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Rotes Nowawes (DE/EN)

 30-minütiger Spaziergang auf den Spuren des Roten Nowawes

von Krakerich     Deutschland > Brandenburg > Potsdam, Kreisfreie Stadt

N 52° 23.536' E 013° 05.487' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: klein
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 0:30 h   Strecke: 1.0 km
 Versteckt am: 26. Februar 2019
 Veröffentlicht am: 26. Februar 2019
 Letzte Änderung: 26. Februar 2019
 Listing: https://opencaching.de/OC150B8
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Infrastruktur
Zeitlich
Saisonbedingt

Beschreibung    Deutsch  ·  English

Cachebeschreibung
Dieser Multi lädt euch zu einem 30-minütigen Spaziergang auf den Spuren des Roten Nowawes während der Zeit der Weimarer Republik ein. Er führt zu mehreren Gedenktafeln im heutigen Babelsberg. Es wird keine besondere Ausrüstung benötigt.

Historische Einleitung
Auf Anweisung Friedrich des II. begann 1751 die erste Bauphase der „Weberkolonie bei Potsdam“ Nowawes. Frei übersetzt leitet sich der Name aus dem tschechischen für kleines/neues Dorf ab. Bereits im ersten Jahr siedelten sich die ersten böhmischen Weberfamilien an. Aufgrund schlechter bzw. ausfallender Lohnzahlungen und Nichteinhaltung von Verträgen waren die Familien zwischen den beiden Residenzstädten Potsdam und Berlin von größter Armut betroffen. Immer wieder kam es zu Weberaufständen. Das Elend und die Not verschwanden auch nicht mit der Weiterentwicklung und Vergrößerung der Kolonie in den folgenden Jahrzehnten. Rathaus NowawesMitte des 19. Jahrhunderts vollzog sich auch in Nowawes eine fortschreitende Industrialisierung. Fabriken entstanden entlang der Großbeerenstraße. Die soziale Lage der Weber*innen verschärfte sich. Die Webmaschinen in den Fabriken produzierten schneller und mit geringerem Aufwand als die Manufakturen der einzelnen Familien. Ihre soziale Struktur löste sich auf und ging in die der Arbeiterklasse über, die nicht nur in der Textilherstellung, sondern auch in den Schuh- und Lokomotivfabriken oder in der Filmindustrie schuften musste. Soziale Kämpfe waren vorprogrammiert und so begannen sich die Bewohner*innen erst in der und um die SPD und später der KPD zu organisieren. Immer größere Verwerfungen mit dem adeligen Potsdam und dem königstreuen Neuendorf entstanden. Das Rote Nowawes war geboren.

Start  N 52° 23.536 E 013° 05.487
Ihr steht vor dem Rathaus Nowawes. 1897 beschließt die Gemeindevertretung von Nowawes hier ein Rathaus zu errichten, welches am 19. Januar 1900 feierlich eröffnet wurde. Sieben Jahre später werden die beiden Gemeinden Neuendorf und Nowawes zusammengelegt. Das Rathaus war bis 1939 Sitz der Nowaweser Stadtverwaltung.

Am 9. November 1918 wird der Generalstreik ausgerufen, dem sich auch Nowaweser Arbeiter*innen anschließen. Am Nachmittag weht auf dem Nowaweser Rathaus die rote Fahne, nachdem das Haus von Arbeiter*innen besetzt wurde. Die Ergebnisse der Wahlen zum Parlament der ersten deutschen Republik unterscheiden sich in Nowawes deutlich von denen der benachbarten Stadt Potsdam. In Nowawes erhielten die linken Parteien USPD und SPD eine deutliche Mehrheit. Bis zur Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 schaffte es die NSDAP nicht im Stadtparlament Nowawes einen Sitz zu erreichen. Im Jahre 1974 wurde dem ehemaligem Rathaus Nowawes der Name „Herbert Ritter“ verliehen.

Wegpunkt 1 – Friedrich-Kirch-Platz und Herbert Ritter  N 52° 23.615 E 013° 05.787 Umzug der Schalmeien-Kapelle 1931
Der Friedrich-Kirch-Platz, heute Weberplatz, im Herzen vom Roten Nowawes gelegen, war stets Ausgangspunkt für Demonstrationszüge und weitere Protestveranstaltungen. So auch am 30. Januar 1933, als sich ein Protestzug gegen die Machtübernahme Hitlers formierte, zum Potsdamer Stadtschloss und wieder zurück nach Nowawes zog. In der heutigen Friedrich-Engels-Str. sollten die 300 Demonstrierenden durch Polizisten gestoppt werden, doch wurden diese durch den Demonstrationszug zurückgeschlagen – das Rote Nowawes hatte zum letzten Mal gesiegt.


Ihr steht an der Gedenktafel für den ermordeten Jungkommunisten Herbert Ritter. Er war aktives Mitglied des Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD), der Nachwuchsorganisation der KPD. Am Abend des 12. November 1931 war hier der 17-Jährige nach einer Veranstaltung des KJVD auf dem Weg nach Hause, als er und einer seiner drei Begleiter durch Schüsse eines SA-Mannes getroffen wurden. Herbert Ritter verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Er war das erste Todesopfer des Faschismus in Nowawes. Der Schütze wurde lediglich wegen illegalem Waffenbesitzes belangt. Nach Herbert Ritter war neben dem Rathaus auch die heutige Bendastr. benannt.

Aufgabe: Vor der Gedenktafel findet ihr Möglichkeiten eure Fahrräder abzustellen. Notiert euch die Anzahl dieser Bögen (Anzahl=A).


Wegpunkt 2 – Versammlungslokal Otto Hiemke  N 52° 23.774 E 013° 05.793 Das Rote Nowawes wählt Thäkmann
Kneipen und Gastwirtschaften spielten im Roten Nowawes eine wichtige Rolle. Sie waren Orte des Miteinanders und der Organisation von politischer Arbeit. Die Versammlungslokale wechselten im Laufe der Zeit, die Sportgaststätte Otto Hiemke war einer der Treffpunkte. Hier gründeten sich 1919 die Nowaweser Ortsgruppen der KPD und 1924 des Roten Frontkämpferbundes. Beim Betreten des Gastraumes steigt mensch heute zwei Stufen hinab. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde Anfang der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts der Boden soweit ausgehoben, dass die Raumhöhe den extra neu geschaffenen Mindestanforderungen entspricht. Die preußischen Bürokraten hatten sich diese Richtlinie ersonnen, um gegen das unliebsame Versammlungslokal der Kommunist*innen in dem niedrigen Weberhaus vorgehen zu können. Aufgrund der kreativen Idee der Aushebung und der gemeinsamen nächtlichen Anstrengung musste am nächsten Morgen der mit der Schließung beauftragte preußische Beamte unterrichteter Dinge wieder abziehen.

Aufgabe: Wenn ihr euch der Gedenktafel von Osten nähert, werdet ihr auf einem Schild aufgefordert etwas zu tun. Notiert euch die kleingeschriebene Ziffer auf diesem Schild (Ziffer=B) und die Anzahl der Schrauben, mit denen die Gedenktafel zur Gründung der Ortsgruppen der KPD und des RFB befestigt ist (Anzahl=C).

Wegpunkt 3 – Sportplatz an der Priesterstraße  N 52° 23.899 E 013° 05.729 Concordia Nowawes 1924
Ihr steht vor dem Karl-Liebknecht-Stadion, der Spielstätte des SV Babelsberg 03. Auch im Roten Nowawes blickt der Fußball auf einer Tradition im Arbeitersport zurück. 1894 gründete sich die Freie Turn- und Sportvereinigung, zwölf Jahre später folgte mit dem Arbeiter-Sportverein Concordia 06 die Gründung eines proletarischen Fußballvereins. Nach Ende des ersten Weltkrieges bildeten Concordia und die Freien Turner die Freie Turn- und Sport-Vereinigung Nowawes von 1894 im Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB). 1924 legten die Mitglieder*innen auf dem Gelände den Sportplatz an der Priesterstraße (heutige Karl-Liebknecht-Str.) an. Auf diesem Gelände steht heute das Stadion. 1928 kam es zur Spaltung im Arbeitersport. Die aus dem ATSB ausgeschlossen Vereine organisierten sich von nun unter dem Dachverband Rot-Sport. Im März 1933 erfolgte das Verbot des Verbandes, sodass alle ihr angeschlossen Verein aufgelöst wurden – Der ASV Concordia 06 hörte offiziell auf zu existieren.

Aufgabe: Zwischen den Eingängen des Stadions befinden sich mehrere Gedenktafeln zur Geschichte des Standortes. Eine davon informiert über den Beginn des Arbeitersports in Nowawes. Notiert euch die Anzahl der Schrauben, mit denen diese Tafel festgemacht ist (Anzahl=D).

Final
Ihr habt nun Werte für A, B, C und D ermittelt. Das Final findet ihr in einer Straße, deren Name zu einem der Wegpunkte passt bei:

N 52° 23.X X=113+(A⋅B⋅C⋅D)
E 013° 05.Y Y=110+(A⋅B⋅C⋅D)

Die Umbenennung von Nowawes in Babelsberg 1938 begründete der damalige NSDAP-Bürgermeister Benz mit dem "undeutschen Namen, dem außerdem noch immer der Makel einer marxistischen Hochburg anhaftet." Ein Jahr später wurde Babelsberg infolge einer Gemeindegebietsreform ein Stadtteil von Groß-Potsdam.

Weitere Informationen
Geschichte von Concordia Nowawes 06

Zusätzliche Wegpunkte   andere Koordinatensysteme

Station oder Referenzpunkt
N 52° 23.615'
E 013° 05.787'
Vor der Gedenktafel findet ihr Möglichkeiten eure Fahrräder abzustellen. Notiert euch die Anzahl dieser Bögen (Anzahl=A).
Station oder Referenzpunkt
N 52° 23.774'
E 013° 05.793'
Wenn ihr euch der Gedenktafel von Osten nähert, werdet ihr auf einem Schild aufgefordert etwas zu tun. Notiert euch die kleingeschriebene Ziffer auf diesem Schild (Ziffer=B) und die Anzahl der Schrauben, mit denen die Gedenktafel zur Gründung der Ortsgruppen der KPD und des RFB befestigt ist (Anzahl=C).
Station oder Referenzpunkt
N 52° 23.899'
E 013° 05.729'
Zwischen den Eingängen des Stadions befinden sich mehrere Gedenktafeln zur Geschichte des Standortes. Eine davon informiert über den Beginn des Arbeitersports in Nowawes. Notiert euch die Anzahl der Schrauben, mit denen diese Tafel festgemacht ist (Anzahl=D).
Info Die zusätzlichen Wegpunkte werden bei Auswahl des Caches auf der Karte angezeigt, sind in heruntergeladenen GPX-Dateien enthalten und werden an das GPS-Gerät gesendet.

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

O: Gur qvtvg vf sbyybjrq ol 'u' naq jevggra juvgr ba oynpx.
Svany: Arne gur tebhaq.

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

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Logeinträge für Rotes Nowawes (DE/EN)    gefunden 2x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 28. Februar 2019, 19:06 garminrouter hat den Geocache gefunden

Die Wegpunkte waren mir natürlich bekannt, so konnte ich sie heute auf dem morgendlichen Weg zum Bäcker in umgekehrter Reihenfolge abradeln. Beim Frühstück muffeln wurde gerechnet und heute Abend erfolgte der Zugriff. Vielen Dank an Krakerich, Hylaxin für das Legen und Pflegen dieses schönen Multis, mit den besten Grüßen aus Babelsberg! 
Gefunden am 28. Februar 2019 um 19:06 Uhr

gefunden Der Cache ist in gutem oder akzeptablem Zustand. Empfohlen 26. Februar 2019 Euni hat den Geocache gefunden

(FTF) im Team. Dieser Cache liegt ja ganz in der Nähe meiner Behausung. Trotzdem vertrödelte ich noch einige wertvolle Minuten, weshalb ich mich herzlich bedanken muss, dass ihr auf mich gewartet habt. Hiemke kenne ich gut, weil dort schon mal der Potsdamer Geocaching-Stammtisch stattfand. Auch treffe ich mich dort immer mit meiner Ex-Frau, wenn es mal was zu bereden gibt. Zur Gedenktafel für Herbert Ritter ist noch anzumerken, dass diese nach 1990 erst einmal unter einer Holzverkleidung mit dem Namen einer dort befindlichen Bildungsstätte verschwand. Man dachte, es wäre das Namensschild für die dort befindliche Einrichtung und ahnte nicht mehr, dass die Gedenktafel darunter war. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wurde durch einen stadtbekannten Antifaschisten vor einigen Jahren die Gedenktafel wieder freigelegt. Heute hat es mit dem zeitnahen Loggen geklappt.
In: Empfehlung; out: nix. Euni