein Eisenwaren- und Werkzeuggeschäft. Mit einer Stange wurden die Fenster und die Türfüllung eingestoßen, anschließend die Wohnungseinrichtung zerstört. Mathias wurde durch die Wohnung gejagt. Seine Frau versuchte vergeblich, die Angreifer zum Einlenken zu bewegen, indem sie darauf hinwies, dass ihr Mann im Ersten Weltkrieg als deutscher Soldat ein Auge verloren hatte.
Die Hausnummer nehmt ihr für D (der Hauseingang ist nach außen hinausgemauert).

Station 5: Wohnhaus und Geschäft von Josef Abraham (Marktplatz/Ecke Burggasse)

Als nächstes wurde der nahe dem Rathaus gelegene Stoff- und Kurzwarenladen von Josef Abraham verwüstet, die Fenster eingeworfen und die Waren nach draußen geworfen. Die Federn aus den Bettkissen flogen über den Marktplatz.
Ein Teil des Hauses ist mit Holz-Schindeln verkleidet (Richtung Marktplatz). Die einstellige Quersumme der Zahl der Fenster in dieser Wand (die Schaufenster im Erdgeschoss zählen nicht mit) ergibt E.

Station 6: Haus der Familie Isaak Plaut/Ehemalige Synagoge (Neuer Weg)

Der Pulk zog vom Marktplatz in den Neuen Weg, zur Wohnung des Lehrers Isaak Plaut und zum danebenstehenden jüdischen Gotteshaus, der Synagoge. Zuerst wurde die Wohnung des Lehrers verwüstet. Er war nicht zuhause, sondern hielt sich in Siegen auf und wurde dort verhaftet. Er wurde ins KZ Oranienburg verschleppt und dort in einer Jauchegrube ertränkt.
Anschließend wurde die Synagoge geplündert, die reichhaltige Einrichtung zerstört. Die Thorarolle lag auf der Straße im Dreck. Nachbarn verhinderten, dass die Synagoge angezündet wurde. Sie fürchteten, dass ihre eng danebenstehenden Häuser mit abbrannten. Die Synagoge hatte nach der Tötung und dem Wegzug der Treysaer Juden keine Funktion mehr und wurde Ende der 1950er Jahre abgerissen.
Auf der rechten Seite wurde an einer Mauer eine Erinnerungstafel angebracht. Die einstellige Quersumme der Jahreszahl der Aufhängung der Tafel (letzte Zeile) ergibt F.

Station 7: Baustoff- und Eisenwarengeschäft von Abraham Katzenstein II (Wagnergasse 22)

Auch in diesem Geschäft wurden Waren gestohlen, Einrichtung und Auslagen wurden zerstört. Die gesamte Aktion an diesem Tag dauerte bis in den Nachmittag.
Vor dem Haus erinnern zwei Stolpersteine an das Schicksal der ehemaligen Bewohner. Die letzte Zahl des Geburtsjahres (Jg.) von Abraham Katzenstein ist G.

Für die jüdischen Familien ergriff niemand offen Partei. Es wird berichtet, dass einzelne Einwohner das Vorgehen missbilligten. So wurden einige der Kinder aufgefordert, aus den Geschäften und Häusern entwendete Gegenstände zurückzubringen. Trotzdem gingen die Schikanen weiter. Abends wurde Levi Levi, der in der Niederrheinischen Straße (heute Wiegelsweg 2) wohnte, von einem Trupp SA-Männer auf übelste Weise schikaniert. Er wurde gezwungen, ohne Schuhe zur Schwalm zu laufen und mehrmals in den kalten Fluss zu springen. Levi kam 1942 in Theresienstadt ums Leben.
In der Folge kam es zu weiteren Übergriffen gegen Treysaer Bürger. Auch der jüdische Friedhof wurde verwüstet, wann genau steht allerdings nicht fest.

Berechnung des Finals

A =
B =
C =
D =
E =
F =
G =

Die Ziel-Koordinaten errechnen sich folgendermaßen:
N 50° (A-2)G.CDF'
E 9° EE.D(B-4)D'

Zur Überprüfung:
Einfache Quersumme der letzten drei Ziffern der Nordkoordinate: 14
Einfache Quersumme der letzten drei Ziffern der Ostkoordinate: 11

Im Final ist Platz für kleinere TBs oder Coins. Hier findet ihr auch Hinweise auf einen Bonus für den Rückweg, damit sich der längere Fußmarsch zurück zum Start etwas lohnt.

Hall of Fame

FTF:
STF:
TTF:

Quellen

Dank

Vielen Dank an Bernd Lindenthal für sein Engagement und die Beratung. Mein Dank geht auch ans Co von Schnudi & Co und an boro0470 für die wertvollen Tipps nach dem Beta-Test.

Foto

Merlin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Zusätzliche Wegpunkte   andere Koordinatensysteme

Parkplatz
N 50° 54.760'
E 009° 11.139'
Parkplatz für PKW und Fahrräder
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.767'
E 009° 11.138'
Station 1: Ehemalige Stadtschule Treysa
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.751'
E 009° 11.137'
Station 2: Haus der Familie Schwalm
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.782'
E 009° 11.183'
Station 3: Haus der Familie Moses
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.799'
E 009° 11.196'
Station 4: Haus und Geschäft von Simon Mathias
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.755'
E 009° 11.337'
Station 5: Wohnhaus und Geschäft von Josef Abraham
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.838'
E 009° 11.111'
Station 6: Haus der Familie Isaak Plaut/Synagoge
Station oder Referenzpunkt
N 50° 54.848'
E 009° 11.068'
Station 7: Geschäft von Abraham Katzenstein II
Info Die zusätzlichen Wegpunkte werden bei Auswahl des Caches auf der Karte angezeigt, sind in heruntergeladenen GPX-Dateien enthalten und werden an das GPS-Gerät gesendet.

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

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Thorarolle und Zeigestift
Thorarolle und Zeigestift

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