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Komm mit in meine Welt

 Cachereihe zu Autismus Teil 2

von coelna     Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Bonn, Kreisfreie Stadt

N 50° 44.358' E 007° 07.098' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: mikro
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 1:30 h   Strecke: 6 km
 Versteckt am: 14. Mai 2021
 Veröffentlicht am: 14. Mai 2021
 Letzte Änderung: 18. Mai 2021
 Listing: https://opencaching.de/OC16BAD
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Infrastruktur
Der Weg
Zeitlich
Saisonbedingt

Beschreibung   

Diese Schnitzeljagd nimmt dich mit auf eine Reise durch Bonn aus den Augen von Charlotta. Charlotta ist Autistin* und nimmt die Welt daher womöglich ein bisschen anders wahr. Also sei gespannt und offen für eine Entdeckungsreise.

Die kursiv geschriebenen Texte sind die Gedanken von Charlotta.

*Was eine Autismus-Spektrum-Störung ist, wird in diesem Cache (GC96FNV) kurz erklärt. Die Erfahrungen hier spiegeln nur die Sichtweise einer Autistin wider. 

Die Reise beginnt an einem der trubeligsten Orte Bonns, dem Konrad-Adenauer-Platz: Charlotta ist gerade mit der Bahn hier angekommen. Sie steigt aus dem Zug und die Welt stürzt auf sie ein.

Oh ist das hell, schnell die Sonnenbrille aufziehen. Und so viel Gedränge auf dem Bahnsteig: bloß aufpassen, dass mich keiner berührt.

Plötzliche Berührungen kann Charlotta kaum ertragen. Sie erschreckt dann als wäre sie von einem Blitz getroffen. Also schlängelt sie sich vorsichtig an den Leuten vorbei und überquert die Straße.

Puh, erstmal durchatmen. Ok, jetzt orientieren: wo muss ich überhaupt hin. Es ist so unübersichtlich hier mit den vielen verschiedenen Bus- und Bahnstationen, Autos, Geschäften, Schildern und Menschen. Und dann auch noch die vielen Geräusche: laute Autos, das schrille Quietschen der stoppenden Bahn, ein quängelndes Kind, das Schellen einer Fahrradklingel, ein dumpfes "Klong" als ein Mann seine Cola-Dose in den Mülleimer wirft.

Für Charlotta sind das sehr viele Reize auf einmal, die sie wahrnimmt. Ein autistisches Gehirn ist nicht so gut darin diese Reize zu filtern. So kann es sein, dass ein*e Autist*in überempfindlich auf Geräusche reagiert und in anderen Bereichen unterempfindlich ist, z.B. bei der Schmerzverarbeitung. Diese sensorische Wahrnehmung kann sehr individuell unterschiedlich sein.

Charlotta atmet kurz durch. Als sie sich umschaut, weckt das Schild des Geschäfts "Bestattungen Büchel" ihr Interesse, denn dort sind Zahlen vermerkt. Charlotta mag Zahlen, da sie logisch und strukturiert sind.

-> Notiere die Iterierte Quersumme des Gründungsjahres des Geschäfts als "A"

Genug geträumt. Charlotta erinnert sich, dass Sie heute eine Runde durch Beuel drehen wollte. Also überquert sie an der Apotheke am KAP die Straße und biegt rechts in die Friedrich-Breuer-Straße ein. Sie lässt einige Kreuzungen hinter sich bis sie links die Josefschule siehst. Hinter der Schule biegt Charlotta links in die Agnesstraße ein und bleibt kurz stehen.

Ach die Schulzeit. Gut, dass das schon lange Vergangenheit ist. Ich habe mich oft anders gefühlt als die anderen Kinder. Vor allem typische Mädchensachen haben mich so gar nicht interessiert. Damals habe ich noch versucht dazuzugehören, wusste aber nicht so recht wie. Das haben sie gemerkt und mich geärgert, besonders wenn ich mich lieber mit Pflanzen beschäftigt habe als mit ihnen über Jungs zu quatschen.

Autist*innen können oft sogenannte Spezialinteressen haben, in denen sie sich sehr gut auskennen und mit denen sie viel Zeit verbringen können. Oft können sie sich sehr fokussiert in etwas reinfuchsen (RW) und ein großes Wissen aufbauen. Es hilft Ihnen auch zu entspannen.

Nun aber genug an die Vergangenheit gedacht, lieber im Hier und Jetzt leben. Oh, da ist ja wieder ein Schild mit Zahlen drauf, wie toll.

-> Notiere dir wie viele Stunden der Spielplatz an unterichtsfreien Tagen geöffnet hat als "B".

Nun geht es weiter die Straße entlang. Nach einer Linkskurve erblickt Charlotta links von ihr eine Klavierschule.

Wie toll es wohl klingen würde, wenn ich auf dem Flügel im Schaufenster spielen könnte.

-> Notiere dir wie viele Scheiben das Schaufenster vor dem Flügel hat als "C"

Charlotta geht weiter und überquert die Straße an der Fußgängerampel.

Was hat das Berliner Ampelmännchen wohl in Bonn zu suchen..?

Sie folgt der Straße Richtung Süden und bleibt am Krankenhaus stehen.

Krankenhäuser gruseln mich. Einmal musste ich operiert werden und 5 Tage im Krankenhaus verbringen. Das war sehr anstregend: eine neue Umgebung in der ich mich zurecht finden musste; mein gewohnter Tagesablauf war ganz anders; ich hatte keinen Rückzugsort, da in meinem Zimmer noch eine weitere Patientin lag; das Licht in Krankenhäusern ist so grell; man wartet oft stundenlang auf Pfleger*innen und Abläufe sind unklar.

Nach dem Krankenhausaufenthalt brauchte ich unabhängig von der OP erstmal einige Tage Ausruhzeit zu Hause, um das alles zu verarbeiten und in meine gewohnten Rituale zurückzufinden.

Für Autist*innen sind Routinen sehr wichtig, sie geben ihnen Sicherheit. Jegliche Abweichung oder spontane Planänderung kann Stress verursachen.

Gut, dass dort wieder ein Schild mit Zahlen steht, um von diesen Erinnerungen abzulenken!

-> Notiere die Quersumme des Jahres, seit dem die nach dem Platz benannten Personen im Hospital wirken als "D"

Weiter geht es die Straße entlang. Charlotta biegt an der nächsten Straße rechts ab und geht Richtung Rheinufer (ggf. nutzt du den Fußgängerüberweg von gerade eben).

Am Rheinufer angekommen steigt sie die Treppen hinab und sieht eine Personenfähre. (Vorsicht vor Radfahrern!).

-> Notiere dir die Anzahl der Buchstaben des Namens der Fähre, die Personen zwischen Bonn und Beuel transportiert als "E"

Charlotta folgt eine Weile dem Rhein entgegen der Flussrichtung.

Nach einiger Zeit entdeckt sie eine rotierende Scheibe.

Das sieht interessant aus, direkt mal ausprobieren.

-> Notiere wie viele schwarze Streifen sich auf der Spirale befinden als "F"

Weiter geht es rechts den gepflasterten Weg hinab zum Rhein. Auf der linken Seite fallen Charlotta nach einer Weile große Zahlen auf, die für die Schifffahrt gedacht sind. Sie geht an den Zahlen 4, 3 und 2 vorbei und setzt sich bei der 1 an den Rhein (Grillstelle).

Hier gefällt es mir. Es ist so beruhigend auf das Wasser zu schauen. In der Natur kann ich Kraft tanken.

Charlotta braucht diese Ruheinseln in ihrem Tag, um die vielen Reize zu verarbeiten. Als sie sich umschaut, entdeckt sie auf der anderen Rheinseite ein paar große Gebäude.

-> Notiere die Anzahl der Buchstaben, die auf dem höchsten Gebäude stehen als "G"

Nachdem Charlotta etwas Energie getankt hat, geht sie den Weg hoch und sieht links einen Biergarten. Dort geht sie den Weg herein und an einem Spielplatz vorbei. Am Ende des Weges erkennt sie den Blumenladen, bei dem sie früher gearbeitet hat.

Puh, dort zu arbeiten hat mich sehr angestrengt. Eigentlich mochte ich es mich mit den verschiedenen Pflanzen zu beschäftigen. Da hätte ich mich den ganzen Tag drin verlieren können.

Aber natürlich wurde ich immer wieder von Kunden aus dem Fokus herausgerissen. Einmal hat sich eine Kundin darüber beschwert, dass ich ihr gar nicht zuhöre. Dabei habe ich das sehr wohl; nur weil ich ihr nicht in die Augen schaue, heißt das doch nicht, dass ich nicht aufmerksam bin. Ich kann mich viel besser konzentrieren, wenn ich nicht krampfhaft versuchen muss Augenkontakt herzustellen.

Soziale Interaktion ist für Charlotta ein Rätsel, denn Autist*innen fehlt sozusagen ein sozialer Kompass. Das macht es schwer Mimik und Gestik richtig zu interpretieren oder zu wissen, wann man etwas sagen kann und wann nicht. Sie können dadurch unhöflich oder "komisch" wirken, obwohl sie das meist nicht absichtlich oder böse meinen. Es kann sogar entspannt sein, dass Autist*innen so direkt sind und man immer weiß wo man dran ist.

Gut, dass ich dort nicht mehr arbeiten muss und einen Job gefunden habe, der besser zu mir passt.

Charlotta arbeitet mittlerweile in Teilzeit bei einer Versicherung als Mathematikerin und kümmert sich in Ihrer Freizeit um Urban Gardening Projekte. So kann sie Ihrem Spezialinteresse nachgehen, aber hat auch einen relativ sicheren Job zur Absicherung.

Apropos Mathematik: hier gibt es wieder ein Schild mit Zahlen.

-> Notiere die Anzahl der Ziffern mit geschlossenen Innenflächen bei der Telefonnummer des Blumenladens als "H"

Gegenüber des Blumenladens sieht Charlotta eine kleine Anliegerstraße. Dort geht sie rein und folgt der Straße bis zum Ende. An der Litfasssäule biegt sie rechts ab und überquert an der nächsten Ampel die Straße. Dort geht Charlotta weiter in die Sackgasse. Anschließend biegt sie die nächste Möglichkeit (Feuerwehrzufahrt) links ab und sieht bereits den Rewe.

Supermärkte können sehr überreizend sein für Charlotta. Viele Menschen quetschen sich durch enge Gänge, grelles Licht und dann auch noch das ständige Wechsel im Sortiment.

Es bringt mich vor allem aus der Ruhe, wenn Hersteller das Design ihrer Produkte ändern! Ich möchte möglichst schnell durch den Laden durch sein und meine gewohnten Produkte greifen. Wenn diese sich verändern oder gar ausverkauft sind, ist das sehr beunruhigend für mich und kann zum Overload führen.

Wenn Autist*innen alles zu viel wird, also die Reize oder Gefühle überhand nehmen, kann es zu einem sogenannten Overload kommen. Das ist eine Art Zusammenbruch, bei dem sie sich entweder sehr zurückziehen und ggf. nicht mehr sprechen oder sich bewegen können oder sie im Gegenteil sogar eine Art Wutanfall bekommen. Charlotta muss in so einer Situation weinen, ist orientierungslos und muss sich dann zurückziehen, am besten in eine dunkle und ruhige Umgebung, z.B. unter ihre Gewichtsdecke.

Gut, dass ich gerade nichts einkaufen muss und das meiste online bestellen kann. Also schnell weiter am Rewe vorbei.

-> Notiere die Anzahl der rot-weiß-gestreiften Poller entlang des Gebäudes als "I"

Charlotta geht links die Straße entlang, an einem Tennisplatz vorbei, die nächste Straße rechts rein. Dort sieht sie auf der linken Seite eine Sporthalle und biegt links in den Weg ein.

Gut, dass es hier ein bisschen ruhiger ist. Ich mag es immer mal ein bisschen Natur auch in der Stadt zu spüren, das beruhigt mich.

Charlotta folgt der Straße bis zur Ampel, überquert die Kreuzung und geht die Straße weiter. Auf der linken Seite sieht sie dann das Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) der Caritas. Hier war Charlotta ein paar Mal als es ihr nicht so gut ging.

Autist*innen haben häufig Komorbiditäten, also Erkrankungen, die begleitend auftreten. "Zwischen 63 und 97% der Menschen im Autismus-Spektrum haben mindestens eine psychische Störung. Angststörungen und Depressionen sind am häufigsten." (Quelle: autismus-kultur.de)

Meine depressive Phase kam damals zustande, weil ich mich oftmals wie ein Alien auf einem falschen Planeten gefühlt habe. Es belastete mich, dass ich so oft mit meiner besonderen Art aneckte. Für die einen war ich unhöflich, für andere einfach komisch. Aber mittlerweile weiß ich, dass ich gut so bin wie ich bin und umgebe mich nur noch mit Menschen, die meine ehrliche und besondere Art zu schätzen wissen.

Autismus ist keine Krankheit, die man wegtherapieren oder heilen kann. Aber Charlotta hat hier gelernt besser mit ihren Besonderheiten aufgrund des Autismus umzugehen.

-> Notiere die Hausnummer des SPZ als "J"

Der Rundweg ist nun fast beendet und Charlotta möchte nach Hause. Rechne die Koordinaten mithilfe folgender Formel aus, um an's Ziel zu kommen:

N 50° 44.(D-B)(C+H-I)(F-B-A)' E 7° 7.(G)(J-H)(E-G)' 

Zur Überprüfung, ob deine Koordinaten stimmen, kannst du hier den Geochecker nutzen: GeoChecker für GC96FNA

Verschlüsselter Hinweis   Entschlüsseln

Gvccf, hz Sruyre seüu haq fryofgfgäaqvt mh rexraara:
O,P,S,W fvaq mjrvfgryyvtr Mnuyra
N,P,Q,S,U,W fvaq qhepu 2 grvyoner Mnuyra

Qre Pnpur vfg na rvarz Onhz.

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

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Logeinträge für Komm mit in meine Welt    gefunden 3x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 09. Juni 2021, 19:16 Bambina2 hat den Geocache gefunden

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Ein Multi der auch bei OC geloggt
werden kann, ist mittlerweile selten.
Dieser Multi wurde parallel zum Beueler Bäume-Multi mit gelöst.
Dadurch dauerte es etwas länger bis wir dafür alles an Zahlen zusammen hatten um die Koordinaten zu errechnen.
Gemeinsam wurde sich heute mit LucyJo und LuCaMa03 dafür auf den Weg  der einzelnen Stationen begeben .
Hier konnten wir alles gut ermitteln und notieren und nach dem errechnen der Finalkoordinaten, ging es erst einmal weiter um den Bäume Multi zu erkennen und zu notieren.

Danach gingen wir dann den Cache suchen.
Und konnten uns ins Logbuch eintragen.


Danke für die Runde durch Beuel, die uns mal ganz andere Ecken zeigten, die man so sonst nicht immer zu Fuß geht.

Gruß aus Bad Godesberg

###Bambina 2###

gefunden 17. Mai 2021, 20:45 Jaeger&Sammler hat den Geocache gefunden

Am Vormittag bin ich auf dem Rad Charlottas Spuren durch Beuel gefolgt.
Alles war soweit gut zu finden. Nur zum Ende hin hatte ich mal Orientierungsschwierigkeiten, war aber richtig. Dann habe ich allerdings nach dem Rechnen den Checker bemüht und bekam nur Rot zu sehen, warum auch immer.
Zum Glück bin ich dennoch zu den ermittelten Koords und stehe dadurch im Logbuch.

Danke für den Cache
Jaeger&Sammler

gefunden Der Cache ist in gutem oder akzeptablem Zustand. 16. Mai 2021 Knorpelwegjoe hat den Geocache gefunden

Der Einladung in Charlottas Welt musste ich doch folgen. Auf ging es zu einer kleinen Rundreise durch Beuel. Bei mancher Stationen konnte ich Erinnerungen bestätigen, andere überraschten mich mit Details, die ich noch nicht kannte. Die Beueler Innenstadt erlebte ich zumindest stellenweise mit anderen Augen.

Vielen Dank für eine schicke Sonntagsrunde und den Ausflug in Charlottas Welt.

TFTC