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Virtueller Geocache
Liechtenstein - Die Nahtstelle der Alpen

 Zur geologischen Vielfalt der Liechtensteiner Alpen

von GeoMops     Liechtenstein

N 47° 08.335' E 009° 31.366' (WGS84)

 andere Koordinatensysteme
 Größe: kein Behälter
Status: kann gesucht werden
 Versteckt am: 28. Oktober 2009
 Gelistet seit: 03. November 2009
 Letzte Änderung: 07. März 2018
 Listing: https://opencaching.de/OC96DE
Auch gelistet auf: geocaching.com 

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Infrastruktur
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Beschreibung    Deutsch  ·  English

Geologischer Aufbau der Alpen

Die Alpen sind ein - im Vergleich zum Umland - verhältnismäßig junges Faltengebirge. Ihre Entstehung verdanken sie der Drift der Afrikanischen Platte gegen Nord-Europa seit dem Oberjura vor etwa 150 Mio. Jahren, die bis heute anhält. Dabei wurden die Schichten eines ehemaligen Meeresbeckens der Tethys, die seit dem Perm vor 250 Mio. Jahren abgelagert wurden, über einander geschoben. Die südlicher gelegenen Schichten überlagern dabei die weiter nördlich gelegenen Schichten.


Abbildung 1: Schematische Skizze des Aufbaus der Alpen

Im Osten wurden die Schichten des Ostalpin bis fast an den Nordrand der Alpen geschoben und überdecken dort die anderen Schichten - daher der Name. Im Gebiet der heutigen Schweiz wurde das Ostalpin nahezu komplett weg erodiert. Dort tritt im Norden das Helvetikum zu Tage - welches dadurch seinen Namen erhalten hat. Im Süden steht das Penninikum an, das in den österreichischen Ostalpen lediglich in Form einiger geologischer Fenster (z.B. den Tauern) aufgrund tektonischer Prozesse zu sehen ist. Im Norden ist zwischen dem Ostalpin und den schmalen Inseln des Helvetikums eine Flyschzone ausgebildet, die den Trog der kreidezeitlichen Subduktionszone markiert. Durch die starke Überschiebung treten gebietsweise auf kleinstem Raum mehrere dieser Einheiten zu Tage, wodurch die Alpen geologisch und landschaftlich äußerst vielfältig erscheinen.


Abbildung 2: Schematische Verteilung der Schichten im Alpenraum

Geologie Liechtensteins

Liechtenstein liegt auf der Grenze zwischen den Ost- und Westalpen. Sie verläuft etwa entlang des Alpenrheins in nord-südlicher Richtung. Das Gebiet Liechtensteins berührt dabei bemerkenswert viele geologische Zonen, die im Folgenden vorgestellt werden.


Abbildung 3: Skizze der geologischen Schichten Liechtensteins

Ostalpin

Der größte Teil des Liechtensteiner Alpengebietes gehört der Ostalpinen Fazies an. Dessen tiefster Teil wird aus Buntsandstein und Muschelkalk gebildet. Darüber liegen Schiefer- und Kalkschichten. Die steilen Wände im Süden des Malbuntals und des Hahnenspiels im Saminatal werden von Kalken und Dolomiten der Arlbergschichten aufgebaut. Zwischen Malbun und Sassfürkle befinden sich Trichter, die durch Gipseinbrüche entstanden sind. Darin können Gipskristalle und Marienglas gefunden werden. Der Gips ist nördlich vom Erble Ursache für eine Mineralquelle, deren Wasser die Milch scheidet. Die Schiefer- und Sandsteine enthalten zahlreiche Fossilien wie Farne und Schachtelhalme. Der Ochsenkopf, Zigerberg, Gallinakopf, Drei Schwestern, Kuhgrat und Alpspitz werden durch Hauptdolomit aufgebaut. Im Gebiet Drei Schwestern können Hämatitkristalle in handgrossen Platten gefunden werden. Aus der Zeit des Jura vor ca. 200 Mio. Jahren über die Kreidezeit bis ins Eozän vor ca. 40 Mio Jahren stammen die Schichten der Falknisdecke. Die Falknis-Breccien-Serie ist Zeugnis einer Lebensgemeinschaft an urzeitlicher Meeresküste. In den Trümmern des Riffkalks finden sich versteinerte Bruchstücke von Korallen, Algen, Belemniten, Muscheln, Wurmbauten, Seeigeln, Schnecken, Schwämmen und Seelilien.

Helvetikum

Fläscher- und Schellenberg ragen als Ausläufer der helvetischen Decke aus dem Rheintal heraus und bilden dessen natürliche Grenze. Insbesondere am Schellenberg ist die helvetische Decke sehr fossilreich. Dort können kreidezeitliche Belemniten (Kopffüßer) im Schrattenkalk, Fischzähne in der Luitere-Fossilschicht und Ammoniten, Muscheln und Schnecken in der Lochwaldschicht gefunden werden.

Flyschzone

Zwischen dem Schellenberg im Norden und dem Ostalpin verläuft der westlichste Ausläufer der Flyschzone auf Liechtensteiner Gebiet. Die Flyschzone wird hier in drei Einheiten unterteilt: den Vorarlberger Flysch vom Maurerberg bis Schaan, den Vaduzer Flysch vom Wildschloss bis Triesen und den Triesner Flysch südlich von Triesen. Der Vorarlberger Flysch ist bis zu 1000m mächtig. In ihm können fossile Fukoiden und Helminthoiden der Plankner-Serie gefunden werden. Ausserordentlich reichhaltig ist die Mikrofauna der Couches-rouges, insbesondere an Globotruncanen der Oberkreide im grauen und roten Mergel und Kalk. Zwischen Triesenberg und Gapfahl-Obersäss befindet sich eine Sulzfluhdecke. Außer den Couches-rouges, Schiefer und Flysch enthält sie hauptsächlich hellgraue Kalke, aber auch Granite.

Rheintal

Granite, zum Teil als erratische Blöcke, können unter anderem mit Gneisen und granatführenden Stahlsteinschiefern in der Moräne des quartären Rheingletschers gefunden werden. Geologische Fragen wirft das Rheintal selbst auf. Es ist bis heute nicht eindeutig geklärt worden, ob das Rheintal eine geotechnische Depression oder ein Erosionserzeugnis darstellt. Vielleicht wurde es auch durch Bruchspalten gebildet. Aufgrund der geologischen Basis wäre ein anderer Verlauf als der heutige naheliegender...

Quellen

  1. Stabsstelle für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit - Postfach 684 - 9490 Vaduz. http://www.liechtenstein.li/
  2. Alpen-Info / Liechtenstein http://alpen-info.at/html/liechtenstein.html
  3. C. Kuhn: Einführung in die geologischen Zonen Österreichs. http://www.8ung.at/geologie/geinfueh.htm
  4. Institut für Geographie der Universität Stuttgart: http://www.geographie.uni-stuttgart.de/links/
  5. Wikipedia: Alpidische Orogenese: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpidische_Orogenese

Alle Skizzen sind anhand der genannten Quellen selbst erstellt. Das Foto wurde selbst während eines Besuchs am 30.09.2009 aufgenommen.

Zum Cache

In diesem Cache wird versucht einen groben Überblick über die geologischen Grundlagen der Alpen auf Liechtensteiner Gebiet zu vermitteln. Hierfür wird das gesamte Gebiet des Fürstentums angesprochen, und so gestaltet es sich sehr schwierig den Cache an einen bestimmten Ort zu platzieren. Stellvertretend wurde daher das Büro des Liechtenstein Tourismus gewählt, da hier alle für diesen Cache wesentlichen Informationen abgerufen werden können - am einfachsten natürlich die der Stabsstelle für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Büros als ausgesprochen freundlich und hilfsbereit erwiesen, was die Erklärung von Fragen rund um Liechtenstein betrifft!

Unabhängig von diesem Cache empfehle ich jedem interessierten Besucher Liechtensteins Exkursionen in die vielfältigen Landschaften des Fürstentums um dort eigene Erkundungen z.B. zur Geologie des Landes vorzunehmen.

Fragen

  1. Welchen Verlauf sollte der Rhein anhand der geologischen Basis eigentlich nehmen?

  2. Mit welcher quartären Deckschicht sind die Westhänge von Fläscher- und Schellenberg sowie der Schlosswald zwischen Vaduz und Meierhof bedeckt?

  3. Aus welchem Gestein besteht das Ellhorn als markanter Ausläufer des Fläscherbergs und aus welcher Zeit stammt dieses?

Logbedingung

  1. Um diesen Cache als Gefunden zu loggen schicke eine Email mit dem GC-Code des Caches als Betreff, einer gültigen Antwort-Adresse und den Antworten auf die Fragen im Text an GeoMops@web.de. Wenn die Fragen korrekt beantwortet sind kommt die Antwort mit der Log-Erlaubnis innerhalb weniger Tage.

  2. Hänge ein Bild von Dir im Vordergrund vor / unter dem Schloss Vaduz an Dein Log an.


Logs ohne Erlaubnis und / oder Bild werden gelöscht.

Ich hoffe Dir gefällt der Cache - es ist der erste Earthcache in Liechtenstein - viel Spaß dabei!

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Logeinträge für Liechtenstein - Die Nahtstelle der Alpen    gefunden 39x nicht gefunden 0x Hinweis 0x

gefunden 06. September 2018 GG WG hat den Geocache gefunden

Auf unseren Weg durch Vaduz auf diesen EC aufmerksam geworden.
Wir haben einiges über die Geologie gelernt.
TFTEC sagen GG WG

Bilder für diesen Logeintrag:
LichtensteinLichtenstein

gefunden 18. August 2018, 14:40 b_smurf hat den Geocache gefunden

Heute radeln wir hinunter zum Bodensee und machen hier in Vaduz Kaffeepause. Einen Earth zu finden passt da prima. Dankeschön!

Bilder für diesen Logeintrag:
VaduzVaduz

gefunden 31. März 2018 chris2286266 hat den Geocache gefunden

Muss die Fragen noch beantworten, daher erst mal eine Note mit Foto nahe der Headers in Richtung Schloss.

Edit 31.3.2018:
Status von Note auf Found geändert.
Fragen beantwortet und vom netten Owner noch weitere Informationen erhalten. Danke sehr!

TFTC (#3692)
Chris

gefunden 02. Januar 2018, 00:12 red_runner hat den Geocache gefunden

Heute haben wir einen Ausflug nach Liechtenstein gemacht und haben auch diesen interessanten Earthcache gelöst! [:)]
Die erste Frage hat uns erst etwas aus dem Konzept gebracht, aber irgendwann haben wir dann doch die Antwort gefunden! [:D]
Danke!

Bilder für diesen Logeintrag:
PostmuseumPostmuseum

gefunden Der Cache ist in gutem oder akzeptablem Zustand. 27. September 2016 Schadi hat den Geocache gefunden

Dieser Cache sollte mein erster Fund in Liechtenstein werden. Die nötigen Informationen hatte ich mir schon vorab angelesen - wirklich interessant, die geologische Vielfalt dieses kleinen Ländchens (überdurchschnittlich vielfältig sind übrigens auch Flora und Fauna, wie ich später im Liechtensteinischen Landesmuseum gelernt habe). Vor Ort musste ich heute nur noch ein Bild mit mit vor dem Schloss machen, und die Antworten an den Owner schicken.

Danke für den virtuellen Earthcache!

Bilder für diesen Logeintrag:
Liechtensteiner GeologieLiechtensteiner Geologie