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Virtueller Geocache
Geo Erlebnis Argenthaler Waldsee

 Geologischer Lehrpfad durch den Hunsrück bei Argenthal

von GeoMops     Deutschland > Rheinland-Pfalz > Rhein-Hunsrück-Kreis

N 49° 57.533' E 007° 35.650' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Zeitaufwand: 3:00 h   Strecke: 5.5 km
 Versteckt am: 08. Dezember 2009
 Gelistet seit: 12. Dezember 2009
 Letzte Änderung: 14. Juni 2011
 Listing: http://opencaching.de/OC9A59
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Infrastruktur
Der Weg
Wegpunkte
Zeitlich
Saisonbedingt
Listing
Benötigt Vorarbeit
Personen

Beschreibung    Deutsch  ·  English

Über den Lehrpfad

Zwischen dem Argenthaler Waldsee und dem südöstlich davon gelegenen Quarzit-Tagebau führt ein Geologischer Lehrpfad über 5,5 km Länge und 20 Stationen durch die wechselvolle Geschichte dieser alten Bergbauregion. Die Informationstafeln an den Stationen behandeln unterschiedlichste Fragestellungen und sind auch für geologische Laien verständlich gefasst und reichhaltig illustriert. Für eine Runde sollten – je nach Verweildauer an den Stationen – 2,5 bis 3 Stunden eingeplant werden. Ausgangs- und Endpunkt ist der Parkplatz am Argenthaler Waldsee, der in den Sommermonaten auch zum – allerdings kostenpflichtigen, dafür aber auch beaufsichtigten – baden einlädt. Ebenso ist hier ein Biergarten, in dem man sich von den Strapazen des Geo-Erlebnisses erholen kann.

Erzverhüttung

Der neuzeitliche Erzabbau erfolgte ab 1598 in der Rheinböllerhütte, die ihre Erze zunächst aus der näheren Umgebung des Guldenbachtals bezog und diesen Radius immer mehr ausbreitete. Bis 1860 lieferten bereits 30 Erzgruben dort hin. 1893 bließ die Rheinböllerhütte ihren letzten Hochofen aus, da sich die Eisen- und Stahlproduktion zunehmend an Saar und Rhein-Ruhr verlagert hatte.

Erzbergbau

Die hiesige Eisenerzgrube Neufund war einer der Zulieferer der Rheinböllerhütte. Hier wurde ab 1824 im Tagebau Brauneisenstein (Limonit) unter einer 2 bis 10 Meter mächtigen Deckschicht abgebaut. Bereits 1889 wurde der Betrieb mangels Abnehmer vorübergehend eingestellt. Zum Beginn des ersten Weltkrieges wurde 1915 die Produktion wieder aufgenommen. Zur Steigerung der Rentabilität wurde auf Untertagebau umgestellt, der jedoch schon 1918 wieder zugunsten des durch verbesserte maschinelle Unterstützung wirtschaftlicheren Tagebaus eingestellt wurde. Bis 1925 stieg die Zahl der Beschäftigten der Grube Neufund auf 60. 1930 ging der letzte Betreiber des Tagebaus, die 'Gewerkschaft Neue Abendsonne' in Konkurs, in dessen Folge die technischen Anlagen abgebaut wurden. 1935 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.

Eisenerz im Hunsrück

Im Hunsrück gibt es drei unterschiedliche Vorkommen von Eisenerzen: Brauneisenstein (Limonit), Roteisenstein (Hämatit) und Magneteisenstein (Magnetit). Die beiden letztgenannten unterscheiden sich grundlegend vom Brauneinsenstein und sind viel weniger verbreitet. Brauneisenstein wurde im Hunsrück in 200 Gruben abgebaut, so auch in der hiesigen Grube Neufund, während Rot- und Magneteisenstein lediglich in 30 Gruben gefördert wurde.

Brauneisenstein / Limonit

Der Brauneisenstein ist im Vergleich ein sehr junges Gestein; seine Entstehung liegt im Tertiär vor etwa 60 Mio. Jahren. Die Kontinente hatten weitgehend ihre heutige Position erreicht.

Die Temperaturen lagen jedoch wesentlich höher als heute, der Jahresdurchschnitt im Oligozän betrug etwa 24°C. Die vereisten Polkappen schmolzen vor 32 Mio. Jahren ab und der Meeresspiegel stieg an. Das variskische Gebirge war bereits stark verwittert und weitgehend abgetragen. So breitete sich hier ein flaches Meer aus, aus dem der Soonwald als Insel heraus schaute. Unter dem Einfluss der subtropischen Temperaturen bildeten sich mächtige Laterit-Böden, das Grundwasser stand hoch und konnte Eisen und Mangan anreichern. Die sauren Bäche und Flüsse transportierten das Eisen in gelöster Form zur Küste. Beim Eintritt in das Meer kristallierte das Eisen aus und häufte sich am Meeresboden in Form von Knollen von 5 bis 60 cm Durchmesser an, deren Eisengehalt vergleichsweise gering ist, kleiner als 45%.
Aufgrund dieser Vorgänge wird Brauneisenstein (Limonit) als Verwitterungsgestein bezeichnet.



Roteisenstein (Hämatit) und Magneteisenstein (Magnetit)

Dagegen sind Roteisenstein (Hämatit) und Magneteisenstein (Magnetit) sehr alte Gesteine. Während Roteisenstein durch ähnliche Prozesse gebildet wurde wie der Brauneisenstein, jedoch einen Eisenanteil von bis zu 70% besitzt ist der Magneteisenstein vulkanischen Ursprungs und hat einen Eisenanteil von über 70%.

Vor 417 Mio. Jahren lag das meiste Festland auf der Südhälfte der Erde in Form des Kontinentes Gundwana. Etwa auf Höhe des Äquators lag der deutlich kleinere Kontinent Laurussia (auch Old Red Festland). Dazwischen lagen zahlreiche Inseln, von denen eine die 'Mitteldeutsche Schwelle' war. Diese trennte eine breite Meeresstraße, das Hunsrückschiefermeer, vom offenen Ozean ab. Old Red und die Mitteldeutsche Schwelle hatten in Küstennähe hohe Gebirge, aus denen Flüsse viel Gesteinsschutt in das Meer transportierten.
Der Meeresboden sank im Lauf von 60 Mio. Jahren immer weiter ab, so dass dort bis zu 10 km mächtige Schichten abgelagert wurden. Das Eigengewicht dieser Schichten verdichtete Sande zu Sandstein und Tone zu Tonstein.


Gegen Ende des Devon verlandete das Meer und wurde im Lauf des Karbon vor 325 Mio. Jahren zum Variskischen Gebirge aufgefaltet. Die Kontinente Gondwana und Laurussia kollidierten. Als Nahtstelle zwischen beiden Kontinenten bildete sich die Hunsrück-Südrand-Störung und südlich davon die Saar-Nahe-Senke aus. Die Hunsrück-Südrand-Störung markiert die damalige Subduktionszone, an der die Mitteldeutsche Schwelle auf das Old Red Festland aufgeschoben wurde.
Die Gesteine wurden so über einen Zeitraum von 25 Mio. Jahren weiter verdichtet, Sandstein zu Quarzit und Tonstein zu Schiefer. Auch wurden sie durch die Faltung vielfach umgelagert, wodurch sogar die ältesten untersten Schichten des ehemaligen Meeresbodens, die Bunten Schiefer, an die Oberfläche gelangten.


In die Klüfte im Gestein drang das eisenhaltige Wasser von der Oberfläche ein, schied das Eisen ab und verfüllte diese so langsam mit Roteisenstein. Durch die Drift des so gebildeten Superkontinentes Pangäa nach Norden veränderte sich im Perm vor etwa 280 Mio. Jahren das Klima von tropisch-feucht zu subtropisch-heiß und trocken.

Im Raum des Saar-Nahe-Beckens breitete sich Vulkanismus aus, dessen Zeugnisse heute noch der Donnersberg und das Kreuznacher Rhyolitmassiv mit dem Rotenfels sind. Im Zuge dieses Vulkanismus kam es zur Entstehung des im Vergleich zum Roteisenstein etwas jüngeren Magneteisensteins.

Quellen

Informationstafeln des Geo Erlebnis Argenthal. Weitere Informationen:
Gemeinde Argenthal, Thiergartenstrasse 2, D-55496 Argenthal, Fon +49.6761.965966, Web www.argenthal.de

Paläogeografische Karten von:
Ron Blakey, Department of Geology, Box 4099, Northern Arizona University Flagstaff, AZ 86011, Web http://jan.ucc.nau.edu/~rcb7/index.html

Fragen

  1. Wie dick ist die Brauneisenstein führende Schicht in der Grube Neufund?
  2. Wie hoch ist die Abbaukante des heutigen Argenthaler Quarzitsteinbruchs?
  3. Welche noch heute lebende Fischart lebte bereits in den flachen Gebieten des Devonischen Meeres und was ist ihre Besonderheit?
  4. Welche beiden Städte hat die durch den Argenthaler Wald verlaufende Römerstraße verbunden?
  5. Wo wurde das Roheisen nach der Schließung der Rheinböllerhütte verhüttet?
  6. Wie hoch war der Stundenlohn eines Bergmannes in der 1920er Jahren?

Logbedingung

  1. Um diesen Cache als Gefunden zu loggen schicke eine Email mit dem GC-Code des Caches als Betreff, einer gültigen Antwort-Adresse und den Antworten auf die Fragen im Text an GeoMops@web.de. Wenn die Fragen korrekt beantwortet sind kommt die Antwort mit der Log-Erlaubnis innerhalb weniger Tage.
  2. Finde das Hunsrück-Krokodil, mache ein Foto von Dir auf oder neben ihm und hänge das Bild an das Log.

Logs ohne Erlaubnis und / oder Bild werden gelöscht.

Ich hoffe Dir gefällt dieser Cache - viel Spaß dabei!

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Bilder

Das Hunsrück-Krokodil
Das Hunsrück-Krokodil

Hilfreiches

Dieser Geocache liegt vermutlich in den folgenden Schutzgebieten (Info): Landschaftsschutzgebiet Soonwald (Info), Naturpark Soonwald/Nahe (Info)

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Logeinträge für Geo Erlebnis Argenthaler Waldsee    gefunden 6x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 28. August 2013 Litthard hat den Geocache gefunden

Kleine Runde um den Argenthalersee gedreht und diesen Earthcache absolviert, schöne Wanderung und nochmal schönes Wetter.

LBSFDC

zuletzt geändert am 17. Januar 2017

gefunden 28. November 2011 Tofino hat den Geocache gefunden

Nachgelogged:

Alles in allem ein inhaltlich gut ausgearbeiteter Earthcache, der einem viel über die Region erzählt - sowohl geologisch und damit verbunden auch wirtschaftlich. Ein toller Spaziergang, der mittlerweile auch durch einige Tradis versüßt wird, rundet das Ganze ab.

DFDEC und viele Grüße
Tofino

gefunden 15. Februar 2011 Ortungsdienst hat den Geocache gefunden

Klasse earth Cache der sehr Lehrreich war. Für was braucht man noch die Schule? so macht lernen doch wieder Spass [:D] Von dieser Sorte bräuchten wir mehr. DFDC

gefunden 01. November 2010 Paus-online hat den Geocache gefunden

Gefunden am 1.11.2010 um 15:30 Uhr.

Eigentlich war ich auf der Suche nach dem hier liegenden TC-Cache. Doch da man bei diesem hier die gleiche Strecke abwandern muß, habe ich ihn gleich mitgenommen.

Eine schöne und infrmative Runde, die ich bei tollem Wetter absolvieren durfte. Allerdings gab es für meinen Geschmack dann doch ein wenig zu viel zu lesen, um die Fragen beantworten zu können.

Problematisch war für mich auf das Foto mit dem Kroko: Wenn man solo unterwegs ist, kriegt man es nicht ganz aufs Bild...

Danke fürs Zeigen!

gefunden 27. Juli 2010 tourex hat den Geocache gefunden

Eine schöne Runde mit meiner Tochter hier gedreht. Sie war vor einem Jahr mit der Schule hier und konnte mir alles schön erklären.........

TFTC # 161

mfg tourex und Teresa

Bilder für diesen Logeintrag:
halbes Team tourexhalbes Team tourex